Kriminalitätsbekämpfung

Großer Zielfahndungserfolg gegen Clan-Kriminalität: Festnahme eines Mordverdächtigen in Rimini

Am 11. Mai 2026 wurde der 33-jährige montenegrinische Staatsbürger Mili B. in Rimini an der italienischen Adriaküste von italienischen Sicherheitsbehörden festgenommen. Die Festnahme erfolgte aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft Wien erwirkten Europäischen Haftbefehls sowie einer internationalen Festnahmeanordnung wegen des Verdachts des Verbrechens des Mordes sowie versuchten Mordes.

"Die Festnahme des Tatverdächtigen ist ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Besonders die enge Zusammenarbeit zwischen der Ermittlungsgruppe ‚AG ACHILLES‘, der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes und unseren internationalen Partnerdienststellen war für diesen Fahndungserfolg entscheidend. Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig internationale Vernetzung, beharrliche Ermittlungsarbeit und professionelle Kooperation im Vorgehen gegen organisierte Kriminalität sind", betonte Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes.

Der dem sogenannten "Skaljari-Clan" zugerechnete Mili B. steht im Verdacht, am 21. Dezember 2018 gemeinsam mit weiteren Mittätern im ersten Wiener Gemeindebezirk den damals 32-jährigen montenegrinischen Staatsangehörigen Vladimir R. durch mehrere Schüsse auf offener Straße getötet zu haben. Eine weitere Person wurde durch mehrere Schüsse lebensgefährlich verletzt.

Das Opfer wurde dem sogenannten "Kavac-Clan" zugerechnet. Die Tat wird den seit Jahren andauernden gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den montenegrinischen Clanstrukturen "Kavac" und "Skaljari" zugeordnet. Mehrere mutmaßliche Mittäter sollen mittlerweile selbst Opfer tödlicher Gewalttaten geworden sein.
Die Klärung und Identifizierung des Tatverdächtigen erfolgte in aufwendiger Ermittlungsarbeit durch die im Bundeskriminalamt angesiedelte Ermittlungsgruppe "AG ACHILLES" in enger Abstimmung mit dem Landeskriminalamt Wien.

Internationale Zielfahndung
Die Zielfahndung nach dem flüchtigen Mordverdächtigen Mili B. wurde Ende 2023 durch das Büro 2.1 – Zielfahndung FAST AUSTRIA des Bundeskriminalamtes übernommen. Die weiteren Fahndungsmaßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Wien sowie der im Bundeskriminalamt angesiedelten Ermittlungsgruppe "AG ACHILLES".

Zusätzlich wurde Mili B. von montenegrinischen Behörden wegen des Verdachts des Suchtmittelhandels sowie der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation mittels internationaler Fahndungsnotierung ("Red Notice") gesucht.

Seit der Fallübernahme durch die Zielfahndung des Bundeskriminalamtes wurden umfassende Ermittlungen und operative Maßnahmen im In- und Ausland geführt. Im Rahmen der internationalen Fahndungsaktivitäten kam insbesondere dem langjährig etablierten europäischen Fahndungsnetzwerk ENFAST (European Network of Fugitive Active Search Teams) eine zentrale Bedeutung zu. Bereits von Beginn an bestand eine enge Zusammenarbeit mit den FAST-Einheiten in Montenegro. Darüber hinaus erfolgte ein intensiver und kontinuierlicher Informationsaustausch mit den FAST-Einheiten in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Slowenien, Deutschland und Italien.

Die mehrjährigen internationalen Ermittlungen sowie die enge Kooperation der beteiligten Behörden führten schließlich zur Lokalisierung des Gesuchten in Italien. Aufgrund intensiver und beharrlicher Ermittlungsarbeit verdichteten sich die Hinweise auf einen Aufenthalt des Tatverdächtigen in Rimini. Die seit Ende 2025 nochmals intensivierten operativen Maßnahmen in Italien führten letztlich zur Ausforschung eines konkreten Aufenthaltsortes.

Am Nachmittag des 11. Mai 2026 wurde Mili B. schließlich durch Spezialeinheiten der italienischen Polizei – Squadra Mobile – in einer Wohnung in Rimini festgenommen. Beamte von FAST Italien sowie der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes waren dabei vor Ort im Einsatz.

Der erfolgreiche Abschluss dieses seit Ende 2023 intensiv bearbeiteten internationalen Zielfahndungsfalles ist insbesondere auf die langjährig bewährte und enge Zusammenarbeit innerhalb des ENFAST-Netzwerkes sowie die intensive Kooperation mit der Staatsanwaltschaft Wien zurückzuführen.

Die weiteren Ermittlungen werden durch die zuständigen österreichischen Behörden in enger Abstimmung mit den internationalen Partnerdienststellen fortgeführt.

Artikel Nr: 30290 vom Dienstag, 12. Mai 2026, 07:50 Uhr
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