Betrug

Achtung: Betrugsmasche "Handmade-Jobs" in sozialen Medien nimmt zu

Kriminelle locken auf Social Media Plattformen aktuell vermehrt mit vermeintlich lukrativen "Handmade-Jobs" und verleiten ihre Opfer schrittweise zu immer höheren Überweisungen. Der Schaden, der durch diesen Betrugsmodus in Österreich verursacht wurde, liegt bereits im niedrigen einstelligen Millionenbereich.

Wie genau gehen Betrügerinnen und Betrüger vor?
Nach einer Kontaktaufnahme über WhatsApp werden die Opfer in Telegram-Gruppen eingeladen, in der angebliche Aufträge geteilt werden. Dort werden sie dazu aufgefordert, kleinere Überweisungen für den Erwerb dieser Produkte zu tätigen und Produkte zu liken. Die Geldbeträge werden auf einem eigenen "Handmade-Shop-Bankkonto" gutgeschrieben. Da in dieser Phase tatsächlich erste Auszahlungen erfolgen, entsteht eine Vertrauensbasis zwischen den Opfern und den Betrügerinnen und Betrügern. Den Opfern wird also vermittelt, dass es sich um ein seriöses und funktionierendes Geschäftsmodell handelt.

Mehr Aufträge, mehr Überweisungen
Im weiteren Verlauf der Betrugsmasche werden Betroffene dazu aufgefordert, eigenes Geld auf ihr "Handmade-Konto" einzuzahlen, um höherwertigere Aufträge durchführen und größere Provisionen erzielen zu können.
Die Opfer werden dann zu einer vermeintlichen VIP-Gruppe auf Telegram hinzugefügt, in der mehr Aufgaben sowie immer höhere Überweisungen verlangt werden. Teilweise fordern die Kriminellen auch Kryptozahlungen oder die Eröffnung von Krypto-Wallets. Die Kriminellen geben dann vor, dass die Aufträge nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurden und fordern Reparaturaufträge, um die vermeintlich gemachten Fehler zu beheben. Häufig sind diese mit deutlich höheren Einzahlungen verbunden.

Betrügerinnen und Betrüger bauen Druck auf
Wollen die Opfer die Einzahlungen beenden oder die Auszahlung ihres "Handmade-Shop-Kontos" beziehungsweise ihres virtuellen Provisionskontos veranlassen, werden sie von den Kriminellen massiv unter Druck gesetzt. Sie behaupten, dass die bisher einbezahlten Geldbeträge und die angeblich erwirtschafteten Provisionen verloren gehen, wenn die Aufgaben nicht vollständig abgeschlossen werden würden. Manchmal werden die Opfer auch dazu aufgefordert, ihren Überziehungsrahmen bei der Bank zu erhöhen oder Kredite aufzunehmen.

Empfehlungen der Kriminalprävention
• Seien Sie bei vermeintlich lukrativen Heimarbeitsangeboten in sozialen Medien besonders vorsichtig!
• Lassen Sie Arbeitsverträge von der Arbeiterkammer prüfen!
• Überweisen Sie niemals eigenes Geld, um eine Tätigkeit aufnehmen oder Provisionen freischalten zu können!
• Lassen Sie sich nicht durch Zeitdruck oder angebliche Fristen zu Zahlungen verleiten!
• Erhöhen Sie auf Aufforderung unbekannter Personen niemals Ihren Überziehungsrahmen und nehmen Sie keine Kredite für Online-Aufträge auf!
• Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Angehörigen oder Vertrauenspersonen!

Empfehlungen im Schadensfall
• Kontaktieren Sie sofort Ihren Zahlungsanbieter, um die Zahlung möglicherweise rückgängig zu machen!
• Sichern Sie Beweismittel, wie zum Beispiel E-Mails, Screenshots und Zahlungsdaten!
• Erstatten Sie eine Anzeige bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle und bringen Sie alle gesicherten Beweise mit!

Artikel Nr: 30851 vom Donnerstag, 29. Oktober 2026, 15:29 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Share Facebook
Share Twitter

Zurück

Samstag, 6. Februar 2027
Salzburg

zu den Terminen