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Schlepperei: das gefährliche Geschäft mit der Hoffnung

Während Kriminelle das Leid von Migrantinnen und Migranten als lukratives Geschäftsmodell nutzen, setzt das Bundeskriminalamt auf grenzüberschreitende Ermittlungen, internationale Kooperationen und die Zerschlagung von illegalen Schleppernetzwerken. Oftmals gehen Schlepperkriminalität und Menschenhandel miteinander einher.

Zur Bekämpfung der organisierten Schlepperkriminalität arbeitet das Bundeskriminalamt eng mit stark betroffenen Polizeiinspektionen vor Ort, den Landeskriminalämtern und internationalen Behörden zusammen.

Oftmals fehlt bei Migrantinnen und Migranten das entscheidende Wissen zu Menschenhandel, Schlepperei und Ausbeutung. Dadurch nehmen sie große Risiken auf sich und geraten an Menschenhändlerinnen und Menschenhändler. Fluchtgründe aus dem Heimatland sind beispielsweise Armut, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Krieg, Naturkatastrophen oder Nachfragen der Sexindustrie.

Schleppungsrouten
Da Österreich in Europa zentral positioniert ist, stellt es einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt für Schlepperrouten da. Österreich gilt sowohl als Destinationsland als auch als Zielland.

Die drei wichtigsten Routen:

Östliche Mittelmeeroute/ Westliche Balkanroute
Diese Route wird überwiegend von Personen aus Afghanistan, Pakistan, Syrien und dem Irak genutzt. Typischerweise führt sie über den Iran in die Türkei, anschließend nach Bulgarien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slowenien, wo die Migrantinnen und Migranten anschließend nach Mitteleuropa gelangen. Diese Route ist von zentraler Bedeutung für die irreguläre Migration nach Österreich.

Ein Teil der Schleppungen auf dieser Route erfolgt über abgelegene Wald- oder Grenzgebiete zu Fuß, unter Ausnutzung von Dunkelheit und der Geländeunkenntnis der Migrantinnen und Migranten. Parallel dazu werden Schleppungen per Kfz durchgeführt - teilweise mit einer extrem hohen Personenanzahl pro Fahrzeug und riskanter Fahrweise.

Westliche Mittelmeeroute
Diese Route verläuft von Marokko nach Spanien und wird oft von Personen aus westafrikanischen Staaten – wie Senegal, Gambia und der Elfenbeinküste – genutzt. Der Fokus dieser Route liegt auf Spanien als Zielland beziehungsweise auf der weiteren Migration nach Frankreich und Belgien. Für Österreich hat diese Route demzufolge keine unmittelbare operative Relevanz.

Zentrale Mittelmeerroute
Ausgangspunkte dieser Route sind nordafrikanische Staaten, insbesondere Libyen. Bei den Migrantinnen und Migranten handelt es sich überwiegend um Personen aus Guinea, der Elfenbeinküste, Tunesien und zunehmend auch aus Ägypten. Sie versuchen Italien auf dem Seeweg zu erreichen.

Für Österreich ist diese Route mittelbar relevant, da nur ein Teil der in Italien angelandeten Personen anschließend individuell oder durch lose organisierte Netzwerke weiter in Richtung Mitteleuropa reist. Organisierte Schleppungen über diese Route mit Österreich als Zielland konnten in der Vergangenheit nur vereinzelt festgestellt werden.

Modi Operandi
Schleppernetzwerke agieren in der Regel hochgradig arbeitsteilig und grenzüberschreitend. Sie sind meist in Kleingruppen organisiert, wobei jeder Abschnitt der Reiseroute durch andere Personen vor Ort abgedeckt wird. Den geschleppten Personen werden zudem häufig Falschinformationen über Reisedauer, Kosten und Zielort weitergegeben. Migrantinnen und Migranten werden überwiegend per Klein-Lkw, Lieferwagen, Lkw oder Pkw geschleppt – oft unter gefährlichen Bedingungen, wie beispielsweise unzureichender Belüftung. In vielen Fällen kommt es zu lebensbedrohlichen Situationen, insbesondere bei größeren Gruppentransporten in geschlossenen Fahrzeugen.

Artikel Nr: 30637 vom Mittwoch, 2. September 2026, 10:04 Uhr
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