Sucht
Was versteht man unter Sucht?
Unter Sucht versteht man ein bestimmtes Verhaltensmuster, das mit einem unwiderstehlichen, wachsenden Verlangen nach einem bestimmten Gefühls- und Erlebniszustand beschrieben wird. Da Sucht nicht auf den Umgang mit bestimmten Substanzen beschränkt ist, kann jede Form menschlichen Verhaltens zur Sucht werden (z.B. Glücksspielsucht, Internet und Computerabhängigkeit, Arbeitssucht). Jede Sucht entsteht über den Prozess “Erfahrung - Wiederholung – Gewöhnung und Missbrauch“.
Die ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) definiert ein Abhängigkeitssyndrom anhand von sechs Kriterien, von denen mindestens drei innerhalb der letzten zwölf Monate erfüllt sein müssen, um die Diagnose einer Sucht zu stellen.
Die Kriterien:
- Starker Wunsch oder Zwang (Craving):
Ein intensives, oft unbezwingbares Verlangen, die Substanz zu konsumieren.
- Verminderte Kontrollfähigkeit:
Schwierigkeiten, den Beginn, die Menge oder das Ende des Substanzkonsums zu kontrollieren.
- Körperliche Entzugserscheinungen:
Auftreten von körperlichen Symptomen bei Reduzierung oder Absetzen der Substanz.
- Toleranzentwicklung:
Notwendigkeit, die Dosis der Substanz zu erhöhen, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
- Vernachlässigung anderer Interessen:
Aufgabe oder Reduzierung von Hobbys, sozialen Aktivitäten und anderen Interessen zugunsten des Substanzkonsums.
- Fortgesetzter Konsum trotz negativer Folgen:
Anhaltender Konsum der Substanz, obwohl bereits körperliche, psychische oder soziale Schäden aufgetreten sind.
Sucht vermeiden:
- Das vorrangige Ziel der Suchtprävention ist die Stärkung und Förderung der allgemeinen Lebenskompetenzen wie etwa der psychischen und sozialen Fähigkeiten (z.B. Stabilität, Selbstständigkeit, Problem- und Konfliktbewältigungsstrategien)
- Die Umsetzung von präventiven Maßnahmen erfolgt in Österreich größtenteils auf lokaler und regionaler Ebene. Eine zentrale Rolle im Bereich der Suchtprävention spielen die Fachstellen für Suchtprävention, die in allen Bundesländern eingerichtet sind.
- Suchtpräventive Maßnahmen sollen keine einmaligen Aktionen sein, sondern langfristig und kontinuierlich geplant und eingesetzt werden. Daher ist die Zusammenarbeit mit den Suchtpräventionsfachstellen der jeweiligen Landesregierungen wichtig für die gemeinsame Tätigkeit im Bereich der Suchtprävention
Fachstellen für Suchtprävention
Letzte Aktualisierung: 26. September 2025