Fahndung & Internationales

Interpol

Interpol ist die Kurzbezeichnung für International Criminal Police Organization (ICPO). Sie wurde 1923 in Wien gegründet und ist heute eine weltweite kriminalpolizeiliche Organisation mit derzeit 190 Mitgliedstaaten und Sitz in Lyon, Frankreich. Weiters betreibt Interpol sechs Regionalbüros in Argentinien, Kamerun, Elfenbeinküste, El Salvador, Kenia, Simbabwe, ein Verbindungsbüro in Bangkok sowie Repräsentanzen bei den Vereinten Nationen in New York und der Europäischen Union in Brüssel.

Im Zeitalter der weltweiten Vernetzung gewinnt das Interpol-Generalsekretariat als  Sammelstelle internationaler Datenbestände zunehmend an Bedeutung. Interpol vernetzt als Informations- bzw. Kommunikationsplattform die nationalen Polizeibehörden. Der weltweite Zugang zu wichtigen Informationen über Personen, gestohlene oder verlorene Reisedokumente, Kraftfahrzeuge und Kunstwerke soll zur Verhinderung und Aufklärung von Straftaten beitragen. Ziel ist die Steigerung der Effizienz bei der Bekämpfung der internationalen Kriminalität und des Terrorismus. Forschung sowie Aus- und Fortbildung garantieren weltweit einheitliche Qualitätsstandards. Für besondere internationale Ereignisse wie zum Beispiel Sportgroßveranstaltungen aber auch bei Naturkatastrophen oder Terroranschlägen stellt Interpol dem jeweiligen Mitgliedstaat entsprechende Expertinnen und Experten zur Verfügung.

Interpol wird von den Mitgliedstaaten finanziert und hat folgenden Aufbau:

  • Die Generalversammlung ist die höchste Instanz Interpols. Sie tagt einmal jährlich. Entscheidungen werden durch Mehrheitsbeschlüsse (eine Stimme pro Mitgliedstaat) getroffen. In der Generalversammlung arbeiten hochrangige Vertreter der nationalen Polizeibehörden in verschiedenen Bereichen eng zusammen.
  • Das Exekutivkomitee überwacht die Umsetzung der Entscheidungen der  Generalversammlung sowie die Administration des Generalsekretärs. Es besteht aus

dem Präsidenten, drei Vizepräsidenten sowie neun weiteren Delegierten und tagt dreimal jährlich.

  • Das Generalsekretariat ist zuständig für die Administration. In der Kommunikations-,
  • Informations- und Nachrichtenzentrale arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 90 Mitgliedstaaten, darunter viele internationale Expertinnen und Experten, auch aus Österreich.
  • Die Landeszentralbüros (LZB) befinden sich in den jeweiligen Mitgliedstaaten. In Österreich erfüllt das Bundeskriminalamt diese Funktion. Die Landeszentralbüros
  • sind die Bindeglieder zu allen anderen Mitgliedstaaten, dem Interpol- Generalsekretariat und den Strafverfolgungsbehörden. Der Informationsaustausch erfolgt in den vier offiziellen Interpol-Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Arabisch.

2015 wurde in Singapur der Interpol Global Complex for Innovation eröffnet. Das neu errichtete Zentrum von Interpol bringt Expertinnen und Experten aus Strafverfolgungsbehörden, der Wirtschaft und der Wissenschaft zusammen. Dabei werden die Erfahrungen, das Wissen und die Ressourcen zum Thema "Cyber" zusammengefasst.

Mehr über das Global Complex for Innovation 

Ausführliche Informationen, Publikationen, Bildmaterial von und über Interpol, internationale Fahndungen nach abgängigen Personen sowie Straftätern gibt es unter http://www.interpol.int/