Allgemeines
Kfz-Kriminalität: Deliktsvielfalt auf vier Rädern
Fahrzeugdiebstahl, Fälschung von Kfz-Dokumenten und Hehlerei in Bezug auf Kfz und Kfz-Teile sind Delikte, die den Arbeitsalltag der Polizistinnen und Polizisten im Referat Kfz-Kriminalität im Bundeskriminalamt (BK) prägen. Den Großteil machen jedoch Diebstähle von Fahrzeugen und deren Teile aus.
Das im Bundeskriminalamt seit dem Jahr 2017 als eigenes eingerichtete Referat hat ein breites Aufgabenspektrum.
Ein Spektrum so vielfältig wie die Teile eines Fahrzeuges
Kfz-Kriminalität kennt keine Landesgrenzen, weshalb ein wesentlicher Schwerpunkt des Referats auf dem polizeilichen Informationsaustausch und der Beantwortung von Anfragen inländischer und ausländischer Polizeidienststellen über den Interpol- und Europolkanal liegt. Zudem werden nachgeordneter Behörden bei kooperativen Fallbearbeitungen (zum Beispiel organisierte Traktordiebstähle) vom Bundeskriminalamt unterstützt.
Auszug weiterer Tätigkeiten:
• Kfz-Fahndungen
• Betreuung der Kfz-Datenbanken
• Betreuung verschiedener Projekte und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Delikten im Kfz-Bereich
• Betreuung und Aktualisierung der Lageberichte zur Kfz-Entfremdung
• Veranstaltung und Organisation von Trainingskursen zur Kfz-Identifizierung unter Mitwirkung des Referats "Kfz-Kriminalität und Strukturermittlungen" und der Kfz-Expertinnen und -Experten aus den Landespolizeidirektionen (LPD)
Dem Referat im Bundeskriminalamt obliegt auch die Koordinierung von Schwerpunktmaßnahmen im Rahmen von internationalen Action Days (JAD), wie aktuell von 20. bis 31. Oktober in Vorarlberg im Rahmen von EMPACT. Durchgeführt werden die Joint Action Days in Kooperation mit FRONTEX und Europol. Österreich setzt dabei Schwerpunktkontrollen im Bereich der internationalen Kfz-Kriminalität - mit besonderem Fokus auf den Schmuggel von gestohlenen Fahrzeugen sowie den Diebstahl von landwirtschaftlichen Maschinen, Booten oder Kfz-Bestandteilen, Kfz-Veruntreuung und Dokumentenfälschung.
Die am häufigsten vorkommenden Delikte:
• Kfz-Diebstahl
Wird im nächsten Homepage-Beitrag ausführlich erläutert.
• Fälschung von Kfz-Dokumenten
Dieser Tätigkeitsbereich läuft analog zum Kfz-Diebstahl. Neben Ermittlungen und Koordinierungstätigkeiten führt das Referat auch den internationalen Schriftverkehr.
Kriminelle entwenden beispielsweise bei einem Einbruch in eine Zulassungsstelle Blanko-Zulassungspapiere und tragen darin die Daten des gestohlenen Kfz ein. Beim Vergleich von Zulassungsbescheinigungen und Fahrgestellnummer ist der Betrug für die Käuferinnen und Käufer nicht feststellbar, da die Papiere echt wirken. Die Dokumente werden meist im Ausland verfälscht und bei der Zulassung in Österreich vorgelegt.
• Hehlerei: Wenn gestohlene Kfz ins Ausland verkauft werden
Hehlerei ist eine strafbare Handlung, bei der gestohlene oder durch eine andere rechtswidrige Tat erlangte Kfz und Kfz-Teile angekauft, verkauft, abgesetzt oder beim Verkauf gestohlen werden. Hehlerei liegt vor, wenn beispielsweise ein GPS-Steuerungsgerät mit verfälschten Daten über Onlineplattformen ins Ausland verkauft wird.
Das Delikt führt dazu, dass unwissende Personen mit gestohlenen Kfz, Kfz-Teilen oder gefälschten Fahrzeugpapieren unterwegs sind. Das Referat Kfz-Kriminalität im Bundeskriminalamt übernimmt in solchen Situationen den Schriftverkehr zwischen dem In- und Ausland.