Internationales
Operation "Global Chain" – erfolgreiche Bilanz nach internationalem Schlag gegen Menschenhandel
Die internationale Operation Global Chain", durchgeführt vom 1. bis 6. Juni 2025 unter der Leitung von Österreich und Rumänien, stellte einen bedeutenden Schlag gegen weltweit vernetzte Menschenhändlernetzwerke dar. Ziel der Aktion war es, kriminelle Strukturen zu zerschlagen, Opfer zu schützen und Folgeermittlungen einzuleiten. 43 Länder waren an der Operation beteiligt, die zu insgesamt 520 Festnahmen führte.
Die Operation "Global Chain" wurde unter dem Dach von Europol, Frontex und INTERPOL koordiniert. Rund 15.000 Einsatzkräfte weltweit kontrollierten insgesamt:
• 924.392 Personen
• 842.281 Ausweisdokumente
• 181.954 Fahrzeuge
• 20.783 Standorte
• 5.745 Flüge und Schiffe
Ein Koordinationszentrum wurde im Frontex-Hauptquartier in Warschau eingerichtet, wo Echtzeitdaten gesammelt und analysiert wurden. Europol stellte Expertenteams zur Verfügung, die rund um die Uhr mitarbeiteten. INTERPOL ermöglichte Zugänge zu internationalen Datenbanken und lieferte ebenfalls operative Unterstützung.
"Mit der Operation "Global Chain" wird erneut deutlich, dass Menschenhandel eine internationale Bedrohung darstellt und nur durch grenzüberschreitende Kooperation bekämpft werden kann. Ich gratuliere allen Beteiligten für die ausgezeichnete Arbeit", betonte der stellvertretende Direktor des Bundeskriminalamtes Paul Marouschek.
Österreich in führender Rolle – intensive Ermittlungen und Kontrollen
Österreich trug eine tragende Rolle bei der Koordination und Durchführung der angelegten Schwerpunktaktion. Neben dem Bundeskriminalamt beteiligten sich auch die Landeskriminalämter aus den Bundesländern. 343 österreichische Exekutivbedienstete waren insgesamt dabei im Einsatz. Im Bundesgebiet wurden 49 Kontrollstellen eingerichtet, 88 Flugbewegungen überwacht und 5.157 Personen überprüft. Zusätzlich kontrollierte die Polizei 330 Fahrzeuge, 1.508 Ausweisdokumente und 258 Objekte, darunter Firmen, Anlagen und Wohnungen.
In Österreich konnten im Rahmen der Operation 209 potenzielle Opfer identifiziert und unterstützt werden. Die meisten waren Frauen ab 18 Jahren, die Opfer von sexueller Ausbeutung wurden oder zum Sozialleistungsbetrug gezwungen wurden. Viele dieser Frauen wurden mit der sogenannten "Lover-Boy-Methode" in Abhängigkeit gebracht, manipuliert und in die Prostitution gedrängt. In einigen Fällen wurden sie gezwungen, Kunden zu bestehlen oder unter Androhung von Gewalt diese an abgeschiedene Orte zu locken, um sie dort auszurauben.
Sichergestellte Vermögenswerte in Österreich
Im Zuge der österreichischen Einsätze konnten erhebliche Vermögenswerte sichergestellt werden, darunter:
• 11.000 Euro aus Drogenhandel
• 3.340 Euro im Zusammenhang mit Prostitution
• 557 Gramm Cannabis, 267 Gramm Kokain
• 16 Mobiltelefone
• eine illegale Schusswaffe
Zerschlagung international agierender Tätergruppe
Ein Ermittlungsschwerpunkt lag auf einer Tätergruppe aus Rumänien, die bereits in mehreren EU-Mitgliedstaaten im Bereich der sexuellen Ausbeutung und Zwangskriminalität aktiv war. In Österreich wurden zehn mutmaßliche Menschenhändler festgenommen. Zudem wurden fünf ungarische und ein rumänischer Staatsangehöriger wegen illegalen Aufenthalts, ein serbischer Staatsbürger wegen Drogenhandels sowie zwei weitere Rumänen wegen Betrugs im Prostitutionsumfeld festgenommen.
Insgesamt wurden 182 neue Ermittlungsverfahren angestoßen – davon neun mit direktem Österreich-Bezug (sechs nationale und drei internationale Ermittlungen).