Kriminalitätsbekämpfung
Joint Aktion Days zur Bekämpfung der Arbeitsausbeutung
Vom 31. Mai bis 6. Juni 2021 fanden europaweit Schwerpunktaktionen zur Bekämpfung des Menschenhandels zum Zweck der Arbeitsausbeutung statt. In Österreich wurden sieben Personen festgenommen und 22 Opfer identifiziert.
Arbeitsausbeutung und Zwangsarbeit sind Formen des Menschenhandels. Betroffen sind meist Branchen, in denen Personen mit niedrigen Qualifikationen arbeiten, wie im Bau- oder Gastgewerbe. Kriminelle nutzen nicht nur die mangelnde Ausbildung ihrer Opfer, sondern auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die viele in finanzielle Notsituationen brachte, für ihren Profit.
Schwerpunktaktionen
Zwischen 31. Mai und 6. Juni 2021 wurden im Rahmen von EMPACT (European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats) europaweite Schwerpunktaktionen zur Bekämpfung des Menschenhandels zum Zwecke der Arbeitsausbeutung durchgeführt. Das Ziel ist, die möglichen Opfer von Menschenhandel, Zwangsarbeit oder Arbeitsausbeutung zu erkennen und die Opferbetreuung und den Opferschutz einzuleiten sowie die international agierenden kriminellen Organisationen nachhaltig zu zerschlagen. Insgesamt nahmen 23 Länder an der von Europol koordinierten Aktion teil. Dabei wurden 229 Personen festgenommen, davon 73 wegen Menschenhandels und 630 mögliche Opfer von Menschenhandel identifiziert. Insgesamt wurden 4.897 Örtlichkeiten kontrolliert, 16.532 Kraftfahrzeuge und 56.251 Personen überprüft, wodurch über 700 neue Ermittlungen eingeleitet wurden, 150 im Zusammenhang mit Menschenhandel.
Bilanz Österreich
In Österreich wurden die Maßnahmen vom Bundeskriminalamt in Kooperation mit den Landeskriminalämtern und den nachgeordneten regionalen Dienststellen sowie mit Unterstützung der Finanzpolizei und der Arbeitsinspektorate umgesetzt. Der Schwerpunkt wurde in Österreich auf Kontrollen in Bau- und Gastgewerbe gelegt. 154 Beamtinnen und Beamte waren in diesem Zeitraum im Einsatz und führten 368 Personen-, 83 Lokal und zwölf Fahrzeugkontrollen durch. Insgesamt wurden 22 Opfer, darunter 17 weibliche und fünf männliche, identifiziert, die aus Moldawien, Rumänien, China und Guinea stammen. Sieben Personen konnten festgenommen werden, weitere Ermittlungen sind noch im Gange. Zudem kam es zur Sicherstellung von 14 Mobiltelefonen und sieben gefälschten Dokumenten sowie 32.000 Euro an Bargeld.