Kriminalitätsbekämpfung

Wenn die Polizei über Leben oder Tod verhandelt

Mitglieder der Verhandlungsgruppen werden bei besonderen Einsätzen hinzugezogen. Sie verhandeln mit Geiselnehmern, Entführern, Terroristen, Schwerverbrechern oder suizidgefährdeten Personen. Ihr Ziel ist es die Menschen mit Worten zur Aufgabe ihres Vorhabens zu bringen.

Im Jahr 1989 entstanden die ersten Verhandlungsgruppen in Österreich aufgrund der damals zunehmenden Zahl an Entführungen, Erpressungen oder Geiselnahmen. Mittlerweile gibt es österreichweit insgesamt sechs Verhandlungsgruppen. Fünf regionale Verhandlungsgruppen, aufgegliedert in Wien, Ost (Niederösterreich und Burgenland), Süd (Steiermark, Burgenland und Kärnten), Mitte (Oberösterreich und Salzburg) und West (Tirol und Vorarlberg). Neben den regionalen gibt es eine BMI Verhandlungsgruppe, diese ist für die Sonderlagen im Ausland zuständig, bei denen österreichische Interessen zu vertreten sind. Insgesamt gibt es um die 120 speziell zu Verhandlern ausgebildete Exekutivbeamte, welche diese Tätigkeit neben ihrer Haupttätigkeit durchführen. Die Zentralstelle der Verhandlungsgruppen ist im Bundeskriminalamt (BK) angesiedelt und ist zuständig für Auslandslagen, Koordination von Großlagen und für die Aus – und Fortbildung.

Ausbildung- und Fortbildung
Die Exekutivbeamten werden in einer mehrwöchigen Ausbildung speziell geschult. Sie werden auf mögliche Geisellagen und Entführungen vorbereitet. Die Ausbildung enthält einen theoretischen und praktischen Teil mit psychologischen Inhalte, Einsatztaktik, Gesprächstechniken und Analysemethoden. Regelmäßige Fortbildung, gezielte Spezialausbildungen sowie Übungen mit dem Einsatzkommando Cobra gehören zu den Standartvoraussetzungen der Verhandlungsgruppen um eine Qualitätssicherung zu gewährleisten.

Die Spezialeinheit wird zur Unterstützung bei besonderen Konfliktlagen angefordert. Die Palette reicht von Suizidfällen über Verbarrikadierungslagen bis hin zu Geiselnahmen. Das Ziel der psychologisch geschulten Spezialisten ist es Vertrauen zu dem Täter aufzubauen und mit ihm übereinzukommen, wie die Lage zugunsten aller Beteiligten gewaltfrei beendet werden kann. Oftmals ist dafür eine stundenlange Verhandlung notwendig, solch nervenaufreibende Verhandlungen gehen an die Substanz. Auch das Betreuen, der Opfer von Straftaten oder Katastrophen sowie deren Angehörige zählt zu den Aufgaben der Verhandlungsgruppen.

Die Verhandlungsgruppen sind außerdem auch international sehr stark vernetzt, so konnten schon mehrfache länderübergreifende Amtshandlungen wie Entführungen oder Erpressungen positiv bewältigt werden.

2018 wurden die Verhandlungsgruppen bei 118 Einsätzen angefordert. Einen Großteil der Einsätze bildeten Suizidlagen. Seit Bestehen der Spezialeinheit wurden von diesen zahlreichen Geiselnahmen, Bedrohungs- und Suizidlagen und weitere Fälle schwerer Gewaltkriminalität positiv bewältigt.

Artikel Nr: 16847 vom Mittwoch, 27. März 2019, 08:00 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Share Facebook
Share Twitter

Zurück

Donnerstag, 25. April 2019
Tirol

Freitag, 26. April 2019
Kärnten

Samstag, 27. April 2019
Wien

Mittwoch, 8. Mai 2019
Steiermark

Samstag, 11. Mai 2019
Wien

zu den Terminen