Prävention

Wissen schützt – Kriminalprävention im Fokus

Eigentumsschutz, Gewaltschutz und Gewalt in der Privatsphäre, Kriminalprävention mit der Zielgruppe Jugendliche und Cybercrime stellen die vier Themengebiete der Kriminalprävention dar. Die verschiedenen Bereiche werden in den kommenden Wochen auf dieser Website vorgestellt. Den Startschuss markiert der Schutz vor Eigentumsdelikten.

Österreich gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Das ist vor allem der erfolgreichen Polizeiarbeit zu verdanken, sowohl in der Strafverfolgung als auch in der Prävention. Kriminelle Entwicklungen beschäftigen die Polizei seit jeher. Seit mehr als 50 Jahren stehen sie auch im Mittelpunkt der Kriminalprävention. Dabei befindet sich der direkte Kontakt von Präventionsfachleuten mit der Zivilbevölkerung an erster Stelle. Die Aufgabe der Kriminalprävention besteht darin, Straftaten im Vorfeld zu verhindern, in dem Taten von Kriminellen durch Information und Beratung der Bevölkerung verhindert werden. Das Ziel präventiver Maßnahmen ist es auch, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.

Erfolgskonzept auf drei Ebenen
Die erste Ebene der Kriminalprävention in Österreich bildet das Bundeskriminalamt. Hier finden Koordinierung sowie Servicierung, Ausbildung des Präventionspersonals und die internationale Vernetzung statt. Die zweite Ebene bilden die Beratungstätigkeiten der Präventionsfachleute der Landeskriminalämter. Die dritte Ebene stellen Polizeidienststellen der Landespolizeidirektionen, die sich auf Gemeindeebene mit der Bevölkerung vernetzen dar, damit diese die erlernten Maßnahmen und das erlernte Wissen umsetzen. Im Jahr 2024 wurden österreichweit rund 11.500 Maßnahmen im Eigentumsschutz gesetzt und damit etwa 94.000 Personen erreicht.

Die Rolle der Präventionsbeamtinnen und Präventionsbeamten
Österreichweit sind aktuell rund 600 speziell ausgebildete Präventionsbeamtinnen und Präventionsbeamte im Bereich Eigentumsschutz tätig. Bürgerinnen und Bürger sollen im Vorfeld für die Thematik sensibilisiert werden. Die Präventionsfachleute führen sicherheitstechnische sowie sicherheitsorientierte Beratungsgespräche durch und sprechen bedarfsorientierte Empfehlungen aus. Dabei spielt neben dem Einbruchsschutz auch die Rechtssicherheit, wie beispielsweise das Notwehrrecht, eine bedeutende Rolle.
Das Bundeskriminalamt ist für die Ausbildung der Präventionsbediensteten in den vier Themengebieten Eigentumsschutz, Gewaltschutz und Gewalt in der Privatsphäre, Kriminalprävention mit der Zielgruppe Jugendliche und Cybercrime verantwortlich. Jeder Fachbereich hat eine eigene Ausbildung. Im Zuge von eines Basis- und Aufbaumoduls werden die Beamtinnen und Beamten gezielt für die sicherheitspolizeilichen Beratungstätigkeiten mit der Bevölkerung vorbereitet.

Sicherheitspolizeiliche Beratungen für mehr Sicherheit
Jede Polizeidienststelle bietet kostenlose Präventionsberatungen an, bei denen individuelle Sicherheitstipps gemeinsam erarbeitet und besprochen werden. Im Fokus steht ebenfalls der Abbau von unbegründeten Ängsten. Die sicherheitspolizeiliche Arbeit passiert auf Augenhöhe, entweder in Einzelgesprächen oder in Gesprächen mit Personengruppen. Beratungstermine können an jeder Polizeidienststelle vereinbart werden. Beratungen können aber auch per Mail oder telefonisch durchgeführt werden, ebenso auf Messen, oder diversen Veranstaltungen oder bei Vorträgen.
Erfolge sind in der Kriminalprävention schwer messbar. Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass die Anzahl der Einbruchsdiebstähle in den Wohnraum in den letzten zehn Jahren gesunken ist. Sie zeigt auch, dass die Anzahl der vollendeten Delikte abgenommen hat und es öfter beim Versuch blieb. Dieses Ergebnis ist unter anderem auf die Entwicklung neuer und besserer Sicherheitsmethoden sowie auf die Eigeninitiative der Bürgerinnen und Bürger zurückzuführen, da sie Beratungen aufsuchen und sich aufgrund von Präventionsmaßnahmen und Kampagnen besser schützen.

Sechs Eigentumsdelikte im Überblick
Präventionsfachleute klären über Tatmotive, Hintergründe von Straftaten, Einbruchsmythen sowie über individuelle Sicherungsmaßnahmen auf.

Einbruch
Kriminelle suchen sich oftmals schlecht gesicherte Häuser oder Wohnungen, zu denen sie sich leicht und vor allem unbemerkt Zutritt verschaffen können. Bevorzugt stehlen sie Wertgegenstände wie Bargeld, Schmuck und kleine elektronische Geräte.

Bankanschlussdiebstahl
Dieses Diebstahldelikt findet unmittelbar nach der Bargeldabhebung durch das Opfer statt. Kriminelle beobachten die Behebungen genau und lenken ihre Opfer meist geschickt ab, um ihnen dann das behobene Geld oder viel mehr noch die gesamte Geldbörse zu stehlen.

Trickdiebstahl
Trickdiebinnen und Trickdiebe wirken vertrauenswürdig und arbeiten häufig in Gruppen. Das Opfer wird abgelenkt, wie etwa durch Anrempeln, Drängeln sowie durch Fragen nach dem Weg oder der Zeit, sodass das Delikt nicht auffällt.

Taschendiebstahl
Taschendiebinnen und Taschendiebe agieren häufig in kriminellen Kleingruppen und haben es auf Bargeld, Kredit- und Bankomatkarten, Mobiltelefone oder sonstige Wertgegenstände abgesehen. Erhöhtes Diebstahlrisiko besteht an öffentlichen Orten, an denen große Menschenmassen verkehren.

Kraftfahrzeugdiebstahl oder Einbruch ins Kraftfahrzeug
Einbrüche in Autos dauern oft nur wenige Sekunden. Kriminelle stehlen Wertgegenstände wie Taschen, Telefone, Bargeld oder Kreditkarten. Vor allem moderne Autos mit dem KEYLESS-GO-System sind von Kraftfahrzeugdiebstählen betroffen. Durch Signalverstärker kann die Reichweite eines KEYLESS-GO-Schlüssels elektronisch verlängert werden. Täter fangen das codierte Signal des Schlüssels ab und leiten es zum Fahrzeug weiter. Dem Fahrzeugsystem wird so vorgetäuscht, dass sich der Schlüssel beim Kraftfahrzeug befindet.

Fahrraddiebstahl
Fahrraddiebinnen und Fahrraddiebe haben es auf nicht oder schlecht gesicherte Fahrräder abgesehen. Sie verkaufen die Räder anschließend als Gebrauchtware weiter. Besonders in Ballungsräumen und Städten ist Vorsicht geboten.

Links:

Artikel Nr: 27816 vom Freitag, 28. Februar 2025, 11:05 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Share Facebook
Share Twitter

Zurück

Samstag, 24. Jänner 2026
Wien

Samstag, 24. Jänner 2026
Wien

Freitag, 30. Jänner 2026
Wien

Samstag, 14. Februar 2026
Wien

Samstag, 14. Februar 2026
Salzburg

zu den Terminen