Fahndung

Drogen-Onlinehop ausgehoben: BK fahndet nach Haupttäter

Dem Bundeskriminalamt gelang es im Rahmen der Operation "Deflate" eine Tätergruppierung auszuforschen und festzunehmen, die zwischen Marz 2018 und September 2020 über einen Onlineshop im Darknet insgesamt rund 60 Kilogramm Suchtmittel, davon knapp 40 Kilogramm Kokain, verkaufte. Neun Personen wurden festgenommen, nach dem Haupttäter wird nun öffentlich gefahndet.

Die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes begangen 2018, als die Kriminalpolizei durch eine gemeinsame Schwerpunktkontrolle mit dem österreichischen Zoll auf "MrBlow" aufmerksam wurde. Rasch konnten rund 250 sichergestellte Postsendungen dem Onlineshop "MrBlow" zugeordnet werden. Es folgten akribische Ermittlungen, über die auch die Wege der einzelnen Postsendungen nachvollzogen werden konnten. So stießen die Ermittlerinnen und Ermittler relativ rasch auf die Versenderin. Weitere Ermittlungen folgten und offenbarten eine komplexe Täterstruktur im Hintergrund, die arbeitsteilig vorging. Die Täter kommunizierten ausschließlich über verschlüsselte Kommunikationstechnik und versuchten ihre kriminellen Machenschaften durch den Einsatz von einem Netzwerk an Scheinfirmen, einschließlich zugehöriger Bankkonten im In- und Ausland zu verschleiern. Obwohl selbst die Briefumschläge über diverse Verschleierungswege, wie Scheinfirmen, aus dem Ausland angekauft wurden, und an vermeintlich unauffällige Firmenadressen zugestellt wurden, gelang es den erfahrenen Ermittlerinnen und Ermittlern nach und nach das Netzwerk zu enttarnen.

"Der Suchtmittelhandel hat sich in den letzten Jahren zusehends in den virtuellen Raum verlagert. Die Corona Pandemie hat diese Entwicklung noch verstärkt und beschleunigt", so Innenminister Gerhard Karner. "Das Bundeskriminalamt wird dieser besonderen Form der Kriminalität und ihrer Bekämpfung auch in Zukunft einen besonderen Schwerpunkt widmen. Sowohl durch Ermittlungen als auch durch strukturelle Maßnahmen", so Karner.

Rund zwölf Bestellungen pro Tag

Von März 2018 bis September 2020 wurden über den Onlineshop im Darknet in rund 11.500 Bestellungen insgesamt 60 Kilogramm illegale Suchtmittel, davon 40 Kilogramm Kokain, verkauft. Das entspricht durchschnittlich zwölf Bestellungen am Tag. Angeboten wurde Kokain, synthetische Suchtmittel, wie Amphetamin und Ecstasy-Tabletten sowie Cannabisprodukte. Das Kokain wies eine auffallend gute Qualität mit einem Reinheitsgehalt von bis zu 80 Prozent auf. Bezahlt wurde mittels der virtuellen Währung Bitcoin. Der Gewinn der Verkäufe beträgt rund 2,5 Millionen Euro, jedoch kann aufgrund der Kursschwankungen der Währung sogar von einer Bereicherung von bis zu fünf Millionen Euro ausgegangen werden.

Neun Festnahmen, nach Haupttäter wird gefahndet

Am 20. April 2021 erfolgte dann durch das Bundeskriminalamt ein koordinierter Zugriff an elf Einsatzörtlichkeiten in Wien und der Steiermark. Unterstützt durch das Einsatzkommando Cobra, der WEGA und den Kräften der Landespolizeidirektionen Wien und der Steiermark konnte umfangreiches Beweismaterial, darunter rund 250 IT-Geräte, Bargeld in der Höhe von mehreren zehntausenden Euro, tausende Einheiten an Verpackungsmaterial und auch Waffen, wie eine in Österreich verbotene Pumpgun, sichergestellt werden. Durch die Auswertung der Beweise konnten weitere Tatörtlichkeiten ausgeforscht werden, was die Beamtinnen und Beamten unter anderem zu einer professionellen Cannabis-Plantage mit rund 2.000 Cannabispflanzen im Burgenland führte. Die Betreiber wurden festgenommen.

Insgesamt erfolgten 23 Hausdurchsuchungen, neun Festnahmen, mehrere Anzeigen auf freiem Fuß sowie die Umsetzung von mehr als 50 Anordnungen der Staatsanwaltschaft. Sieben Tatverdächtige wurden bereits zu insgesamt 22,5 Jahren Haftstrafe rechtmäßig verurteilt. Bei den Tätern handelt sich dabei Großteils um österreichische Staatsangehörige, darunter eine Frau, einen Serben und einen Kroaten. Auch gegen die Kunden von "MrBlow" wird ermittelt. Über 200 Empfängerinnen und Empfänger der Suchtmittelsendungen wurden bisher allein in Österreich zur Anzeige gebracht.

Most Wanted

Der bewaffnete und gewalttätige Haupttäter floh vor dem polizeilichen Zugriff in das Ausland. Nach ihm wird mit Hochdruck gefahndet. Als letzter Aufenthaltsort konnte Italien ermittelt werden. Hier hielt sich der Tatverdächtige mehrere Monate in einem Apartment in Lignano Sabbiadoro versteckt, ehe er nach der Festnahme seiner Mittäter im April 2021 die Flucht weiter fortgesetzt haben dürfte. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien veröffentlicht das Bundeskriminalamt nun die Fahndungsfotos des Hauptverdächtigen. Auf Grund der schwere der Tat und der Gefährlichkeit, wird die Fahndung auch online sowohl über die Internetseite des Bundeskriminalamtes unter den "Austria’s Most Wanted Persons" als auch über Europol als "Europe’s Most Wanted Fugitives" geführt. Der Tatverdächtige dürfte sein Aussehen mittlerweile verändert und eine neue Identität angenommen haben. Weitere Informationen dazu sowie entsprechende Fotos, können über die Fahndungsseiten abgerufen werden.

Täterbeschreibung:

Familiennamen: SCHABEL
Vornamen: Martin
Geburtsdatum: 22.03.1972
Geburtsort: Wien
Größe: 180 cm
Gestalt: kräftig
Haare: Glatze bzw. hell
Augen: blau
Sprachen: Deutsch
Tätowierungen: Brust links: Betende Hände
Rücken rechts: Männerkopf
Unterschenkel links: Hundekopf

ACHTUNG: GEWALTTÄTER – BEWAFFNET - FLUCHTGEFAHR

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Artikel Nr: 19700 vom Samstag, 11. Juni 2022, 06:00 Uhr
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