Internationales
Österreich an europaweiter Schwerpunktaktion gegen grenzüberschreitende Kfz-Kriminalität beteiligt
Rund 4.600 Personen und Fahrzeuge österreichweit kontrolliert – vier Fahrzeuge sichergestellt – Bundeskriminalamt koordiniert internationalen Fahndungsschwerpunkt in Kärnten
Im Rahmen der europaweiten Schwerpunktaktion "Joint Action Days Mobile 9" (JAD Mobile 9) beteiligte sich Österreich vom 28. September bis 9. Oktober 2026 an verstärkten Maßnahmen zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kfz-Kriminalität. Unter der nationalen Koordination des Bundeskriminalamtes, insbesondere des für Kfz-Kriminalität zuständigen Referates im Büro 3.2, wurden österreichweit rund 4.600 Personen und Fahrzeuge kontrolliert. Dabei konnten vier Fahrzeuge sichergestellt und fünf Festnahmen nach dem Fremdenpolizeigesetz durchgeführt werden. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten gezielte Fahndungsmaßnahmen entlang wichtiger Transitrouten in Kärnten.
Die von Europol und Frontex im Rahmen der Europäischen multidisziplinären Plattform gegen kriminelle Bedrohungen (EMPACT) initiierte und koordinierte Aktion vereinte 30 teilnehmende Staaten sowie internationale Partnerorganisationen. Im Mittelpunkt standen die Bekämpfung des organisierten Fahrzeugdiebstahls, die Verschiebung gestohlener Fahrzeuge über internationale Grenzen, der Diebstahl von Fahrzeugteilen, landwirtschaftlichen Maschinen und Booten sowie damit verbundene Dokumentenfälschungen.
"Organisierte Kriminalität bekämpft man nicht im Alleingang. Gerade bei der grenzüberschreitenden Kfz-Kriminalität braucht es ein enges Zusammenspiel zwischen nationalen Ermittlungsbehörden und internationalen Partnern. Mit gemeinsamen Schwerpunktaktionen erhöhen wir den Kontrolldruck, erschweren die Verschiebung gestohlener Fahrzeuge und stärken die Sicherheit über Staatsgrenzen hinweg", sagt Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes.
Bundeskriminalamt koordiniert Fahndungsschwerpunkt in Kärnten
Das im Bundeskriminalamt angesiedelte Fachreferat für Kfz-Kriminalität (II/BK/3.2.6) koordinierte gemeinsam mit weiteren Organisationseinheiten des Bundeskriminalamtes und dem Landeskriminalamt Kärnten einen gezielten Fahndungsschwerpunkt vom 2. bis 5. Oktober 2026 im Grenzgebiet zu Italien und Slowenien.
Die Kontrollmaßnahmen konzentrierten sich auf neuralgische Verkehrsknotenpunkte und internationale Transitrouten, insbesondere auf die Grenzübergänge Arnoldstein (A2) und Rosenbach/Karawankentunnel (A11) sowie die Kontrollplätze Haimburg und Weißenstein entlang der Autobahnen A2 und A10.
Hintergrund der gezielten Maßnahmen waren kriminalpolizeiliche Erkenntnisse, wonach Österreich sowohl Herkunftsland gestohlener Fahrzeuge als auch wichtiges Transitland für deren Verschiebung in internationale Absatzmärkte ist. Kriminelle Netzwerke nutzen grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen, um gestohlene, teilweise bereits manipulierte Fahrzeuge in andere Staaten zu verbringen.
An den Kontrollen beteiligten sich neben dem Bundeskriminalamt und dem Landeskriminalamt Kärnten auch die Kfz-Forensik des Bundeskriminalamtes, die Soko Kfz sowie spezialisierte Kfz-Ermittlerinnen und -Ermittler der Landespolizeidirektionen Wien, Oberösterreich, Steiermark und Tirol. Unterstützt wurden die Maßnahmen durch örtliche Polizeikräfte, die ASFINAG sowie Kontrollteams des Bundesministeriums für Finanzen, die unter anderem Gepäckscanner und Diensthunde einsetzten.
Im Rahmen des deutsch-österreichischen Polizeikooperationsvertrages unterstützte zudem ein Beamter der Bayerischen Grenzpolizeiinspektion Piding die Schwerpunktkontrollen.
Vier Fahrzeuge sichergestellt – fünf Festnahmen
Im Zuge der österreichweiten Schwerpunktmaßnahmen wurden rund 4.600 Personen und Fahrzeuge kontrolliert. Dabei konnten insgesamt vier Fahrzeuge sichergestellt werden, die im Zusammenhang mit unterschiedlichen Formen der Kfz-Kriminalität standen:
• Kärnten: Sicherstellung eines Audi Q8 wegen des Verdachts der Leasingveruntreuung.
• Salzburg: Sicherstellung eines in Deutschland veruntreuten Audi A6, der unter Verwendung gestohlener Blankodokumente zugelassen und anschließend über eine Gebrauchtwagenplattform verkauft worden war.
• Oberösterreich: Sicherstellung eines Audi A5 Sportback im Zusammenhang mit einer Unterschlagung in Deutschland.
• Tirol: Sicherstellung eines Audi R8 Coupé aufgrund einer Mietwagenveruntreuung in Deutschland.
Darüber hinaus wurden in Kärnten gefälschte italienische Kennzeichentafeln und in Niederösterreich eine geringe Menge Cannabis sichergestellt. In Oberösterreich wurde zudem eine kriminalpolizeiliche Wahrnehmung wegen des Verdachts des Diebstahls originalverpackter E-Bikes dokumentiert.
Im Rahmen der Kontrollen kam es außerdem zu fünf Festnahmen und vier Anzeigen nach dem Fremdenpolizeigesetz. Weitere Maßnahmen betrafen die Bekämpfung illegaler Migration.
Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel zur Bekämpfung organisierter Kfz-Kriminalität
Neben der operativen Koordination in Österreich unterstützte das Bundeskriminalamt die internationale Zusammenarbeit unmittelbar: Eine Vertreterin des Referates II/BK/3.2.6 wurde in das Frontex-Koordinationszentrum nach Warschau entsandt, um dort am grenzüberschreitenden Informationsaustausch und an der Abstimmung der Einsatzmaßnahmen mitzuwirken.
Die europaweite Schwerpunktaktion verdeutlichte erneut die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen nationalen Sicherheitsbehörden, spezialisierten Ermittlungsdienststellen und internationalen Partnerorganisationen. Insbesondere bei der Identifizierung manipulierter Fahrzeuge, der Aufdeckung gefälschter Dokumente und der Nachverfolgung internationaler Verschiebungsrouten ist ein rascher Informationsaustausch entscheidend.