Kriminalitätsbekämpfung
Bankomatsprengernetzwerke im Visier der Strafverfolgungsbehörden – 14 Festnahmen!
Bei der Pressekonferenz am 31. Juli 2025 präsentierten der Direktor des Bundeskriminalamtes, die Staatsanwaltschaft Wien und das Landeskriminalamt Wien gemeinsam erste Ermittlungserfolge im Kampf gegen Bankomatsprengungen. Im Zentrum steht ein klarer Erfolg polizeilicher Ermittlungsarbeit: 14 Festnahmen, zahlreiche Sicherstellungen und eine enge internationale Kooperation zur Bekämpfung hochprofessionell agierender Tätergruppen.
"Die koordinierten Ermittlungen der AG Bankomat haben in kurzer Zeit zu beachtlichen Erfolgen geführt – doch das war erst der Anfang. Wir werden weiterhin mit voller Konsequenz diese gefährliche Form der Kriminalität bekämpfen. Der Schulterschluss im Rahmen des Bankengipfels zeigt ebenfalls Wirkung. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für ihre ausgezeichnete Kooperation und bei meinen Kriminalistinnen und Kriminalisten für Ihre ausgezeichnete Arbeit", betonte der Direktor des Bundeskriminalamtes Andreas Holzer.
Gezielte Ermittlungen – erfolgreiche Bilanz
Seit Jahresbeginn 2025 wurden in Österreich 26 Einbruchsdiebstähle durch Sprengung von Geldausgabeautomaten verübt. In 12 Fällen blieb es beim Versuch, doch der Sachschaden und das Gefährdungspotenzial für Unbeteiligte sind enorm. Die Täterinnen und Täter agieren arbeitsteilig und hochgradig organisiert, oft mit klarer Rollenzuweisung – etwa als Sprenger, Logistiker oder Verbindungspersonen.
Dank intensiver Ermittlungen konnten bis dato:
• 24 Beschuldigte und 9 Verdächtige identifiziert werden
• 14 Personen festgenommen werden
• 12 Hausdurchsuchungen durchgeführt werden (davon sechs in den Niederlanden)
Zudem wurden bedeutende Sachbeweise sichergestellt:
• 16 Roller
• über 50 Mobiltelefone sowie über 30 weitere Datenträger
• 400–500 Gramm Sprengstoff
• Suchtmittel: 100 g Kokain, 98 g Cannabiskraut
• Bekleidung mit mutmaßlichem Tatbezug
• 39.000 Euro Bargeld
Zu den Tätigkeiten der Staatsanwaltschaft Wien erklärte die Leiterin der Medienstelle und Erste Staatsanwältin Nina Bussek: "Die Staatsanwaltschaft Wien hat seit Oktober 2024 in diesem Ermittlungsverfahren über 100 Anordnungen erlassen, darunter etwa 40 Telefonüberwachungen, mehrere Sicherstellungen und Festnahmen. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl an DNA-Spuren sichergestellt und ausgewertet."
Spezialermittlungsgruppe und Sicherheitspakt mit Banken
Als Reaktion auf die zunehmenden Vorfälle wurde im März 2025 die Arbeitsgruppe Bankomat (AG Bankomat) im Bundeskriminalamt eingerichtet. Diese unterstützt gezielt die Landeskriminalämter bei operativen Maßnahmen, erstellt Analysen und fungiert als Drehscheibe zu den internalen Sicherheitsbehörden. Besonders hervorzuheben ist der Sicherheitspakt zwischen dem BMI und der Bankenbranche, der im April 2025 unterzeichnet wurde. Ziel ist es hier, nicht nur strafrechtlich konsequent zu handeln, sondern durch Prävention künftige Taten zu verhindern.
"Der Schlüssel des bisherigen Erfolges war, aus meiner Sicht, die Kombination aus altmodischer, akribischer und hartnäckiger Ermittlungsarbeit, dem guten Vernetzen von österreichischen und internationalen Ermittlern durch die AG Bankomat und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Wien", bedankte sich auch der Leiter des Ermittlungsdienstes des LKA Wien Gerhard Winkler.
Internationales Phänomen – nationale Entschlossenheit
Die Tätergruppierungen, zumeist mit Wurzeln in den Niederlanden und nordafrikanischem Hintergrund, agieren über Ländergrenzen hinweg – doch auch die Sicherheitsbehörden stehen grenzüberschreitend zusammen. Die bisherigen Erfolge belegen, dass internationale Kooperation, strategische Planung und akribische Ermittlungen einen wesentlichen Schlüssel zur Bekämpfung dieses Phänomens darstellen.
"Die ausgezeichnete Kooperation mit den niederländischen Sicherheitsbehörden ist für die AG Bankomat von entscheidender Bedeutung. Dieses Thema stand im Fokus der Gespräche mit dem niederländischen Innenminister", sagte Innenminister Gerhard Karner.