„Home Invasion“

Was ist das genau?

Von einer Home Invasion (deutsch: Eigenheim-Invasion) spricht man, wenn Täter in einen Wohnraum eindringen, um einen Diebstahl zu begehen, nachdem sie die Bewohner überwältigt haben. Im Gegensatz zu einem Einbruch wählen sie aber absichtlich Objekte aus, bei denen jemand zuhause ist. Die Bewohner werden von den Tätern beispielsweise gefesselt, sodass die Täter das Wohnobjekt ungestört durchsuchen können.

Home Invasions sind in Österreich sehr selten. Sie werden normalerweise von mehreren Tätern auf relativ brutale Art und Weise begangen. Im Gegensatz zum Einbruch passieren diese Straftaten eher nachts. Als Opfer werden oft betagtere Personen gewählt, da die Täter hier weniger Gegenwehr erwarten. Rechtlich handelt es sich auch nicht um „Einbrüche“, sondern um Raubüberfälle.

Die Objekte werden gezielt ausgewählt, weil die Täter in den allermeisten Fällen bereits wissen, dass eine hohe Beute zu erwarten ist. Im Gegensatz zum Einbruch handelt es sich also in der Regel nicht um Gelegenheitstaten, sondern um geplante Straftaten. Aus kriminalpolizeilichen Ermittlungen weiß man, dass oft ein - zumindest indirekter - Zusammenhang zwischen Täter und Opfer besteht. Häufig ist es so, dass hausfremde Personen, beispielsweise Handwerker, Gärtner, Raumpfleger unbewusst Informationen an Dritte weitergeben. Diese Informationen gelangen früher oder später an die ausführenden Täter.

Wie kann ich mich schützen?

  • Hausfremden Personen wie zum Beispiel Pflegepersonal, Handwerker oder Putzpersonal sollten sich im Haus nicht unbeaufsichtigt bewegen. Sollte das unumgänglich sein, sollte es Bereiche geben, die für das Personal tabu sind (z.B.: Keller, Schlaf- oder Arbeitszimmer).
  • Die Vermögensverhältnisse sollten nicht offensichtlich sein. Wertgegenstände, Bargeld, Schmuck und dergleichen sollten nicht offen herumliegen oder für hausfremden Personen einsehbar sein.
  • Ein eventuell vorhandener Tresor sollte so aufgestellt oder verbaut sein, dass er nicht „zufällig“ entdeckt werden kann.
  • Sprechen Sie nicht vor hausfremden Personen über ihre Vermögensverhältnisse oder über Verwahrungsorte von Schmuck, Bargeld und dergleichen.

Was, wenn es mal passiert ist?

  • Bei einer Home Invasion handelt es sich um eine unberechenbare Situation. Oberste Priorität muss in diesem Fall sein, die eigene körperliche Sicherheit sowie die Sicherheit der Angehörigen zu schützen. Daher empfiehlt die Polizei, den Forderungen der Täter Folge zu leisten und ihnen die Flucht zu ermöglichen, um die Kontrolle über die Situation zu gelangen
  • Materielle Werte sind ersetzbar, die Gesundheit und das Leben sind das nicht.
  • Gegenwehr oder Widerstand können bei den Tätern extreme Reaktionen auslösen.
  • Sollte ein Alarmsystem vorhanden sein, sollte dieses einen stillen Alarm, der direkt mit der Polizei verbunden ist, auslösen. Laute Alarmsirenen können wiederum eskalierend wirken, außerdem gibt es keine Garantie, dass jemand darauf regiert.
  • Bei direkten Täterkontakten ist es immer wichtig, sich möglichst viele Details für die spätere Beschreibung zu merken beispielsweise Größe, Statur, Sprache, Kleidung, Bewaffnung oder Fluchtfahrzeug. Umso mehr Sie der Polizei weitergeben können, umso besser.

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Letzte Aktualisierung: 29. September 2025