Betrug – Allgemeine Informationen

Betrug, was ist das genau?

Von einem Betrug spricht man, wenn Täter jemanden durch eine Täuschung, meist eine Lügengeschichte, dazu bringen sich selbst oder jemand anderem einen Vermögensschaden zuzufügen. Zum Beispiel bringen sie jemanden dazu eine Überweisung durchzuführen oder den Familienschmuck zu übergeben. 

Betrug passiert meist unter Ausübung von hohem emotionalem Druck auf die Opfer. Früher oder später gibt es Geldforderungen, ohne dass es jemals zu einer Gegenleistung kommt. Manche Täter spezialisieren sich auch auf bestimmte Zielgruppen (z.B. Senioren oder Geldanleger), grundsätzlich kann aber jede und jeder von Betrug betroffen sein.

Das Gute ist, dass Betrug oft einem erkennbaren Muster folgt:

Emotionale Situation erzeugen

Betrüger versuchen meist, uns in eine emotionale Situation zu bringen und schrecken dabei vor nichts zurück. Sie machen uns Angst, spielen uns Liebe vor oder nutzen unsere Hoffnung auf anstehende Gewinne.

Sie geben sich zum Beispiel als Polizei aus, und erklären, dass ein Familienmitglied einen Autounfall verursacht hat (Angst).

Sie geben sich als Partner auf einer Dating-Plattform aus, die mit uns endlich die wahre Liebe gefunden hat (Liebe).

Sie geben sich als Anlageberater aus, der unser Vermögen in wenigen Monaten verdoppeln kann (Freude).

Jemand der auf einen Betrug hereinfällt ist keinesfalls dumm, Betrüger sind sehr geschickt darin für jeden Menschen die richtige Situation zu finden, um sie oder ihn zum Anbeißen zu bringen – für jeden Fisch gibt es den richtigen Köder.

Für den Aufbau einer emotionalen Situation investieren Betrüger oft Wochen oder sogar Monate. Sie bauen täuschend echt Aussehende Investmentseiten oder setzen echt aussehende Schreiben im Namen von Behörden auf.

Zeitdruck aufbauen

Haben Sie erstmals unser Interesse geweckt wollen Betrüger nicht, dass wir über unsere Entscheidungen nachdenken können. Daher versuchen sie meist Zeitdruck aufzubauen.

Als falscher Polizist erklären sie zum Beispiel, dass das Familienmitglied sofort festgenommen werden muss, wenn nicht auf der Stelle gehandelt wird.

Als vorgetäuschter Liebespartner erklären sie zum Beispiel, dass sie dringend Geld für Medikamente benötigen, aber sie wegen einem Bankkontowechsels gerade keinen Zugriff auf ihr Geld haben.

Als angeblicher Anlageberater erklären Sie, dass jetzt gerade ein neues Anlageprodukt auf den Markt gekommen ist und man sofort zuschlagen müsste, bevor alle anderen investieren.

Lösungsvorschlag der Betrüger

Nachdem die Betrüger uns nun emotional „an der Angel haben“ und wir aufgrund des Zeitdrucks keinen klaren Gedanken mehr fassen können haben sie natürlich bereits die Lösung parat – meist wollen sie, dass wir ihnen Geld oder Wertgegenstände übergeben.

Der „Polizist“ erklärt, dass die Festnahme abgewendet werden kann, wenn sofort eine hohe Kaution hinterlegt wird.

Der „Partner“ ersuchen sie kurzfristig Geld ausborgen zu dürfen, bis sie wieder Zugang zu ihrem Konto haben.

Als „Anlageberater“ erklären sie, dass man jetzt eine große Summe investieren solle, um die maximale Rendite herauszuholen.

Betrug kann analog sowie digital erfolgen, dafür können sämtliche Kommunikationswege gebraucht werden.

Es gilt, sich als Betroffener nicht in die Enge treiben zu lassen, sondern einen kühlen Kopf zu bewahren. Wichtig ist zu hinterfragen, ob der Sachverhalt realistisch sein kann und sich Zeit zu nehmen, die Situation nachzuprüfen.

Keinesfalls sollen Geld, Wertsachen oder persönliche Daten herausgegeben werden. Die Vorgehensweisen der Täter können sich im zeitlichen Ablauf schnell ändern, die Täter weisen oft hohes kreatives Potential auf.

Warnsignale

  • Unbekannter oder verdächtiger Absender/Anrufer
  • Unpersönliche Anrede
  • Ein Anrufer nennt seinen Namen nicht, sondern lässt raten („Erkennst du mich nicht an der Stimme?“)
  • Dringlichkeit und Drohungen
  • Ungewöhnliche Links oder Aufforderung von analog (Telefon) auf digital (Messengerdienst) zu wechseln
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler
  • Versprechen unrealistischer Vor- oder Nachteile
  • Anfragen nach persönlichen Daten
  • Dringliches oder drohendes Geldverlangen für vermeintliche Dienstleistung

Wie kann ich mich schützen?

  • Überprüfen Sie die E-Mail-Adresse sorgfältig. Recherchieren Sie im Internet, ob es die Adresse gibt. Achten Sie auf die Schreibweise! Das gilt besonders, wenn die Anrede unpersönlich ist.
  • Vorsicht bei Anrufern, die Sie nach dem Namen raten lassen. Auch bei vermeintlichen Behördenvertretener kann Vorsicht geboten sein.
  • Brechen Sie verdächtige Gespräche, Kontaktaufnahmen, Chats und ähnliches sofort ab und blockieren Sie Kontakte.
  • Lassen Sie sich nicht in eine Stresssituation oder zu impulsiven Entscheidungen drängen!
  • Klicken Sie nicht direkt auf Links in E-Mails oder Messenger Nachrichten, vor allem wenn Ihnen der Absender nicht unmittelbar bekannt ist!
  • Achten Sie auf auffallende Rechtschreib- und Grammatikfehler in E-Mails und Chats.
  • Seien Sie vorsichtig bei Geldanlagen mit unrealistischen Gewinnchancen; nehmen Sie sich Zeit.
  • Holen Sie gegebenenfalls Rat bei Familie und Freunden
  • Seien Sie vorsichtig bei Anfragen nach Bankdaten, Passwörtern oder anderen sensiblen Informationen.

Was, wenn es mal passiert ist?

  • Anzeige erstatten: Wenden Sie sich umgehend an die nächstgelegene Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.
  • Wenn die Zahlung digital erfolgt ist, nehmen Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Zahlungsdienstleister auf. Manchmal können Zahlungen noch rechtzeitig gestoppt werden.
  • Bringen Sie das Gerät, auf dem Sie die strafbare Handlung wahrgenommen haben nach Möglichkeit zur Anzeigeerstattung (zB Handy, Laptop) mit.
  • Beweise sichern: Speichern Sie Chatverläufe, betrügerische Webseiten-Links (URLs), E-Mails, Telefonnummern, sowie Screenshots der Plattform und Ihres Benutzerkontos. Je mehr Informationen Sie dokumentieren, desto besser.
  • Gehen Sie auf weitere Versuche zur Kontaktaufnahme nicht ein!
  • Melden Sie Online-Betrugsversuche auch dem Seitenbetreiber, sodass betrügerische Profile gesperrt werden können.

Weiterführende Links und Hinweise

Präventionstipps kompakt finden Sie unter Service/Download.


Letzte Aktualisierung: 29. September 2025