Kriminalitätsbekämpfung

14 Jahre nach Mord ausgeforscht: BK-Fahnder überstellen Beschuldigten nach Österreich

Mann steht im Verdacht, 2008 eine Frau in Völkermarkt/Kärnten ermordet zu haben – durch DNA-Treffer in Italien überführt und festgenommen – gestern Überstellung nach Österreich und Übergabe an Justiz durch SIRENE-Fahnder des BK.

Fahnder des SIRENE-Österreich-Büros im Bundeskriminalamtes (BK) überstellten gestern Abend einen Mann von Itaien nach Wien. Es handelt es hierbei um einen 48-jährigen Marokkaner, dem die vorsätzliche Tötung der Italienerin Anna T. in Kärnten im Oktober 2008 zur Last gelegt wird.
Im Zuge der bilateralen justiziellen und polizeilichen Zusammenarbeit kam es zu einem Ausliefe-rungsverfahren gegen den Beschuldigten. Die Überstellung des Marokkaners führten gestern Beam-te des SIRENE-Büros des Bundeskriminalamtes mittels Flugzeug von Italien nach Wien durch. Der Festgenommene wurde nach seiner Landung um 19:30 Uhr nach Kärnten verbracht und der Justiz-behörde übergeben.

Die Tat in Österrereich
Der Mord hatte sich am 4. Oktober 2008 auf einem Gehweg im Stadtwald von Völkermarkt ereignet. Das 49-jährige weibliche Opfer war, so die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Kärnten, zunächst gewürgt und geschlagen worden, todesursächlich waren jedoch vier Schüsse aus einer Faustfeuer-waffe gewesen. Nach der Tötung war die Frau mit einem Brandbeschleuniger übergossen und angezündet worden. Der nackte Leichnam war später von Spaziergängern gefunden worden.
Durch die trotz Regens fortgeschrittene Brandumsetzung war für die ErmittlerInnen eine Identifizie-rung des Leichnams nicht mehr möglich. Die widrigen Wetterbedingungen zur Tatzeit hatten außer-dem etliche Spuren, bspw. Fußabdrücke oder andere biologische oder chemische Spuren vernichtet. Spurensicherer konnten damals jedoch eine DNA-Spur am Körper der Getöteten sicherstellen, diese konnte jedoch bis Herbst 2022 keiner bestimmten Person zugeordnet werden.
Im Oktober 2022 war schließlich der DNA-Abgleich erfolgreich: Die Spur gehört einem Mann, der in Turin/Italien wegen eines Suchtmittel-Deliktes erkennungsdienstlich behandelt worden war (u.a. Fingerabdrücke, Fotografien, DNA-Sample). Dieser Sachbeweis hatte eine europäische Festnahme-anordnung zur Folge, der sogleich seitens der italienischen Behörden nachgekommen wurde.

Fahndung im Bundeskriminalamt -SIRENE Österreich
Die Fahndungsexperten im SIRENE-Büro prüfen in- und ausländische SIS-Ausschreibungen, koordinieren Fahndungsmaßnahmen und übermitteln alle in- und ausländische Trefferfälle an die zuständigen Stellen. Dazu gehört auch die physische Überstellung von gesuchten Personen. Bei SIRENE Österreich handelt es sich um eine nationale Zentralstelle, das Wort SIRENE ist das Akro-nym für "Supplementary Information Request at the National Entry".
Seit 2018 wurden vom SIRENE-Büro über 600 Gefahndete nach Österreich überstellt.

Hintergrund
Obwohl die Tat vor über 14 Jahren verübt worden war, besteht weiterhin und bis auf Weiteres eine Strafbarkeit für die Täterschaft. Grund: Strafbare Handlungen, die mit Freiheitsstrafe von zehn bis zwanzig Jahren oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht sind, verjähren nicht (§57 StGB). Das Delikt des Mordes fällt unter diese Ausnahmebestimmung der Verjährung.

Artikel Nr: 20251 vom Freitag, 16. Dezember 2022, 13:33 Uhr
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