Internationales
Project A.S.S.E.T.: internationale Polizeiaktion im Kampf gegen Organisierte Kriminalität
Europol hat in Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden aus 31 Ländern sowie führenden Partnern aus der Privatwirtschaft die zweite Einsatzwoche des Projekts A.S.S.E.T. (Asset Search & Seize Enforcement Taskforce) abgeschlossen. Von 19. bis 22. Mai 2026 waren deshalb 40 Strafverfolgungsbehörden im Europol-Headquarter zu Gast - darunter Vermögensabschöpfungsstellen, Finanzermittlungsstellen (FIUs) und Spezialeinheiten, die sich auf Geldwäsche und organisierte Kriminalität konzentrieren.
Zwei Mitarbeiter des Referats Vermögenssicherung (Asset Recovery Offices - ARO), aus der Abteilung Wirtschaftskriminalität im Bundeskriminalamt, waren Teil der grenzüberschreitenden Ermittlungsoperation. Ziel war es, kriminelle Vermögenswerte aufzuspüren, deren Herkunft zu analysieren und die Grundlage für spätere Sicherstellungen und Einziehungen zu schaffen.
Die zwei vom Bundeskriminalamt entsandten Kollegen haben in der Operational Week insgesamt 44 Fälle anderer europäischer Polizeibehörden bearbeitet. Im Zuge der länderübergreifenden Zusammenarbeit konnten in Österreich ein Kfz, zwei Firmen und 51 Bankkonten ausgeforscht werden. Diese Treffer geben Grundlage für weitergehende Ermittlungen und dienen zur Vorbereitung von Sicherstellungsmaßnahmen. Aus ermittlungstaktischen Gründen werden dazu keine weiteren Informationen bekanntgegeben.
Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Behörden und Partnern aus dem Finanz- und Kryptowährungssektor
Das Projekt A.S.S.E.T. wurde von Eurojust, dem INTERPOL-Zentrum für Finanzkriminalität und Korruptionsbekämpfung (IFCACC) sowie wichtigen Partnern aus dem privaten Sektor der Finanzdienstleistungs- und Kryptowährungsbranche unterstützt. Auch die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) und die AMLA (Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche) nahmen an der Polizeiaktion teil.
Die vom Europäischen Zentrum für Finanz- und Wirtschaftskriminalität (EFECC) von Europol organisierte Initiative hat sich zu einem wesentlichen Bestandteil im weltweiten Kampf gegen schwere und organisierte Kriminalität sowie bei der Beschlagnahme von Vermögenswerten aus Straftaten entwickelt.
Internationale Ergebnisse der Operation
Die diesjährige Aktionswoche brachte bemerkenswerte Ergebnisse und demonstrierte die Wirksamkeit globaler Zusammenarbeit und moderner Ermittlungsmethoden. Mithilfe des Fachwissens von Strafverfolgungsbehörden und Partnern aus der Privatwirtschaft konnten zahlreiche kriminelle Vermögenswerte identifiziert und aufgespürt werden:
• 884 Bankkonten,
• 80 Unternehmen mit möglichem Bezug zu kriminellen Aktivitäten,
• 55 Krypto-Wallets,
• 74 Fahrzeuge sowie ein Schiff,
• 44 Immobilien identifiziert werden, davon sechs Objekte mit einem Gesamtwert von rund 5,64 Millionen Euro
• und zwei Tatverdächtige, von denen eine Person über ENFAST festgenommen wurde.
Der Gesamtwert der identifizierten Vermögenswerte ist derzeit Stand der weiteren Ermittlungen und Auswertungen der Ergebnisse. Aktuell wird er auf mehrere Millionen Euro geschätzt. "Diese Zahlen stellen einen bedeutenden Fortschritt bei den weltweiten Bemühungen dar, kriminelle Netzwerke zu zerschlagen und ihre illegalen Erlöse zu beschlagnahmen", sagt Direktor des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer.
Darüber hinaus lieferten die Ermittlungen wertvolle Erkenntnisse über neue Geldwäschemethoden und aktuelle Vorgehensweisen organisierter krimineller Netzwerke.