Prävention
Kfz-Diebstahl im Wandel
Zehn bis 20 Sekunden braucht ein "Profi", um ein Auto zu stehlen. Wer es nur auf den Inhalt des Fahrzeugs abgesehen hat, benötigt mit dem Einbruch der Seitenscheibe noch weniger Zeit. Kriminelle beobachten die Umgebung meist vorab und sehen von gesicherten Fahrzeugen ab.
Die Autotür aufbrechen und die Zündung kurzzuschließen ist allerdings Geschichte. Moderne Autodiebinnen und Autodiebe sind an die fortschreitende Technisierung angepasst. Die gängigen Kfz-Diebstahls-Methoden finden Sie im Link am Ende.
Der Kfz-Diebstahl hat sich auch statistisch gesehen im vergangenen Jahrzehnt stark verändert. Während 2014 die Zahl der Kfz-Diebstähle noch 3.356 betrug, ist 2024 die Anzahl der Delikte auf etwa die Hälfte, 1.871, gesunken. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten die modernen Sicherheitssysteme neuer Fahrzeuge, die letztere für Diebe weniger attraktiv machen. So schrecken insbesondere die in vielen Kfz verbauten GPS-Sender und die damit verbaute Ortungsmöglichkeit potentielle Langfinger ab. Letztendlich wirkt sich auch der Fortschritt bei der Fahrzeugidentifizierung und die internationale Fahrzeugfahndung positiv auf die Aufklärungsquote aus.
Diebstahl von Kfz-Einzelteilen: weniger Risiko und trotzdem Gewinn
Das Referat ermittelt aber nicht nur zum Fahrzeug-Diebstahl, sondern auch zum Diebstahl einzelner Kfz-Teile. Stoßstangen, Scheinwerfer, Autotüren und Co. sind nicht nummeriert und damit kaum identifizierbar. Der Verkauf von Autoteilen ist relativ einfach, zumindest einfacher als ein komplettes Auto mit gefälschten Papieren auszurüsten.
Während professionelle Diebinnen und Diebe Autoreparaturwerkstätten als Auftraggeber und Hehler haben, bieten amateurhafte Kriminelle die Einzelteile auf Verkaufsplattformen wie Ebay oder Willhaben an. Es gibt zwei Arten der Begehung von Teildiebstahl. Die Vorgehensweise von professionellen Banden ist es einerseits das Auto zuerst zu stehlen und später in seine Einzelteile zu zerlegen, die dann getrennt am Markt verkauft werden. Andererseits bauen sowohl Einzeltäterinnen und Einzeltäter als auch professionelle Banden die vorgesehenen Teile am Abstellplatz des Fahrzeuges ab. Beliebte Tatorte für den Autoteilediebstahl sind Garagen, Parkplätze und Züge, die Neufahrzeuge überführen.
Das Kfz-Referat im Bundeskriminalamt beteiligt sich aber auch bei internationalen Maßnahmen zur Bekämpfung des Kfz-Diebstahls. Das Referat führt zudem sowohl Auswertung als auch Clearing der Falldaten im Bereich des Kfz-Teilediebstahls durch, sodass ein aktualisiertes Lagebild abrufbar ist.
Tipps der Kriminalprävention zum Kfz-Diebstahl:
• Stellen Sie Fahrzeuge, wenn möglich in bewachten oder stark frequentierten Bereichen ab!
• Sperren Sie Fahrzeug immer, auch bei kurzem Verlassen ab (Tankstellen!)!
• Schließen Sie Fenster, Türen, das Schiebedach und das Faltdach bei Cabrios!
• Lassen Sie den Wagen nie mit laufendem Motor stehen!
• Deponieren Sie Autopapiere, Bargeld, Kreditkarten, Handys, Tablets, Navigationsgeräte oder andere Wertgegenstände nicht im Handschuhfach oder auf dem Rücksitz!
• Bewahren Sie den Reserveschlüssel nicht im Fahrzeug auf!
• Sichern Sie am Autodach montiertes Ladegut!
Präventionstipps für KEYLESS GO-Autos:
• Schließen Sie Ihr Fahrzeug auch zu Hause, im Carport oder in der Garageneinfahrt ab!
• Verwahren Sie den KEYLESS Schlüssel nicht in unmittelbarer Nähe der Haus- oder Wohnungseingangstüre! Eine sogenannte "Faraday-Box" kann den Schlüssel zusätzlich vor dem Abgreifen der Funkwellen schützen.
• Prüfen Sie Ihre Schlösser regelmäßig auf mechanische Funktionstüchtigkeit!
• Alarmanlagen sollten nur von Fachwerkstätten eingebaut werden!
• Ein Schalter, der die Stromzufuhr unterbricht, kann die unrechtmäßige Inbetriebnahme verhindern. Dieser sollte so verbaut sein, dass man ihn nicht gleich findet.
• Es gibt verschiedene mechanische Sicherungen wie Sperrstöcke oder Sperrstangen mit akustischem Alarm mit denen man verschiedene Bedienteile des Autos sichern kann.
• GPS-Ortungs-Systeme ermöglichen Ihnen jederzeit den Standort des Fahrzeuges herauszufinden!
• App-Lösungen bieten die Möglichkeit der sofortigen Verständigung im Falle einer unbefugten Inbetriebnahme!