Betrugsmasche „Handmade“
Über soziale Medien, wie beispielsweise Instagram, Telegram oder TikTok, werden sogenannte „Jobs von zuhause“ angeboten, dabei sollen „Handmade“-Gegenstände mittels „Likes“ beworben werden. Vermeintlichen Opfern wird hierbei der Eindruck vermittelt, dass sie durch den Ankauf, die Weiterverarbeitung und die Bewertung von Produkten wie Kugelschreibern, Perlenketten oder Haarspangen, Provisionen erzielen können.
Wie genau gehen die Betrüger dabei vor?
Die Opfer werden über eine auf Social Media geschaltete Werbung z.B. Instagram auf ein angebliches Heimarbeitsangebot aufmerksam, bei dem mit dem Zusammenbau von Kugelschreibern, Perlenketten oder Haarspangen Geld verdient werden sollte. Nach einer Kontaktaufnahme über WhatsApp durch eine „Vertrauensperson“ wird man in Telegram-Gruppen eingeladen, in der nur einseitige Informationen, wie Aufträge, geteilt werden. Anfänglich wird das vermeintliche Opfer dazu aufgefordert, lediglich kleinere Überweisungen für den angeblichen Erwerb dieser Produkte zu tätigen oder Produkte zu liken. Nach Kauf und Rückkauf, wird man mit einer Provision – ca. 2 Euro - belohnt, die auf einem eigenen „Handmade-Shop-Konto“ gutgeschrieben werden.
Im weiteren Verlauf wurde der Geschädigte dazu aufgefordert, eigenes Geld auf ein angebliches „Handmade-Konto“ einzuzahlen. Zusätzlich muss man einfache Online-Aufgaben erledigen, wie das Suchen und Bewerten von Produkten. Dafür erhielt er kleinere Geldbeträge, die tatsächlich ausbezahlt wurden. Diese anfänglichen Auszahlungen dienten dazu, Vertrauen aufzubauen und den Eindruck eines seriösen Systems zu vermitteln.
Später werden die Geschädigten in eine vermeintliche VIP-Gruppe auf Telegram aufgenommen, in der zunehmend mehr Aufgaben sowie immer höhere Überweisungen, Krypto Zahlungen, Eröffnung von Krypto-Wallets, etc. verlangt werden. Im Zuge der Bearbeitung dieser Aufgaben behaupten die Täter, es seien Fehler bei den Überweisungen oder der Auftragsabwicklung passiert. Den Geschädigten wird beispielsweise vorgehalten, andere Teilnehmer hätten eine Zahlung doppelt durchgeführt, während sie selbst lediglich eine einmalige Überweisung vorgenommen hätten. Dadurch sei die Aufgabe angeblich nicht ordnungsgemäß abgeschlossen worden. Um diese vermeintlichen Fehler zu beheben und die bereits gutgeschriebenen Provisionen freizuschalten oder zu sichern, fordern die Täter die Geschädigten zur Durchführung sogenannter „Reparaturaufträge“ auf. Diese sind mit weiteren, meist deutlich höheren Einzahlungen verbunden und dienen ausschließlich dazu, die Opfer zu weiteren Geldüberweisungen zu bewegen.
Wollen die Opfer die Einzahlungen beenden oder die Auszahlung ihres Guthabens vom Shop-Konto verlangen, werden sie von den Tätern massiv unter Druck gesetzt. Diese behaupten, dass sämtliche bereits eingezahlten Gelder sowie die angeblich erwirtschafteten Provisionen verloren gingen, wenn die Aufgaben nicht vollständig abgeschlossen würden. Unter diesem Druck werden die Geschädigten sogar dazu aufgefordert, ihren Überziehungsrahmen bei der Bank zu erhöhen oder Kredite aufzunehmen.
In der Hoffnung, sein bereits investiertes Geld zurückzuerhalten, leisteten die Geschädigten weitere Einzahlungen. Erst später stellte sich heraus, dass es sich um eine professionell organisierte Betrugsmasche handelte, bei der die anfänglichen Auszahlungen ausschließlich dazu dienten, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen und sie zu immer höheren Geldüberweisungen zu bewegen.
Wie kann ich mich schützen?
- Seien Sie bei vermeintlich lukrativen Heimarbeitsangeboten in sozialen Medien besonders vorsichtig.
- Lassen Sie Arbeitsverträge von der Arbeiterkammer prüfen.
- Überweisen Sie niemals eigenes Geld, um eine Tätigkeit aufnehmen oder Provisionen freischalten zu können.
- Lassen Sie sich nicht durch Zeitdruck oder angebliche Fristen zu Zahlungen verleiten.
- Erhöhen Sie auf Aufforderung unbekannter Personen niemals Ihren Überziehungsrahmen und nehmen Sie keine Kredite für Online-Aufträge auf.
- Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Angehörigen oder Vertrauenspersonen
- Erstatten Sie bei Verdacht umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.
Was, wenn es mal passiert ist?
- Kontaktieren Sie sofort Ihren Zahlungsanbieter, um die Zahlung möglicherweise rück-gängig zu machen.
- Sichern Sie Beweise (E-Mail, Screenshots, Zahlungsdaten).
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und stellen Sie gesicherte Beweise zur Verfügung.
Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2026