Prävention

Suchtdelinquenzprävention bei Jugendlichen: Straftaten im Vorfeld verhindern

Nicht nur Drogen, Alkohol oder Zigaretten können süchtig machen, sondern auch Internet, Smartphone oder Spielkonsolen.

Das Büro der Kriminalprävention im Bundeskriminalamt (BK) hat daher ein eigenes Programm zur Suchtdelinquenzprävention namens "Look@your.Life" für die Zielgruppe Jugendliche geschaffen. Das Programm ist eines von vier Jugendprogrammen, das dem Gesamtkonzept "Under18" angehört.

Vorstellung von "Look@your.Life"
Das Suchtdeliktspräventionsprogramm "Look@your.Life" startet ab der 7. Schulstufe. Hierbei geht es nicht nur um die Beschaffungskriminalität rund um legale und illegale Drogen, sondern auch um den Umgang mit Handy-, Internet-, und Kaufsucht. Die 13 bis 17-Jährigen werden bei den verschiedenen Herausforderungen, die das Miteinander sowie die Konsum- und Medienwelt an sie stellen, unterstützt und tiefgehende Maßnahmen angeregt.
Ziel ist es ein Heranwachsen ohne rechtliche Probleme zu fördern und einen risikoärmeren Konsum von schädigenden Substanzen positiv zu beeinflussen. Jugendlichen werden alternative Verhaltensmuster und Konfliktlösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Programmes sind Sach- und Rechtsinformationen, um ein fundiertes Rechtsbewusstsein zu erschaffen.
Die Programmumsetzung erfolgt im Rahmen eines Mehrebenenansatzes. Das bedeutet, dass das Lehrpersonal, die Eltern und die Jugendlichen in das Programm eingebunden werden. Im Zuge eines Elternabends werden die Eltern über das jeweilige durchgeführte Programm informiert bevor die Workshops in den Klassen stattfinden. Die Begleitlehrerinnen und Begleitlehrer sind bei den Workshops dabei und beteiligen sich aktiv. Ein weiteres Qualitätskriterium liegt im Prinzip der Nachhaltigkeit, sodass die Umsetzung der Präventionsprogramme im Rahmen von mehreren Workshops in einer Schulklasse erfolgt.
Dieses Programm betrifft aber nicht nur Substanzen, sondern zielt auch auf die Mediennutzung ab. Es werden sowohl das eigene Freizeitverhalten reflektiert als auch die persönliche Mediennutzung und das eigene Konsumverhalten.

Die Kriterien vom Gesamtkonzept "Under 18"
Diese Kriterien wurden aus der Pädagogik übernommen und bilden die Grundlage für die Umsetzung der Kriminalprävention an Schulen.
1. Die Erstellung der Schulungsprogramme erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulpsychologie des Bundesministeriums für Bildung.
2. Die Ausbildung der Präventionsbediensteten erfolgt österreichweit einheitlich durch interne und externe Vortragende. Derzeit umfasst die modulare Ausbildung 19 Präsenztage und beinhaltet wesentliche Eckpfeiler der Entwicklungspsychologie, Gewalt- und Suchtentstehung, Methodik, Didaktik und Kommunikation.
3. Die Programme werden im Mehr-Ebenen-Ansatz angeboten. Das bedeutet, dass sowohl die Pädagoginnen und Pädagogen, die Erziehungsberechtigten sowie die Schülerinnen und Schüler aktiv in die Programme eingebunden sind.
4. Die Programme inkludieren eine sehr starke Interaktion mit den Jugendlichen, um möglichst viele Sinne anzusprechen und somit nachhaltig zu wirken.
5. Je nach Programm umfasst die Umsetzung zumindest zwölf Unterrichtseinheiten, die über ein Schuljahr verteilt durchgeführt werden. Dadurch kann eine nachhaltige Wirkung bei allen Beteiligten, insbesondere bei den Jugendlichen, erreicht werden.
6. Alle Programme werden österreichweit einheitlich angeboten.
Inhalt und Rahmenbedingungen der einzelnen Programme von "Under18" sind unter dem untenstehenden Link www.under18.at abrufbar.

Interne Zusammenarbeit im Bundeskriminalamt
Synthetische Suchtgifte, illegale Drogen sowie Suchmittelhandel via Postversand und Internet stellen eines der Kriminalitätsfelder im Bundeskriminalamt dar. Im eigens für diesen Bereich etablierten Büro zur Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität wird basierend auf tagesaktuellen Informationen und Ermittlungserkenntnissen rigoros gegen den Suchtmittelhandel und seine Begleiterscheinungen vorgegangen. Damit eine umfassende Bekämpfung nachhaltig erfolgen kann, gilt es aber auch, eine enge Vernetzung zwischen Prävention und Repression zu schaffen. Aus diesem Grund werden die im Bundeskriminalamt zur Verfügung stehenden Synergien genutzt, sodass das Büro für Prävention in einem Austausch mit dem Büro für Suchtmittelkriminalität steht.

Erfolgreiche Prävention als Anker der Gesellschaft
Erfolgreiche Jugendkriminalitätsprävention stärkt nicht nur die individuellen Entwicklungschancen, sondern trägt auch zur Sicherheit und Stabilität der Gesellschaft bei. Im Rahmen ihres Gesetzesauftrages obliegt es der Kriminalpolizei, aufzuklären und präventiv auf eine positive Entwicklung und auf die Vermeidung von delinquentem Verhalten hinzuwirken.
"Lebenskompetenz schützt besser als jede Kontrolle", sagt Reinhard Ruso, interimistischer Büroleiter des Büros Kriminalprävention und Opferhilfe.

Artikel Nr: 28345 vom Montag, 28. Juli 2025, 13:50 Uhr
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