Kriminalitätsbekämpfung

Europaweite Aktion gegen Arbeitsausbeutung

Von 10. bis 17. Juni 2023 fanden europaweite Schwerpunktaktionen im Kampf gegen den Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung statt. 959 Personen wurden in Österreich kontrolliert und 15 mögliche Opfer sowie ein Täter identifiziert.

In der Zeit von 10. bis 17. Juni 2023 fanden europaweit Joint Action Days (JAD) im Rahmen der European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats (EMPACT) zur Bekämpfung des Menschenhandels zur Arbeitsausbeutung statt. An der von Europol koordinierten und von den Niederladen geleiteten Aktion nahmen insgesamt 32 Länder teil. Mehr als 27.000 Beamtinnen und Beamte führten Kontrollen in 11.360 Betrieben durch. Ziel ist, die Ausbeutung von Arbeitskräften in all ihren Formen in ganz Europa zu identifizieren und zu bekämpfen, Opfer frühestmöglich zu erkennen und international agierende, kriminelle Tätergruppierungen zu zerschlagen.

261 mögliche Opfer identifiziert
Im Laufe der Aktionswoche wurden europaweit 65.839 Personen- und 22.958 Fahrzeugkontrollen durchgeführt, bei denen 57 Verdächtige identifiziert und 21 wegen Arbeitsausbeutung verhaftet wurden. 261 mögliche Opfer konnten ermittelt und geschützt werden. Die während der Operation gesammelten Daten haben zudem zur Einleitung von 86 neuen Ermittlungen geführt.

Bilanz Österreich
In Österreich wurden insgesamt 959 Personen aus rund 40 Staaten an 159 Örtlichkeiten, wie Restaurants, Bars, Bordelle, Laufhäuser, Wohnungen, Baustellen, Bahnhöfen oder Nagelstudios sowie 163 Fahrzeuge und 1.121 Dokumente kontrolliert. Die Schwerpunktkontrollen wurden österreichweit von 279 Beamtinnen und Beamten der Polizei, der Arbeitsinspektoraten und der Finanzpolizei umgesetzt. Dabei konnten insgesamt 15 mögliche Opfer des Menschenhandels identifiziert und im Zuge der bisherigen Ermittlungen ein Verdächtiger ausgeforscht werden. Weiters wurden sechs Ermittlungsverfahren zur Ausforschung weiterer Verdächtiger eingeleitet.
Durch die Kooperation der Landeskriminalämter mit den Arbeitsinspektoraten und der Finanzpolizei konnten zudem 14 Arbeitgeber und 15 Arbeitnehmer wegen Verstöße nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, Finanzstrafgesetz und dem Arbeitszeitgesetz ausgeforscht und bei den Behörden angezeigt werden.

Umsetzung der Schwerpunktmaßnahmen
Die von Europol koordinierten Maßnahmen wurden in Österreich vom Bundeskriminalamt in Kooperation mit den Landeskriminalämtern und nachgeordneten regionalen Dienststellen sowie mit Unterstützung der Finanzpolizei und Arbeitsinspektoraten umgesetzt. Neben der Kontrolle von Arbeitsstätten und dem Transitverkehr wurde ein Hauptaugenmerk auf die Erkennung von ge- oder verfälschten Dokumente gelegt.

Teilnehmende Mitgliedsstaaten
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

Teilnehmende Drittländer
Albanien, Island, Moldawien, Norwegen, Schweiz, Vereinigtes Königreich und Ukraine.

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Artikel Nr: 24901 vom Mittwoch, 5. Juli 2023, 10:00 Uhr
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