Gewaltschutz

Ein Leben ohne Gewalt

Gewaltsame Übergriffe können leider - unabhängig vom Geschlecht - in allen sozialen Schichten und überall vorkommen. Viele Übergriffe werden oft aus Scham oder Angst nicht zur Anzeige gebracht. Nach wie vor finden die meisten Übergriffe in den eigenen vier Wänden oder im sozialen Nahbereich statt.

Laut Kriminalstatistik 2017 geht hervor, dass es bei 62,8 Prozent der begangenen Gewalttaten im Jahr 2017 eine Beziehung zwischen Täter und Opfer gab. Das entspricht in etwa 22.990 Fällen. In 35,1 Prozent gab es keine Beziehung zwischen Täter und Opfer. Das entspricht in etwa 12.825 Fällen.

Viele Frauen sind in ihrem Zuhause der höchsten Gefährdung ausgesetzt. Aber nicht nur Frauen sind von der Gewalt in Privatsphäre betroffen, auch Männer. In diesem Bereich ist die Dunkelziffer der gewaltsamen Übergriffe besonders zu erwähnen, da Gewalt durch Frauen an Männern noch immer bei vielen Betroffenen mit Scham verbunden ist. Viele Betroffene sehen sich nicht als Opfer an und sind nicht bereit Hilfe von Außenstehenden anzunehmen. Psychische Gewalt erleben Männer von ihren Partnerinnen zum Beispiel in Form von Kränkungen und Demütigungen verbaler Art. Als besonders bedrohlich wird das In-Frage-Stellen der eigenen Männlichkeit erlebt. Männer zeigen ihre Partnerinnen seltener an als Frauen ihre gewalttätigen Partner.

Bei Kindern kommt nicht nur die unmittelbare Gewalt vor, sondern auch die indirekte Gewalt. Bei der unmittelbaren Gewalt wird dem Kind selbst Gewalt angetan. Von der indirekten Gewalt spricht man, wenn ein Elternteil oder Geschwister Gewalt ausgesetzt sind. Wenn ein Kind im Umfeld von Gewalt aufwächst, ist die Entwicklung gefährdet. Kinder können sich aufgrund ihrer körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung nicht gegen Übergriffe von Erwachsenen zur Wehr setzen. Deshalb ist es wichtig, dass Außenstehende bei solch einer Tat nicht wegsehen.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November erinnert an die Ermordung der Mirabal Schwestern, die am 25. November 1960 brutal ermordet wurden. Seit 1999 ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen anerkannt und ist Auftakt für die Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen". Der Internationale Tag für Menschenrechte am 10. Dezember ist der Abschluss der Aktionstage. Dieser Zeitraum wird weltweit genutzt um auf das Recht eines gewaltfreien Lebens aufmerksam zu machen.

Doch Gewalt kann jeden treffen, ganz gleich welchen Alters, Hautfarbe, soziale Schicht oder Geschlecht. Gewalt ist vielseitig, vielschichtig und nicht immer ersichtlich. Die polizeiliche Anzeige ist ein mutiger und wichtiger Schritt. Die Unterstützung, Hilfe und Betreuung sind nach einem gewaltsamen Übergriff sehr wichtig und für die eigene Aufarbeitung sehr von Bedeutung.

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Artikel Nr: 16541 vom Donnerstag, 13. Dezember 2018, 09:49 Uhr
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