Internationales
Prümer Datenverbundsystem: Terrorismus und grenzüberschreitende Kri-minalität effektiv bekämpfen
Durch dieses Informationsverbundsystem können Fingerabdrücke und DNA-Profile in anonymisierter Form binnen weniger Minuten länderübergreifend gesucht werden. Dabei handelt es sich um Tatortfingerabdruckspuren und um Abdrücke, die zur Straftatenklärung oder Verhinderung von Straftaten erfasst wurden. In Österreich fungiert das Büro "zentraler Erkennungsdienst" im Bundeskriminalamt (BK) als nationale Kontaktstelle.
Die Verifizierung und Validierung der Fingerabdrücke erfolgen im jeweiligen anfragenden Staat. Erst bei einem bestätigten Treffer beginnt der internationale Schriftverkehr mit Interpol, Europol oder der SIRENE. Im Zuge dessen werden dann die Personendaten und weitere kriminalpolizeilich relevante Informationen zwischen den jeweiligen Ländern ausgetauscht.
Das Prümer Datenverbundsystem hat sich bisher als ausgesprochen effizient erwiesen. Seit dem Jahresende 2024 steht Österreich mit allen 26 EU-Staaten sowie mit dem EU assoziierten Staat Norwegen im Echtzeitaustausch.
Trotz des Brexits setzt Österreich die polizeiliche Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich fort. Dank eines Kooperationsvertrags zwischen der EU und Großbritannien bleibt der Datenaustausch im Bereich Fingerabdrücke (Prüm AFIS) in vollem Umfang aktiv.
"Prüm-like" Kooperation zwischen Österreich und den USA
Das sogenannte Police Cooperation Serious Crime (PCSC)-Abkommen von der österreichischen und amerikanischen Regierung wurde zu Beginn der 2010er Jahre in Wien unterzeichnet. Dieses Abkommen besiegelte eine vertiefende Zusammenarbeit zur Verhinderung und Bekämpfung von schweren transnationalen Straftaten sowie Terrorismus. Dabei wird ein automatisierter Austausch von daktyloskopischen Daten mittels Hit-/NO-Hit Verfahren vollzogen. Das PCSC-Abkommen ähnelt zudem dem "Prümer Vertrag", der 2005 von sieben EU-Mitgliedsstaaten - inklusive Österreich – unterzeichnet wurde, um den automatisierten Datenaustausch zwischen diesen Ländern einzuführen.
Bundeskriminalamt mit FBI-Datenbank vernetzt
2017 konnte Österreich als einer der ersten Staaten den Echtzeitdatenaustausch mit den USA aufnehmen. Dieser entwickelte sich rasch zu einem effizienten Werkzeug zur biometrischen Identifizierung einer Person - vor allem von Terrorverdächtigen. Der Abgleich mit dem FBI-AFIS in den USA darf bei Straftaten mit einer Strafdrohung von mehr als einem Jahr Freiheitsstrafe erfolgen. Die Zusammenarbeit ist allerdings auf den Onlineaustausch von Fingerabdruckdaten begrenzt.