Wirtschaftskriminalität

10. Geldwäschetagung: Gemeinsam gegen kriminelle Finanzströme

Am 1. und 2. Oktober 2026 findet in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien die 10. Geldwäschetagung statt. Expertinnen und Experten aus Behörden, Strafverfolgung, Aufsicht und Privatwirtschaft diskutieren aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen sowie die nationale und internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Eröffnet wurde die Tagung für das Bundeskriminalamt durch Vizedirektor Paul Marouschek. Die Geldwäschemeldestelle im Bundeskriminalamt, die Austrian Financial Intelligence Unit (A-FIU), nimmt als zentrale Stelle für die Entgegennahme und Analyse von Verdachtsmeldungen eine wesentliche Rolle bei der Bekämpfung krimineller Finanzströme ein. Dabei gewinnt insbesondere das Zusammenspiel zwischen Sicherheitsbehörden, Justiz, Finanzverwaltung, Aufsichtsbehörden und dem privaten Sektor zunehmend an Bedeutung.

"Kriminelle Organisationen agieren international, nutzen neue Technologien und bewegen Vermögenswerte innerhalb kürzester Zeit über Ländergrenzen hinweg. Erfolgreiche Geldwäschebekämpfung kann deshalb nur gemeinsam gelingen. Entscheidend ist, Informationen rasch zusammenzuführen, Finanzströme sichtbar zu machen und dort anzusetzen, wo Kriminalität besonders empfindlich getroffen wird – bei ihren illegal erwirtschafteten Gewinnen", so der Vizedirektor des Bundeskriminalamtes Paul Marouschek.

Internationale Zusammenarbeit im Fokus
Die Geldwäschetagung bietet den fachlichen Rahmen für den Austausch zu aktuellen Entwicklungen in der Geldwäschebekämpfung. Thematisiert werden unter anderem die neue europäische Anti-Geldwäschebehörde AMLA, Terrorismusfinanzierung, die praktische Nutzung von goAML sowie die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Privatwirtschaft.
Eine zentrale Rolle spielt dabei auch das Financial Intelligence Network Austria (FINA), das den regelmäßigen Austausch zwischen öffentlichem und privatem Sektor stärkt und dazu beiträgt, Risiken und neue Phänomene frühzeitig zu erkennen sowie Abläufe in der Geldwäschebekämpfung weiter zu verbessern.

Geldwäschebericht 2025 präsentiert
Im Rahmen der Tagung präsentiert der Leiter der A-FIU, Bernhard Schafrath, auch den Geldwäschebericht 2025. Dieser gibt einen Überblick über die Tätigkeit der Geldwäschemeldestelle sowie aktuelle Entwicklungen, Phänomene und Trends.

2025 verzeichnete die A-FIU insgesamt 19.292 Akteneingänge – rund 49 Prozent mehr als im Vergleichsjahr 2024. Den größten Teil bildeten Verdachtsmeldungen der meldeverpflichteten Berufsgruppen. Allein aus dem Bankensektor gingen 11.100 Verdachtsmeldungen ein. Besonders deutlich war die Entwicklung im Kryptobereich: Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen erstatteten 2.671 Verdachtsmeldungen, ein Anstieg von rund 117 Prozent.

Von insgesamt 13.989 im Analyseverfahren bearbeiteten Verdachtsmeldungen wurden 4.324 Analyseberichte zur weiteren Bearbeitung an Strafverfolgungsbehörden oder ausländische Partnerdienste übermittelt. Darüber hinaus leitete die A-FIU in mehr als 3.500 Fällen einen internationalen Informationsaustausch ein.

Durch die Zusammenarbeit der A-FIU mit Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaften, Abgabenbehörden und Meldeverpflichteten konnten 2025 Sicherungsmaßnahmen hinsichtlich verdächtiger Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 13 Millionen Euro angeregt werden.

Aktuelle Herausforderungen zeigen sich insbesondere bei der missbräuchlichen Verwendung digitaler Identitäten, Echtzeitüberweisungen, Kryptowerten und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz. Die technische Entwicklung ermöglicht immer schnellere Finanztransaktionen und eröffnet gleichzeitig neue Möglichkeiten zur Verschleierung illegaler Geldflüsse. Entsprechend wichtig sind moderne Analyseinstrumente, ein risikobasierter Ansatz und der rasche nationale wie internationale Informationsaustausch.

Artikel Nr: 30736 vom Donnerstag, 1. Oktober 2026, 15:00 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Share Facebook
Share Twitter

Zurück

Samstag, 3. Oktober 2026
Wien

Samstag, 3. Oktober 2026
Salzburg

Montag, 12. Oktober 2026
Wien

Montag, 19. Oktober 2026
Wien

Dienstag, 20. Oktober 2026
Wien

zu den Terminen