Prävention

Ganzjährig vor Wohnraumeinbrüchen schützen

127 weniger Dämmerungseinbrüche als in der Saison vor Covid-19. Prävention und gezielte Schwerpunktstreifen und Analysemaßnahmen der Polizei zeigen Wirkung.

Zwischen 1. November 2022 und 31. Jänner 2023 kam es in Österreich zu 992 Dämmerungseinbrüchen (davon 330 Versuche). Das ist zwar eine erhebliche Steigerung von 682 Einbrüchen zum Vorjahr, aber die Saison 2021/2022 kann aufgrund der Covid-19-Beschränkungen nicht als Referenzjahr herangezogen werden. Ein Vergleich mit dem Jahr vor der Pandemie zeigt einen Rückgang der Delikte um 11,3 Prozent.

Analyse und Prävention

Das Bundeskriminalamt analysiert tagesaktuell auftretende Hotspots. Diese Analysen werden anschließend den Landespolizeidirektionen zur Verfügung gestellt, die darauf aufbauend auf verstärkte Streifentätigkeit setzen.
Die Bevölkerung zu mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit aufzurufen, ist ein wichtiger Punkt in der Präventionsarbeit. Ebenso ist es bedeutend, den Menschen die Scheu vor Wahrnehmungsmeldungen bei der Polizei zu nehmen, denn nur durch die Mithilfe der Bevölkerung können Delikte verhindert und Kriminelle gefasst werden.

Wohnraumeinbrüche sind ein ganzjähriges Phänomen

Die Kriminalanalyse zeigt, dass Einbrüche selbstverständlich nicht nur in der Dämmerung und im Winter stattfinden. In der warmen Jahreszeit nutzen Kriminelle die Vormittagsstunden zwischen 10 und 13 Uhr, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner meist außer Haus sind, für Einbrüche in Wohnräumlichkeiten. Zu den Tatorten zählen Wohnungen und Wohnhäuser, die für die Täter die "günstige Gelegenheit" bieten. Gekippte Fenster, ungesicherte Eingangstüren oder offensichtliche Abwesenheit der Eigentümerinnen und Eigentümer wirken einladend. Das Eindringen in schlecht gesicherte Objekte dauert wenige Sekunden.
Um ganzjährig Einbrüche in Wohnräumlichkeiten möglichst zu verhindern, gibt die Kriminalprävention Tipps, wie man sich bestmöglich vor diesem Delikt schützen kann.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Einbruchsdelikten vorzubeugen. Mechanischer Widerstand in Form von einbruchshemmenden Türen und Fenstern sind entscheidend, weil sie für Täter einen unverhältnismäßigen Zeitaufwand bedeuten.

Die Polizei empfiehlt:

• ÖNORM B5338 geprüfte Sicherheitstüren der Widerstandsklasse 3 bieten im Privatwohnbereich ausreichenden Widerstand. Erkundigen Sie sich über Förderungen in Ihrem Bundesland!
• Sicherheitsfenster der Widerstandsklasse 2 sollten mit einer Pilzzapfenverriegelung an mehreren Stellen und bruchsicherer Verglasung beziehungsweise Folierung ausgestattet sein.
• standartmäßig verbaute Türen und Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren können preisgünstig nachgerüstet werden. Fenster können mit verschließbaren Griffen und Aushebesicherungen nachgerüstet werden.
• Der Schließzylinder bei Eingangstüren sollte vom Schließblech gegen Abreißen geschützt sein, ein zusätzliches Schloss könnte ein weiteres Hindernis darstellen. Jeder Teil des Schloßzylinders, den man mit den Fingern angreifen kann, kann mit einfachstem Werkzeug abgerissen werden.
• Eine Alarmanlage kann als sinnvolle Ergänzung zur Eigenheimsicherheit beitragen. Die Polizei empfiehlt dabei die Berücksichtigung bei der Planung oder Renovierung des Eigenheims. Die Bedienung sollte die Anwenderin oder den Anwender nicht überfordern.

Darüber hinaus empfiehlt die Polizei den Hausverstand zu nutzen:

• Gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe sind sehr wichtig. Hohe Aufmerksamkeit und Zusammenhalt schrecken Täter ab.
• Vermeiden Sie Zeichen der Abwesenheit! Leeren Sie Briefkästen und beseitigen Sie Werbematerial. Es soll kein unbewohnter Eindruck entstehen. Bei längerer Abwesenheit sollte eine Vertrauensperson oder Nachbarn regelmäßig nach dem Rechten sehen.
• Schließen Sie Fenster, Terrassen- und Balkontüren auch bei nur kurzer Abwesenheit und lassen sie diese nie gekippt!
• Auch Alarmanlagen und Schließvorrichtungen sollten bei nur kurzer Abwesenheit zur Anwendung kommen.
• Verwenden Sie bei Abwesenheit in den Abendstunden Zeitschaltuhren, die Lampen oder Radiogeräte aktivieren! Auch ein TV-Simulator kann den Eindruck erwecken, dass jemand zu Hause ist.

Artikel Nr: 22563 vom Donnerstag, 23. März 2023, 10:23 Uhr
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