Kriminalitätsbekämpfung
Vierter Einsatz gegen Wildtierkriminalität: gemeinsame präventive Absuche in Oberösterreich
Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Oberösterreich setzen gemeinsam mit WWF und BirdLife Österreich ihre präventiven Maßnahmen zum Schutz bedrohter Wildtierarten fort.
Am 21. Oktober 2026 fand in Taufkirchen an der Trattnach im Bezirk Grieskirchen, Oberösterreich, die bereits vierte gemeinsame präventive Absuche zur Bekämpfung der Wildtierkriminalität statt. Das Bundeskriminalamt (BK) und das Landeskriminalamt (LKA) Oberösterreich arbeiteten dabei erneut eng mit den Naturschutzorganisationen WWF und BirdLife Österreich zusammen. Ziel der gemeinsamen Aktion war es, mögliche Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen, Hinweise auf Wildtierkriminalität aufzudecken und weitere Straftaten möglichst bereits im Vorfeld zu verhindern.
Unterstützung durch Spürhunde
Auch bei dieser Absuche kamen speziell ausgebildete Kadaver-Spürhunde zum Einsatz. Die Hunde sind darauf trainiert, Tierkadaver und ausgelegte Giftköder aufzuspüren und damit wichtige Hinweise auf mögliche Straftaten zu liefern. "Jeder aufgespürte Giftköder kann weiteren Wildtieren das Leben retten. Mit den gemeinsamen Suchaktionen helfen wir, tödliche Gefahren zu beseitigen und Straftaten aufzuklären", sagt WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre.
Insgesamt waren drei Streifenteams, bestehend aus Ermittlerinnen und Ermittlern, Hundeführerinnen und Hundeführern sowie vogelkundigen Expertinnen und Experten, im Einsatz. Die Kombination aus kriminalpolizeilicher und naturschutzfachlicher Expertise und speziell ausgebildeten Spürhunden ermöglicht eine effiziente Absuche.
Ergebnisse der Absuche
Im Rahmen der durchgeführten präventiven Absuche konnten keine Spuren oder Hinweise auf illegale Aktivitäten festgestellt werden. Angesichts der in der Vergangenheit in diesem Gebiet verzeichneten Fälle von Wildtierkriminalität ist die gemeinsame Aktion als Erfolg zu werten. Neben dem frühzeitigen Erkennen möglicher Straftaten steht insbesondere die präventive Wirkung durch die gezielte Präsenz der Einsatzkräfte im Vordergrund.
"Diese proaktiven gemeinsamen Absuchen sind ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Wildtierkriminalität. Einerseits um bisher unentdeckte illegale Fallen oder ausgelegtes Gift zu entdecken. Andererseits um durch Präsenz im besten Fall Delikte zu verhindern", betont der Leiter des Referates für Umweltkriminalität im Bundeskriminalamt Karl Frauenberger.
Gemeinsames Vorgehen zum Schutz bedrohter Arten
Die Bekämpfung der Wildtierkriminalität erfordert ein eng abgestimmtes Vorgehen zwischen Sicherheitsbehörden, Justiz und Naturschutzorganisationen. Die bisherigen gemeinsamen Absuchen haben gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit und der regelmäßige Austausch von Erkenntnissen und Fachwissen sind, um mögliche Straftaten frühzeitig zu erkennen, Beweismittel zu sichern und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.
"Illegale Verfolgung ist für viele seltene und geschützte Tierarten ein ernstes Problem. Die Bekämpfung von Wildtierkriminalität ist daher grundlegend, damit diese Arten eine Zukunft haben", stellt Johannes Hohenegger, Experte für Wildtierkriminalität bei BirdLife Österreich klar.
Die Bekämpfung der Wildtierkriminalität hat auch innerhalb der Europäischen Union (EU) eine hohe Priorität. Die präventive Absuche erfolgte daher im Rahmen des EU-geförderten LIFE-Projekts "wildLIFEcrime", an dem Österreich durch das Bundeskriminalamt als Projektpartner beteiligt ist.
Meldung von Verdachtsfällen
Die Sicherheitsbehörden appellieren an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen und mögliche Fälle von Wildtierkriminalität zu melden. Hinweise auf illegale Abschüsse, ausgelegte Giftköder oder andere strafbare Handlungen können wesentlich dazu beitragen, Straftaten aufzuklären und bedrohte Tierarten zu schützen.
Hinweise können auch anonym über die Plattform https://wildlifecrime.info/ oder per E-Mail an meldung@wildlifecrime.at übermittelt werden.
Darüber hinaus können Verdachtsfälle direkt an die Meldestelle für Umweltkriminalität des Bundeskriminalamtes unter umwelt@bmi.gv.at oder an jede Polizeidienststelle gemeldet werden.