Kriminalitätsbekämpfung
Internationales Mordkomplott im Umfeld montenegrinischer Clankriminalität aufgedeckt
Im Rahmen intensiver Ermittlungen der Arbeitsgemeinschaft "ACHILLES" des Bundeskriminalamts konnte ein geplantes, jedoch gescheitertes Mordkomplott mit Verbindungen zur internationalen organisierten Kriminalität nachträglich aufgedeckt werden. Der Hintergrund: eine brutale Fehde zwischen den rivalisierenden montenegrinischen Clans "KAVAC" und "SKALJARI", die seit Jahren weite Teile Europas in Atem hält und bereits dutzende Todesopfer forderte.
Ziel des geplanten zweifachen Doppelmordes waren zwei in Wien lebende Männer mit Bezug zum KAVAC-Clan. Die Anschläge sollten im Frühjahr 2020 im 16. Wiener Gemeindebezirk durch einen ferngezündeten Sprengsatz sowie durch kolumbianische Auftragsmörder verübt werden, die zuvor eigens aus Südamerika nach Europa gebracht worden waren.
Zufälle verhinderten die Tatausführung
Die Taten kamen, aufgrund von Komplikationen, letztlich nicht zur Ausführung – die Zielpersonen konnten sich dem Angriff entziehen. Die Ermittlungen des Bundeskriminalamts zeigten jedoch deutlich, dass sowohl die Lokalisierung der Opfer als auch die operative Vorbereitung bereits weit fortgeschritten waren. Ein Sprengsatz war zuvor deponiert worden, welcher aufgrund technischer Probleme nicht umsetzte. Es lagen konkrete Tötungsanweisungen vor.
Auswertung verschlüsselter Chats schaffte Klarheit
Die Aufdeckung dieses Mordplans erfolgte nachträglich durch die Auswertung verschlüsselter Chatverläufe über den Kryptomessengerdienst "SKY ECC", im Zuge international koordinierter Ermittlungen mit mehreren Partnerdiensten. Mehrere in die Tatplanung involvierte Personen konnten mittlerweile festgenommen werden, weitere Verfahren sind anhängig. Auch wurden Tatbeteiligte mittlerweile wiederrum ermordet.
Der Fall verdeutlicht einmal mehr die hohe Gefährdungslage durch transnationale Clankriminalität und den zunehmenden Einsatz professioneller, international agierender Auftragsmörder. Das Bundeskriminalamt unterstreicht die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit und digitaler Ermittlungsarbeit im Kampf gegen organisierte Kriminalität.
"Dieser Fall zeigt in aller Deutlichkeit, wie wichtig die Überwachung verschlüsselter Kommunikationskanäle für die Sicherheitsbehörden ist. Die Entschlüsselung der Chats war entscheidend, um ein internationales Mordkomplott aufzudecken. Solche Maßnahmen erfolgen nicht zum Selbstzweck, sondern dienen dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger – insbesondere angesichts der Bedrohung durch global agierende kriminelle Netzwerke", so der Direktor des Bundeskriminalamtes General Mag. Andreas Holzer, MA.