Sexting

Was ist das genau?

Aus einer repräsentativen Studie von Saferinternet  aus dem Jahr 2015 geht hervor, dass 31 Prozent der Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren es als normal empfinden, ihren Partnerinnen und Partnern Nacktaufnahmen zu schicken. Sexting ist Teil einer selbstbestimmten Sexualität geworden und dient nicht nur zum Flirten und Kennenlernen, sondern auch zur Beziehungspflege und als Liebesbeweis.

Doch Vorsicht: Der Ausdruck Sexting bedeutet von sich selbst erotische Fotos, Nacktaufnahmen oder freizügige Videos anzufertigen und diese via Internet oder Mobiltelefon zu verschicken. Das Wort setzt sich aus "Sex" und "Texting" - englischer Ausdruck für das Senden von SMS - zusammen. Mit der steigenden Popularität von Sextings bei Jugendlichen häufen sich auch die damit verbundenen Probleme. Dabei handelt es sich um die Verbreitung der Aufnahmen im Freundeskreis, die Verspottung der Abgebildeten und die allgemeine Veröffentlichung der Aufnahmen.

Vorsicht!

Das unaufgeforderte Verschicken von Genitalaufnahmen (beispielsweise Dick-Pics) ist ebenfalls gerichtlich strafbar!

Rechtliches

Wichtig ist hierbei auch die Gesetzeslage. Denn was viele Jugendliche nicht wissen ist, dass das Verbreiten und Veröffentlichen von erotischen Fotos Minderjähriger unter § 207a Strafgesetzbuch – „Bildliches sexualbezogenes Kindesmissbrauchsmaterial und bildliche sexualbezogene Darstellungen minderjähriger Personen“ fällt und somit strafbar ist. Mit 1. Jänner 2016 wurde allerdings das einvernehmliche Sexting bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren entkriminalisiert. Das bedeutet es ist straffrei, wenn ein 15-jähriges Mädchen Freund ein Nacktfoto von sich selbst schickt. Das Foto dann an andere Personen weiterzuleiten oder es ihnen zu zeigen, ist weiterhin gerichtlich strafbar.

Achtung!

Safer Sexting gibt es leider nicht, da man nie im Vorhinein weiß, wo die Bilder landen. Das gilt jedoch genauso für Sextings erwachsener Personen.

Wie kann ich mich schützen?

  • Wenn Sie erotisch Fotos anfertigen wollen, dann so, dass Sie nicht eindeutig zu erkennen sind und vermeiden Sie dabei, alle intimen Körperstellen komplett zu zeigen. Orientieren Sie sich hier eher an Kunst- und Aktfotografien..
  • Schicken Sie die Aufnahmen nur an die Person, der Sie absolut vertrauen.
  • Zeigen Sie die Fotos persönlich auf Ihrem Laptop oder Smartphone, ohne diese zu verschicken.
  • Löschen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Nacktfotos. Somit schützen Sie sich, falls Ihnen das Smartphone verloren geht, gestohlen wird oder es unbeobachtet herumliegt.
  • Speichern Sie solche Aufnahmen nur Lokal, nicht in einer Cloud. Sollte irgendjemand an ihrer Zugangsdaten gelangen können die Fotos somit nicht von überall abgerufen werden.

Was, wenn es mal passiert ist?

  • Sollten Fotos, die Sie privat verschickt haben, online auftauchen oder weitergeschickt werden, scheuen Sie nicht, den Sachverhalt bei der Polizei anzuzeigen.
  • Wichtig ist dabei, wo sie die Fotos gesehen haben sowie der genaue Zeitpunkt. Dokumentieren Sie so viel wie möglich, das hilft der Polizei bei den Ermittlungen.
  • Die Internet Ombudsstelle unterstützt Sie, Fotos aus dem Internet zu entfernen, die ohne ihre Zustimmung veröffentlicht wurden.

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Letzte Aktualisierung: 27. November 2025