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Achtung vor Betrugsanrufen

Aktuell treiben Betrüger mittels Call-Bot-Anrufen ihr Unwesen. Sie versuchen mit falschen Sachverhalten und Drohungen ihre Opfer am Telefon zu verängstigen und sie zur Überweisung ihres Bankvermögens zu verleiten.

Neben Fake-Mails, Polizisten- und Neffentricks versuchen Betrüger aktuell mittels Call-Bots ihre Opfer um ihr Bankvermögen zu bringen.

Bei Call-Bot-Anrufen bedienen sich die Täter bestimmter Computerprogramme, sogenannter "Call-Bots", um potenzielle Opfer anzurufen und sie mit einer Tonbandaufnahme in englischer Sprache zu konfrontieren. Hierbei ist die Nummer, die auf dem Display der Angerufenen erscheint, mit technischen Mitteln gefälscht und daher nicht rückverfolgbar. Die Opfer werden aufgefordert, eine bestimmte Tastenkombination zu drücken, um so misstrauische Personen, die bei solchen Anrufen sofort auflegen würden oder der englischen Sprache nicht mächtig sind, bereits im Vorfeld zu selektieren. Anschließend melden sich englischsprachige Täter, die sich als (Interpol-) Polizistinnen oder -Polizisten oder Parlamentsangehörige ausgeben. Dem Opfer wird dabei mitgeteilt, es wäre in strafbare Handlungen, wie etwa Geldwäsche, Betrugs-, Suchtmittel- oder Gewaltdelikte, verwickelt. Um sich selbst zu entlasten und wieder ein normales Leben – manchmal mit Verweis auf eine neue Identität – zu führen, wäre es unbedingt notwendig, das Geld zu überweisen. Auf die Nachfrage, warum englisch gesprochen würde, wird dem Opfer mitgeteilt, dass das so sein müsse, es sei ein internationaler Fall und es würden Beamtinnen oder Beamte von Europol mithören.

Die Täter agieren situationsangepasst und stellen sich auf das Opfer ein. Zu jedem Argument des Opfers erwidert der Täter ein passendes, plausibles Gegenargument. Er kann mitfühlend oder auch aggressiv klingen. Stets ist es jedoch so, dass die Angelegenheit besonders dringend ist und sofort erledigt werden muss. Dadurch wird Stress, Zeitdruck und Angst beim Opfer aufgebaut.

Durch die zeitnahe Auswertung der Call-Bot-Anrufe erzielte das Auswerteteam bereits Anfang des Jahres 2022 Erfolge: In enger Zusammenarbeit mit der Geldwäschemeldestelle des Bundeskriminalamtes konnten für österreichische Geschädigte rund 135.000 Euro zurückgeholt werden, die sich auf Money-Mule-Bankkonten befanden. Auf Grund der Erfolge des BK änderten die Täter ihre Arbeitsweise bezüglich des Lukrierens der Gelder und wechselten auf andere Vorgangsweisen. Da die Ermittlungen und das Folgen der Transaktionen aufwendig sind, ist gerade in diesen Fällen Information und Prävention der beste Schutz.

Die Kriminalprävention der Polizei rät daher:

• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Teilen Sie der Anruferin oder dem Anrufer mit,
dass es gerade ungünstig ist, und bieten Sie einen Rückruf an. Amtspersonen werden Verständnis haben, Kriminelle werden den Druck erhöhen, damit Sie nicht auflegen.

• Beenden Sie das Telefonat!

• Die Polizei übernimmt und verwahrt kein Bargeld oder Wertgegenstände für Sie.

• Die Polizei bittet Sie zu keiner Zeit um Überweisungen auf (ausländische) Bankkonten oder Bitcoin-Automaten.

• Seien Sie vorsichtig, wenn eine Anruferin oder ein Anrufer Sie nach Bargeld oder Wertgegenständen fragt, beziehungsweise auf Kontoguthaben anspricht. Beenden Sie in diesem Fall sofort das Gespräch!

• Werden Sie aufgefordert, eine Tastenkombination auf Ihrem Telefon einzugeben, beenden
Sie sofort das Telefonat!

Artikel Nr: 19760 vom Dienstag, 28. Juni 2022, 10:15 Uhr
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