Prävention

Gewaltschutz im Fokus

Das Büro 1.7 des Bundeskriminalamtes – Prävention als Auftrag – Schutz als Ziel

Das Thema Gewaltschutz ist innerhalb des Bundeskriminalamtes (BK) kein neues – aber es hat im Jahr 2024 eine neue organisatorische Verankerung gefunden.
"Das neu geschaffene Büro 1.7, hervorgegangen aus dem Büro für Kriminalprävention und Opferhilfe, legt seinen Fokus ganz klar auf die Verhinderung von Gewalt, bevor sie passiert. Prävention als Auftrag – Schutz als Ziel", so der stellvertretende Direktor des Bundeskriminalamtes Paul Marouschek.
Wichtig ist die Unterscheidung: Die strafrechtliche Bearbeitung von Gewaltdelikten wie Körperverletzung oder gefährliche Drohung erfolgt in der Abteilung 3 – Büro für allgemeine Kriminalität. Das Büro 1.7 hingegen beschäftigt sich mit der zweiten Seite der Medaille – der Prävention und dem Schutz potenziell Betroffener.

Die Tätigkeiten des Büros 1.7 – Ein Überblick
Ein zentraler Aufgabenbereich des Büros 1.7 ist der Gewaltschutz im privaten Umfeld, also Gewalt in der Privatsphäre (GiP). Hier liegt der Fokus auf der Entwicklung und Umsetzung von einheitlichen Ausbildungsstandards für die Grundausbildung in der Gewaltprävention. Darüber hinaus werden rund 50 Gewaltschutztrainerinnen und Trainer in ihrer Arbeit betreut und fachlich weiterentwickelt. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus ca. 1300 Präventionsbediensteten österreichweit, die in unterschiedlichsten Bereichen der Polizei tätig sind.

Das nationale Gewaltschutzgremium und die Arbeitsgruppe Gewaltschutz werden vom Büro 1.7 geleitet. Die international starke Vernetzung rundet das Paket ab – durch die Bearbeitung von Anfragen aus dem Ausland, Fachvorträge sowie durch den fachlichen Austausch mit internationalen Partnerbehörden.

Ein weiterer wesentlicher Aufgabenbereich ist die Organisation und Weiterentwicklung der sicherheitspolizeilichen Fallkonferenzen (SFK). Dabei übernimmt das Büro eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung von Richtlinien und Erlässen, bei der Koordination und Qualitätssicherung, in der Vernetzung mit relevanten Partnerorganisationen sowie bei der Erhebung und Auswertung statistischer Daten zu diesen interdisziplinären Maßnahmen.

Auch das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum bildet einen eigenen Schwerpunkt. Hier wurden zielgerichtete Präventionsprogramme entwickelt, die auf die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung abzielen. Thematisiert werden etwa das eigene Auftreten, Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung, präventives Verhalten im Alltag sowie Handlungsoptionen in Gefahrensituationen. Dieses Wissen wird in Workshops und Vorträgen der Bevölkerung – mit besonderem Fokus auf Mädchen und Frauen ab 16 Jahren – vermittelt. Die Schulung der Präventionsbediensteten zur Durchführung dieser Angebote wird ebenfalls zentral durch das Büro 1.7 koordiniert.

Aktuell befindet sich ein neues Programm zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz in Ausarbeitung. Ziel ist es, Maßnahmen zu entwickeln, die sich konkret auf die Sicherheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beziehen. Dabei geht es um rechtliche Grundlagen (z.?B. Hausordnung, Notwehr/Nothilfe, Sicherheitspolizeigesetz, Strafgesetzbuch), aber auch um verhaltensorientierte Inhalte wie sicherheitsbewusstes Verhalten, Risikowahrnehmung und Selbstbehauptung. Mit diesem Programm soll ein weiterer Beitrag zu einer umfassenden Präventionskultur geleistet werden.

Präventiven Maßnahmen im Bereich Gewaltschutz
Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit sind ein wesentlicher Bestandteil der Präventionsstrategie. Das Büro 1.7 beteiligt sich aktiv an nationalen Kampagnen wie dem "Tag der Kriminalitätsopfer", der Initiative "16 Tage gegen Gewalt" und organisiert jährlich den österreichischen Gewaltschutzgipfel. Mit der Kassabon-Aktion wurde zudem eine erfolgreiche Kampagne zur Sichtbarmachung von Hilfeeinrichtungen im Alltag umgesetzt. Laufend werden Inhalte zu Gewaltschutz, Selbstschutz und Prävention über die Social-Media-Kanäle der Polizei und Partnerorganisationen veröffentlicht.

Auch Vernetzung und fachlicher Austausch stehen im Zentrum der Arbeit. In regelmäßigen Fachzirkeltreffen werden Themen wie Gewalt in der Privatsphäre, Sicherheit im öffentlichen Raum und Sicherheit am Arbeitsplatz gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und NGOs diskutiert. Zusätzlich finden jährlich Vernetzungstreffen weiteren Stakeholdern statt – insbesondere mit dem Bundesministerium für Frauen, Familie und Jugend, den Gewaltschutzzentren und anderen relevanten Organisationen.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
"Gewaltschutz kann nur dann nachhaltig gelingen, wenn staatliche Stellen, NGOs und zivilgesellschaftliche Partner gemeinsam agieren", so Petra Warisch, interimistische Leiterin des Büros 1.7. Es wird daher ein enger Austausch mit Gewaltschutzzentren, Beratungsstellen für Gewaltprävention und zahlreichen Nichtregierungsorganisationen gepflegt. Der Blick über den Tellerrand, das Lernen voneinander und die gemeinsame Weiterentwicklung stehen dabei stets im Vordergrund.

Gewaltschutzbericht 2025 – aktuelle Zahlen und Entwicklungen
Ein zentrales Element der Arbeit des Büros 1.7 ist auch die laufende Analyse von Daten und Entwicklungen im Bereich des Gewaltschutzes. Die finalen Zahlen für das Jahr 2024 sind ab jetzt im Gewaltschutzbericht auf der Homepage des BK abrufbar.

Links:

Artikel Nr: 28316 vom Freitag, 18. Juli 2025, 11:03 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Share Facebook
Share Twitter

Zurück

Samstag, 14. Februar 2026
Wien

Samstag, 14. Februar 2026
Salzburg

Samstag, 21. Februar 2026
Wien

Samstag, 21. Februar 2026
Wien

Dienstag, 24. Februar 2026
Wien

zu den Terminen