Enkel- oder Neffentrick
Betrug durch Enkel- oder Neffentrick, was ist das genau?
Der Betrug durch „Enkel“- oder „Neffentrick" ist eine Form des Betrugs, bei der Kriminelle vorgeben, ein Familienmitglied, zu sein, um an Geld oder Wertsachen zu gelangen.
Anfangs gaben sich Kriminelle gern als Enkel oder Neffe aus, daher der Name des Betrugs. Die Täter können sich für den Betrug natürlich als jede nahestehende Person ausgeben. Sie nutzen geschickte Gesprächsführung und Täuschung, um ihre Opfer, oft ältere und alleinstehende Menschen, unter Druck zu setzen und zur Herausgabe von Bargeld oder zur Vornahme von Überweisungen zu bewegen.
In einem typischen Szenario melden sich Betrüger telefonisch, oft ohne Namensnennung, und erkundigt sich nach dem Wohlbefinden. Fragt man nach, wer am anderen Ende der Leitung sei, wird oft vorwurfsvoll gefragt, ob man ihn bzw sie denn nicht erkenne. Wenn die betretenen Opfer dann beispielsweise nachfragen, „Bist du’s Susanne?“ wissen die Täter, welche Rolle sie spielen müssen.
Die Täter nutzen das Vertrauen bzw die Unsicherheit des Opfers aus. Durch gezieltes Vorgehen wird versucht, eine emotionale Ausnahmesituation zu schaffen und Druck aufzubauen. Sie geben beispielsweise vor aufgrund eines Kontowechsels gerade keinen Zugriff mehr auf ihr Konto zu haben aber dringend Geld zu benötigen, sie ersuchen um eine kurzfriste Aushilfe, bis der Kontowechsel abgeschlossen ist – ein „Freund“ würde das Geld abholen. Im Vertrauen darauf mit einer Verwandten zu sprechen, wollen die Opfer gerne helfen – das übergebene Geld ist leider verloren.
Die folgenden Warnsignale und Tipps helfen Ihnen dabei sich zu schützen und Betrüger zu entlarven.
Warnsignale
- Unerwarteter Anruf (zB beginnend mit „Rate mal, wer hier ist…“)
- Fehlende eindeutige Identifikation des Anrufers
- Dringende finanzielle Notlage
- Abholung nicht persönlich durch den angeblichen Verwandten, sondern durch „Freunde“ oder „Boten“
- Ausübung von Druck / Angeblicher Zeitmangel
- Treffen an der Haustür oder in der Wohnung
- Der angebliche Verwandte gibt an, nicht mehr unter der bisher üblichen Telefonnummer erreichbar zu sein, sondern zum Beispiel ein neues Handy zu haben
Wie kann ich mich schützen?
- Versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Täter nutzen emotionale Ausnahmezustände aus. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten, legen Sie im Zweifel auf und denken Sie mit kühlem Kopf darüber nach, ob die Geschichte stimmen kann.
- Brechen Sie Telefonate sofort ab, bei denen von Ihnen Geldaushilfen gefordert werden. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein und machen Sie Ihrem Gegenüber entschieden klar, dass Sie auf keine der Forderungen/Angebote eingehen werden.
- Kontaktieren Sie den "vermeintlichen" Verwandten, indem Sie ihn unter jener Telefonnummer zurückrufen, die Sie sonst auch verwenden. Bestehen Sie auf ein persönliches Treffen und geben Sie sich nicht mit einer "Vertretung" zufrieden.
- Lassen Sie in Ihr Haus oder Ihre Wohnung niemanden, den Sie nicht kennen. Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme mit solchen Personen die Gegensprechanlage oder verwenden Sie die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.
Was, wenn es mal passiert ist?
- Anzeige erstatten: Wenden Sie sich umgehend an die nächstgelegene Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.
- Notieren Sie sich die Nummer der Anruferin oder des Anrufters
- Klären Sie auch Verwandte und Freunde über diese Betrugsform auf
- Sollten Sie Wertgegenstände gerade übergeben haben, verständigen Sie sofort den Notruf unter 133 und geben Sie eine Täterbeschreibung an. Möglicherweise können die Täter noch angehalten werden.
- Verständigen Sie den Notruf unter 133, sollten sie bereits einem Treffen zugesagt haben
- Versuchen Sie, sich das Aussehen der Person, die etwas abholen kommt, für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen.
- Notieren Sie sich - sofern möglich - Autokennzeichen, Marke, Type und Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.
Weiterführende Links und Hinweise
Präventionstipps kompakt finden Sie unter Service/Download.
Letzte Aktualisierung: 27. November 2025