Prävention

Cyberkompetenz stärken, Sicherheitsbewusstsein schaffen, Fachkräfte von morgen gewinnen

Bundeskriminalamtsdirektor Andreas Holzer eröffnet mit dem Modul "Innere Sicherheit und Sicherheitsmanagement" die fachliche Ausbildungsphase an der Vienna Business School (VBS) Floridsdorf.

Mit einer Unterrichtseinheit zu "Innerer Sicherheit und Sicherheitsmanagement" eröffnete der Direktor des Bundeskriminalamts, Mag. Andreas Holzer, MA, am 23. Oktober 2026 die fachliche Ausbildungsphase für die Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse der CyberHAK an der VBS Floridsdorf.

Dabei gab er Einblicke in die Aufgaben der Inneren Sicherheit, aktuelle sicherheitspolitische und kriminalpolizeiliche Herausforderungen sowie die Bedeutung eines professionellen Sicherheitsmanagements. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Frage, wie sich gesellschaftliche, technologische und kriminalpolizeiliche Entwicklungen auf die Sicherheitsarbeit auswirken.

"Cyberkriminalität und digitale Bedrohungen sind längst Bestandteil unseres Alltags und werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen frühzeitig ein fundiertes Verständnis für Sicherheit, Risiken und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien zu vermitteln. Mit der CyberHAK können wir dazu unsere Erfahrungen aus der polizeilichen Praxis unmittelbar in die Ausbildung einbringen", so Bundeskriminalamtsdirektor Andreas Holzer.

Praxiswissen direkt aus dem Sicherheitsbereich

Die VBS Floridsdorf ist seit dem Schuljahr 2024/25 einer von vier CyberHAK-Standorten in Österreich. Neben der VBS Floridsdorf gibt es auch in Tamsweg, Horn und Wörgl CyberHAKs, die dieses zukunftsorientierte Ausbildungskonzept in enger Zusammenarbeit mit dem Innenministerium verfolgen. Durch die Verbindung der klassischen kaufmännischen Ausbildung einer Handelsakademie mit Schwerpunkten in Cybersecurity, IT-Sicherheit und Sicherheitsmanagement wird eine wichtige Grundlage für die Ausbildung der Cybercrime-Expertinnen und -Experten von morgen geschaffen.

Ab der dritten Klasse beginnt die vertiefende fachliche Spezialisierung. Dabei bringen Expertinnen und Experten des Bundesministeriums für Inneres ihr Wissen unmittelbar in den Unterricht ein. Insgesamt stehen dafür 44 Unterrichtseinheiten zur Verfügung.

Die zentrale Koordination der polizeilichen Fachinhalte erfolgt durch das Bundeskriminalamt. In die Ausbildung eingebunden sind unter anderem Expertinnen und Experten des Cybercrime Competence Center, der Landeskriminalämter, der Sicherheitsakademie, der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, des Bundesamts zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung sowie weiterer Fachbereiche des Innenministeriums.

"Die direkte Zusammenarbeit mit hochkarätigen Institutionen wie dem Cybercrime Competence Center oder dem Staatsschutz bringt ein beispielloses Spektrum an Fachwissen an unsere Schule. Von Cybercrime über digitale Forensik bis hin zum Schutz kritischer Infrastrukturen – unsere Schülerinnen und Schüler lernen am Puls der Zeit und erhalten eine Ausbildung, die sie zu gefragten Spezialistinnen und Spezialisten im Sicherheitsmanagement macht", so Mag. Astrid Holzer, Schulleiterin der VBS Floridsdorf.

Von Cybercrime bis digitale Forensik

Die Ausbildungsinhalte reichen von Cybercrime, Kriminalprävention und rechtlichen Grundlagen über IT-Sicherheit und digitale Forensik bis hin zum Schutz kritischer Infrastruktur.

In der dritten Klasse beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit Social Engineering, Phishing, Passwortsicherheit, Ransomware, Darknet, Open Source Intelligence und Kryptowährungen. In weiterer Folge werden Cybercrime, digitale Spuren und Beweissicherung, Korruptionsprävention sowie der Schutz staatlicher Einrichtungen und kritischer Infrastruktur behandelt.

Damit sollen theoretische Grundlagen gezielt mit praktischen Erfahrungen aus der täglichen Arbeit der Sicherheitsbehörden verbunden werden.

Sicherheitskompetenz für Beruf und Alltag

Ziel der Kooperation ist es, den Schülerinnen und Schülern ein umfassendes Verständnis von Sicherheit zu vermitteln und eine Verbindung zwischen der analogen und der digitalen Welt herzustellen.

Gerade für künftige Fachkräfte in Wirtschaft und Verwaltung gewinnt Cyberkompetenz zunehmend an Bedeutung. Unternehmen, Behörden und Privatpersonen sind gleichermaßen mit Phishing, Datenmissbrauch, Cyberangriffen und anderen Formen der Internetkriminalität konfrontiert.

Die Cyber-HAK soll daher nicht nur technisches Wissen vermitteln, sondern auch das Bewusstsein dafür stärken, wie digitale Risiken erkannt, bewertet und möglichst vermieden werden können.

Gleichzeitig erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Aufgaben der Polizei und in unterschiedliche Berufsbilder innerhalb des öffentlichen Dienstes und des Sicherheitsbereichs.

Einblicke in die polizeiliche Praxis

Die Zusammenarbeit beschränkt sich dabei nicht auf den Unterricht. Die jeweiligen Landespolizeidirektionen begleiten die CyberHAK mit Praxis- und Recruiting-Veranstaltungen.

Darüber hinaus besteht für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Pflichtpraktika im Bundesministerium für Inneres zu absolvieren. Im Sommer 2026 nutzten bereits mehrere Schülerinnen und Schüler der VBS Floridsdorf diese Möglichkeit und absolvierten ihr Praktikum im Bundeskriminalamt.

Der direkte Austausch zwischen Schule und Sicherheitsbehörden soll dazu beitragen, Sicherheitskompetenz nachhaltig zu stärken, berufliche Perspektiven aufzuzeigen und junge Menschen für die vielfältigen Aufgaben im Sicherheitsbereich zu sensibilisieren.

Artikel Nr: 30827 vom Freitag, 23. Oktober 2026, 12:00 Uhr
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