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Daktyloskopie: Straftaten durch Fingerabdrücke aufklären

Präzise, zuverlässig und individuell: aufgrund dieser Eigenschaften ist die Daktyloskopie ein unverzichtbares Werkzeug bei der Personenidentifizierung und der Aufklärung von Verbrechen. Das Bundeskriminalamt (BK) hat zwei Referate zur Identifizierung von Fingerabdrücken, da diese häufig der entscheidende Beweis sind für die Überführung von Kriminellen - besonders bei Eigentums- und Gewaltdelikten.

Das Referat Zehnfingerdaktyloskopie befasst sich nach erkennungsdienstlichen Behandlungen mit der Identifizierung von Personen, während sich das Referat Spurendaktyloskopie mit der Zuordnung von daktyloskopischen Tatortspuren zu den Spurenverursachern beschäftigt.

Finger- und Handflächen haben Papillarleisten, die beim Greifen oder Stützen einen Abdruck hinterlassen. Wird so ein Abdruck an einem Tatort gefunden, spricht man von einer daktyloskopischen Tatort-spur, die bei Vorhandensein von Referenzmaterial aus einer erkennungsdienstlichen Behandlung eindeutig einer Person zugeordnet werden kann. Im Zuge einer solchen erkennungsdienstlichen Behandlung werden biometrische Daten wie Fingerabdrücke erfasst, um die Identität einer Person festzustellen oder Beweismittel für die Aufklärung von Straftaten zu sichern.

Fingerabdruckverfahren als Schlüssel zur Identität
Die Daktyloskopie ist das sicherste und bewährteste Verfahren zur Identifizierung von Personen im Allgemeinen und von Verursachern von Finger- und Handflächenspuren am Tatort. Sie basiert auf drei Parametern, die ausschließlich bei daktyloskopischen Daten existieren: Einmaligkeit, Unveränderlichkeit der Hautleisten und dem Grundsatz der Klassifizierbarkeit.

Im Vergleich zu anderen biometrischen Verfahren bietet die Daktyloskopie hundertprozentige Sicherheit bei der Identifikation. Sogar eineiige Zwillinge weisen unterschiedliche Fingerabdrücke beziehungsweise Hautleistenmuster auf, obwohl sie dieselbe DNA haben.

Kleine Linien mit großer Bedeutung
Das charakteristische Muster der Papillarleisten, die Linien, in den Fingerendgliedern spielt in der Daktyloskopie eine entscheidende Rolle. Innerhalb dieser Muster gibt es kleine charakteristische Merkmale, sogenannte Minutien, wie beispielsweise Gabelungen und Inseln.

Fingerabdrücke bestehen aus einzigartigen Mustern von Linien und Furchen, die auf der Haut der Fingerkuppen jedes Menschen zu finden sind und von der Geburt bis zum Tod unverändert bleiben. Selbst eine Verletzung oder Narbenbildung verändert das grundlegende Muster nicht. Fingerabdrücke können zudem auch nach vielen Jahren noch auf Oberflächen erhalten bleiben, was eine nachträgliche Aufklärung alter Fälle ermöglicht.

Die vollständige Ausbildung der Papillarleisten erfolgt bereits im Embryonalstadium. Diese sind einmalig, unveränderlich und wachsen immer gleich nach. Selbst nach dem Tod dienen sie der Polizei bis zu Zeitpunkt der Körperauflösung zur Identifizierung der Leiche.

Artikel Nr: 30273 vom Mittwoch, 6. Mai 2026, 10:21 Uhr
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