IT-Sicherheit

Sicher bleiben – auch im Internet!

Das Bundeskriminalamt nimmt den diesjährigen Safer Internet Day zum Anlass, die Gefahr von Cybermobbing und Cybergrooming aufzuzeigen und Tipps zu einer sicheren und verantwortungsvollen Internetnutzung zu geben.

Der internationale Safer Internet Day am 8. Februar 2022 findet heuer bereits zum 19. Mal statt. Bei den Themen Internet, sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten kennen sich Jugendliche häufig besser aus als ihre Eltern. Moderne Kommunikationsmittel erleichtern den Alltag und machen Spaß. Sie bergen aber auch Gefahren wie Cybermobbing und Cybergrooming. Wir erklären worum es sich handelt und wie man sich und andere am besten davor schützt.

Cybermobbing

Mobbing, also das absichtliche Ausgrenzen und systematische Bloßstellen, Belästigen und Erniedrigen von Personen, ist kein neues Phänomen. Wenn dies über einen länger anhaltenden Zeitraum im Internet, meist über soziale Netzwerke oder per Handy über Messenger-Dienste, stattfindet, wird das als Cybermobbing bezeichnet.
Beim Cybermobbing können die Täter rund um die Uhr aktiv sein und ihre Aktivitäten erfordern keinen direkten Kontakt zum Opfer. Mit nur einem Klick können Beleidigungen, Gerüchte oder peinliche Fotos sehr einfach einem großen Personenkreis zugänglich gemacht werden. Umfang und Auswirkungen der Veröffentlichungen zum Nachteil des Opfers sind weder zu steuern noch sind sie überschaubar. Viele Kinder und Jugendliche lassen sich in der scheinbar anonymen virtuellen Welt eher darauf ein, andere Menschen zu mobben. Dabei gibt es einen fließenden Übergang von "Spaß" oder "Neckereien" bis hin zur Gewaltausübung im Sinne von Mobbing.
Seit 1. Jänner 2016 ist Cybermobbing nach dem § 107c des Strafgesetzbuchs als "Fortdauernde Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems" strafbar.

Tipps der Kriminalprävention:

• Seien Sie stets vorsichtig welche Angaben Sie im Internet machen, im Speziellen bei ihren persönlichen Daten. Schützen Sie Ihre Privatsphäre.
• Blockieren Sie Personen, die Sie belästigen. Nutzen Sie dazu die Möglichkeiten, die die meisten Websites und sozialen Netzwerke anbieten.
• Reagieren Sie nicht auf belästigende oder beleidigende Nachrichten. Zum einen erfüllen Sie so nur das Ziel der Absenderin bzw. des Absenders. Zum anderen verschlimmern Sie dadurch in der Regel das Mobbing.
• Sichern Sie diese unangenehmen Nachrichten, Fotos oder Chats, damit Sie für die Polizei einen Beweis für das Mobbing haben.
• Sprechen Sie offen mit Personen Ihres Vertrauens über Ihr Problem oder kontaktieren Sie Beratungsstellen.
• Wenn Sie mitbekommen, dass jemand in Ihrem Umfeld ein Opfer von Cybermobbing geworden ist, zeigen Sie dieser Person, dass sie nicht alleine ist indem Sie sie unterstützen.

Cybergrooming

Bei Grooming handelt es sich um das gezielte Ansprechen von Kindern, um sexuelle Missbrauchshandlungen on- und offline anzubahnen. Als "Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen" ist diese besondere Form der sexuellen Belästigung, die bis zum sexuellen Missbrauch führen kann, seit Jänner 2012 gerichtlich strafbar.
Die Anbahnung findet hauptsächlich in Chaträumen und sozialen Netzwerken statt. In diesem Fall spricht man von Cyber Grooming. Die Täter suchen dabei über beliebte Dienste wie Messenger, soziale Netzwerke, Videoportale oder Online-Spiele gezielt Kontakt zu Kindern. Oftmals nutzen sie hierzu ein Fake-Profil und geben sich dabei als etwa gleichaltrigen Nutzer aus, um sich mittels Web-Cam pornografisches Material ihrer minderjährigen Opfern zu verschaffen.

Was rät die Kriminalprävention?

• Kinder und Jugendliche sollten darauf vorbereitet werden, dass der Gesprächspartner im Internet oft nicht der ist, für den er sich ausgibt. Erklären Sie ihnen, dass sie diesen Umstand in Chaträumen und in sozialen Netzwerken stets bedenken sollten. Niemand weiß, wer sich hinter den Benutzernamen versteckt.
• Interessieren Sie sich für die neuen Medien und erläutern Sie Ihrem Kind, wie soziale "Netzwerke" Chaträume und dergleichen funktionieren. Besprechen Sie mit Ihrem Kind das Verhalten im Internet. Wo liegen mögliche Gefahren?
• Informieren Sie sich über die Technik und Umgangsweise in Chaträumen, damit Sie mitreden und Fragen stellen können. Auf diese Weise gelten Sie für ihre Kinder viel eher als Ansprechperson, um über belastende Erfahrungen im Internet zu reden.
• Diskutieren Sie darüber welche Bilder ins Netz gestellt werden. Erotische Fotos können Auslöser für Grooming, Cybermobbing oder Erpressung sein.
• Üben Sie mit Ihrem Kind konkrete Möglichkeiten, wie es sich vor sexueller Belästigung über das Internet schützen kann. Verbale sexuelle Belästigung sollen Kinder und Jugendliche mit einem klaren "Nein" beenden.
• Mädchen und Burschen sollten wissen, welches Verhalten das Risiko einer sexuellen Ausbeutung erhöht und was sie auf jeden Fall unterlassen sollten - wie etwa Informationen über die eigene Identität zu geben, erotische Fotos zu veröffentlichen und sich mit nicht persönlich bekannten Chatfreunden ohne Begleitung von Erwachsenen zu treffen.
• Das Kind sollte Erwachsene um Hilfe bitten, wenn es ein Gefühl von Angst verspürt.
• Das Kind sollte keine Auskünfte an Fremde geben. Weder persönlich noch am Telefon oder Internet.
• Ihr Kind sollte fremden Personen nicht die Wohnungstür öffnen, nicht mit ihnen mitgehen und sich nichts von ihnen versprechen lassen.
• Sichern Sie Nachrichten, Fotos oder Chats ihres Kindes mit dem Groomer. Diese bieten einen wichtigen Nachweis für die Anbahnung der Sexualkontakte, insbesondere bei der Anzeigenerstattung.

Artikel Nr: 19366 vom Dienstag, 8. Februar 2022, 07:37 Uhr
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