Internationales
Urteil bestätigt: Österreicher in Thailand zu 1.673 Jahren Haft verurteilt
Wegen des schweren sexuellen Missbrauchs seiner leiblichen Tochter sowie ihrer Zuführung zum sexuellen Missbrauch durch Dritte, wurde ein österreichischer Staatsbürger in Thailand zu 1.673 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Urteil, gegen das der Österreicher berufen hatte, wurde nun bestätigt.
Dem österreichischen Staatsbürger wurden laut Anklage unter anderem Vergewaltigung, Menschenhandel, unsittliches Verbrechen sowie Verbrechen gegen das Prostitutions- und Kinderschutzgesetz vorgeworfen, indem er seine leibliche Tochter über Jahre hinweg schwer sexuell missbrauchte. Laut Anklageschrift begann er das Kind, das er nach der Trennung von seiner thailändischen Lebensgefährtin aufzog, sexuell zu missbrauchen und zu vergewaltigen, als es etwa acht Jahre alt war. Er führte es auch zwei Mal einem Fotographen zu, der es ebenfalls missbrauchte und vom Kind Nacktfotos anfertigte, die der Österreicher dann weiter verteilte. Widersetzte sich das Mädchen den Tathandlungen, setzte der Beschuldigte das Opfer laut Anklage durch emotionale Drohungen unter Druck und drohte damit, es im Stich zu lassen.
"Der Fall zeigt einmal mehr, wie wesentlich die internationale Zusammenarbeit und der enge Austausch zwischen den Verbindungsbeamtinnen und Verbindungsbeamten des Innenministeriums und den lokalen Behörden in den jeweiligen Einsatzstaaten sind. Gerade bei grenzüberschreitenden Ermittlungen ermöglichen sie eine rasche und direkte Zusammenarbeit über Zeitzonen und Sprachbarrieren hinweg und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Strafverfolgung", erklärte der Direktor des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer, anlässlich der Bestätigung des Urteils. "Im vorliegenden Fall bestand ein intensiver und vertrauensvoller Austausch zwischen den thailändischen Behörden und dem Referat für Sexualstraftaten und Kindesmissbrauch online im Bundeskriminalamt, um die Ermittlungen rasch voranzutreiben und das betroffene Kind zu schützen. Mein besonderer Dank gilt allen beteiligten Ermittlerinnen und Ermittlern für ihren engagierten Einsatz."
Der österreichische Staatsbürger war bereits zuvor in Österreich wegen vergleichbarer Delikte rechtskräftig verurteilt worden und hatte entsprechende Haftstrafen verbüßt. Die Festnahme des Mannes erfolgte im Februar 2022 in Nakhon Ratchasima.
Die außergewöhnlich hohe Strafdauer erklärt sich durch das thailändische Strafrecht, wonach einzelne Tathandlungen gesondert bewertet und für das Strafausmaß kumuliert werden. Allein im Zusammenhang mit dem Tatbestand der Vergewaltigung wurden dem Beschuldigten 134 Einzeltaten angelastet.