Kriminalitätsbekämpfung
OP-DUPLEX: ERFOLGREICHER SCHLAG GEGEN DEN INTERNATIONALEN KOKAINHANDEL
Dem Bundeskriminalamt ist gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnerbehörden ein bedeutender Schlag gegen den internationalen Suchtgifthandel gelungen. Im Rahmen der Operation "Duplex" konnte eine organisierte Tätergruppierung zerschlagen werden, die im Jahr 2024 rund 100 Kilogramm Kokain, weitere synthetische Suchtmittel sowie Faustfeuerwaffen vorwiegend aus Belgien und Spanien nach Österreich geschmuggelt und insbesondere im Raum Salzburg gewinnbringend weiterverkauft hatte.
Insgesamt 15 Personen befinden sich derzeit in Haft oder wurden bereits zu rechtskräftigen mehrjährigen Freiheitsstrafen im hohen einstelligen Bereich verurteilt. Gegen 58 weitere Beschuldigte wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Vier Tatverdächtige werden aktuell mittels internationaler Haftbefehle gesucht.
Umfangreiche Ermittlungen seit Anfang 2024
Seit Beginn des Jahres 2024 führte das Büro zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität im Bundeskriminalamt gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich sowie dem Koordinierten Kriminaldienst des Bezirkspolizeikommando (BPK) Braunau umfassende Ermittlungen gegen die vorwiegend im Bundesland Salzburg agierende Tätergruppe. Diese setzte sich aus österreichischen, kroatischen und syrischen Staatsangehörigen zusammen.
Ausgangspunkt der Ermittlungen waren schwere Erpressungsdelikte zum Nachteil von Sportwagenhändlern in Braunau am Inn. Die Taten wurden von einem eigens beauftragten syrischen Staatsangehörigen ausgeführt, der darüber hinaus versuchte, Schusswaffen im kriminellen Milieu zu veräußern.
Im Zuge mehrmonatiger Strukturermittlungen – unter der federführenden Leitung der Staatsanwaltschaft Krems an der Donau – gelang es, eine im Hintergrund agierende, hochprofessionell organisierte Tätergruppe zu identifizieren, die über Monate hinweg den Kokainhandel im Raum Salzburg maßgeblich kontrollierte.
"Organisierte Kriminalität und der internationale Kokainhandel verursachen erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Schäden und gehen regelmäßig mit schwerer Gewalt einher. Die Operation ‚Duplex‘ zeigt, dass das Bundeskriminalamt solchen Tätergruppen mit aller Entschlossenheit entgegentritt. Ausschlaggebend für diesen Erfolg war auch hier konsequente Ermittlungsarbeit und die enge Kooperation mit unseren Partnern auf nationaler und internationaler Ebene sowie mit der Staatsanwaltschaft Krems an der Donau", erklärt Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes.
Schmuggelrouten und kriminelle Infrastruktur
Der Transport des Kokains erfolgte unter anderem mithilfe hochpreisiger Sportwagen. Mehrere Schmuggelfahrten führten ausgehend von Spanien entlang der Côte d’Azur bis nach Grödig im Bundesland Salzburg. Von dort wurde das Suchtgift durch sogenannte Subverteiler – darunter auch der zuvor genannte syrische Staatsbürger – im gesamten österreichischen Bundesgebiet weiterverkauft.
Neben dem Suchtgifthandel im großen Stil werden der Tätergruppe zahlreiche weitere schwerwiegende Straftaten zur Last gelegt. Dazu zählen Gewalt- und Sexualdelikte, Waffenschmuggel, Urkunden- und Dokumentenfälschungen sowie umfangreiche Geldwäschedelikte. Führende Mitglieder der Gruppierung unterhielten enge Kontakte zu serbisch-montenegrinischen Kartellen, von denen das Suchtgift bezogen wurde.
Millionenschäden und Sicherstellungen
Nach bisherigen Ermittlungen setzte die Tätergruppe Kokain im Gesamtwert von rund 10 Millionen Euro in Verkehr. Teile der illegalen Erlöse wurden über Firmengründungen, Investitionen in Luxusfahrzeuge sowie hochwertige Armbanduhren gewaschen und in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust.
Im Zuge der Ermittlungen konnten unter anderem zwei hochpreisige Sportwagen – darunter ein Maserati –, größere Mengen Kokain, mehrere Schusswaffen, ein Waffenversteck in Kroatien sowie zahlreiche Datenträger sichergestellt werden.
Besondere Ermittlungsherausforderungen
Eine besondere Herausforderung stellte der Umstand dar, dass nahezu alle Hauptbeschuldigten in der Vergangenheit als Informanten für Polizeibehörden in verschiedenen europäischen Ländern tätig gewesen waren. Dieses Insiderwissen nutzten sie gezielt, um Ermittlungen durch die Streuung von Falschinformationen zu behindern und konkurrierende Tätergruppen aus dem Geschäftsfeld zu verdrängen.
Durch intensive Observationsmaßnahmen und akribische Ermittlungsarbeit gelang es jedoch, diese Doppelgleisigkeiten offenzulegen und sämtliche führend beteiligten Personen schrittweise festzunehmen.
Internationale Festnahmen – Prozess in Salzburg
Nach der Festnahme eines flüchtigen Haupttäters in Dubai sowie der Überstellung eines weiteren Beschuldigten aus deutscher Strafhaft wurde dem inneren Kern der Tätergruppe am 12. Jänner 2026 am Landesgericht Salzburg der Prozess gemacht. Der Hauptangeklagte wurde zu 14 Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen die übrigen Kriminellen wurden Haftstrafen zwischen sechs und zehn Jahren verhängt. Die bislang ergangenen Urteile sind bis auf eine Ausnahme noch nicht rechtskräftig.