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Gerald Tatzgern übernimmt Leitung der Abteilung 3 im Bundeskriminalamt

Der erfahrene Kriminalist übernimmt die Verantwortung für die Abteilung Ermittlungen, Organisierte und Allgemeine Kriminalität. Der langjährige Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Bekämpfung komplexer und grenzüberschreitender Kriminalitätsformen sowie in der internationalen polizeilichen Zusammenarbeit.

Gerald Tatzgern wurde zum neuen Leiter der Abteilung 3 – Ermittlungen, Organisierte und Allgemeine Kriminalität – im Bundeskriminalamt bestellt. Damit übernimmt der 58-jährige Kriminalist die Verantwortung für einen der zentralen operativen Bereiche des Bundeskriminalamtes.

Das Aufgabenspektrum der Abteilung reicht von der Allgemeinen und Organisierten Kriminalität über Drogen-, Eigentums- und Gewaltkriminalität bis hin zu Sexualdelikten sowie Umweltkriminalität. Damit werden in der Abteilung zahlreiche Kriminalitätsphänomene bearbeitet, die zunehmend durch internationale Verflechtungen, digitale Strukturen und hohe organisatorische Komplexität geprägt sind.

"Nach vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen der kriminalpolizeilichen Arbeit ist es für mich eine besondere Aufgabe, nun die Verantwortung für diese Abteilung zu übernehmen. Ich werde meine operative Erfahrung, meine internationalen Kontakte und mein Fachwissen einbringen, um die erfolgreiche Arbeit der Abteilung gemeinsam mit dem gesamten Team konsequent fortzuführen und weiterzuentwickeln", so Tatzgern.

Mehr als drei Jahrzehnte kriminalpolizeiliche Erfahrung
Tatzgern kann auf mehr als 30 Jahre Erfahrung im Polizeidienst und in der kriminalpolizeilichen Ermittlungsarbeit zurückblicken. Seine berufliche Laufbahn begann bei der Wiener Sondereinheit WEGA. Anschließend wechselte er als Kriminalbeamter nach Ottakring, wo er umfassende praktische Erfahrung in der Ermittlungsarbeit sammelte.
Nach Abschluss der Offiziersausbildung war Tatzgern am Aufbau der österreichischen Zusammenarbeit mit Europol beteiligt. Früh entwickelte sich damit neben seiner operativen Tätigkeit die internationale Polizeikooperation zu einem wesentlichen Schwerpunkt seiner weiteren Laufbahn.

Seit 2001 beschäftigt er sich intensiv mit der Bekämpfung der Schlepperei und des Menschenhandels und wirkte im Jahr 2021 maßgeblich am Aufbau der damaligen provisorischen Abteilung zur Bekämpfung der Schlepperei, des Menschenhandels, des Sozialleistungsbetrugs, des illegalen Glücksspiels und der Visaerschleichung mit. Dadurch konnten kriminalpolizeiliche Kompetenzen in diesen Bereichen gebündelt und die spezialisierte Bekämpfung komplexer und vielfach grenzüberschreitender Kriminalitätsformen weiter ausgebaut werden.

Internationale Zusammenarbeit als Schwerpunkt
Eine wesentliche Rolle in seiner bisherigen Tätigkeit nimmt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ein. Tatzgern initiierte und gründete das Joint Operational Office against Migrant Smuggling, Human Trafficking and Special Investigations (JOO). In diesem Kooperationsmodell arbeiten österreichische Ermittlerinnen und Ermittler eng mit internationalen Strafverfolgungsbehörden und Partnerorganisationen zusammen.

Ziel ist es, Informationen rasch zusammenzuführen, Ermittlungen über Staatsgrenzen hinweg zu koordinieren und gemeinsam gegen international agierende kriminelle Netzwerke vorzugehen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen und aufgebauten Netzwerke bilden auch für die künftige Tätigkeit Tatzgerns als Abteilungsleiter eine wichtige Grundlage.

Verbindung von Praxis und Wissenschaft
Neben seiner kriminalpolizeilichen Tätigkeit setzte sich Tatzgern auch wissenschaftlich intensiv mit seinen Fachbereichen auseinander. Sowohl seine Bachelor- als auch seine Masterarbeit an der Fachhochschule Wiener Neustadt beschäftigten sich mit Themen aus den Bereichen Schlepperei, Menschenhandel und Bettelei.

Darüber hinaus ist er als allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger tätig. Seine Fachkenntnisse vermittelt er regelmäßig bei Vorträgen an Universitäten und Fachhochschulen sowie im Rahmen von Veranstaltungen internationaler Organisationen und Polizeibehörden.

Organisierte Kriminalität im Wandel
Mit der Leitung der Abteilung 3 übernimmt Tatzgern einen Bereich, dessen Aufgaben sich durch technologische Entwicklungen und die zunehmende internationale Vernetzung krimineller Strukturen laufend verändern.
Organisierte Tätergruppierungen agieren heute vielfach grenzüberschreitend, nutzen digitale Kommunikations- und Finanzstrukturen und sind häufig in mehreren Deliktsbereichen gleichzeitig aktiv.

Die Bündelung spezialisierter Ermittlungsbereiche, eine enge nationale und internationale Zusammenarbeit sowie die konsequente Weiterentwicklung kriminalpolizeilicher Ermittlungsmethoden sind daher wesentliche Voraussetzungen für eine wirksame Bekämpfung dieser Kriminalitätsformen.

Mit seiner langjährigen operativen Erfahrung, seiner internationalen Vernetzung und seiner umfassenden Fachkenntnis verfügt Gerald Tatzgern über beste Voraussetzungen für die erfolgreiche Wahrnehmung seiner neuen Funktion.

Artikel Nr: 30671 vom Dienstag, 15. September 2026, 14:00 Uhr
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