Kooperation

Sicherheit im Handel: Bundeskriminalamt und Handelsverband verlängern erfolgreiche Kooperation

Das Bundeskriminalamt (BK) und der Handelsverband setzen ihre bewährte Zusammenarbeit fort und vertiefen diese weiter. Mit der Unterzeichnung eines erneuerten Kooperationsvertrags wird die langfristige Partnerschaft im Bereich der Sicherheitsprävention im stationären und im Onlinehandel abgesichert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Präventionsarbeit, Cybersecurity und der Stärkung der Krisenresilienz.

Der Vertrag wurde am 22. Jänner 2026 von Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes, und Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will im Rahmen des Sicherheitsgipfels 2026 in der Albert Hall Wien unterzeichnet. Die Veranstaltung fand vor mehr als 250 Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Sicherheitsbehörden und Politik statt.

Sicherheit als Grundlage für einen starken Wirtschaftsstandort
Eröffnet wurde der Sicherheitsgipfel von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, die in ihrer Rede die Bedeutung der österreichischen Sicherheitsstrategie für einen stabilen Wirtschafts- und Handelsstandort hervorhob. Sie verwies dabei auch auf die enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Bundesregierung und Handelsverband in zentralen Sicherheitsfragen, etwa im Bereich der Blackout-Prävention.

"Sicherheit ist nicht alles, aber ohne Sicherheit ist alles nichts. Klar ist auch, dass Angst nie der richtige Ratgeber ist. Wir wollen stattdessen mit Mut, Zuversicht und Optimismus ins neue Jahr starten", betonte Verteidigungsministerin Tanner.

Gemeinsames Ziel: Sicherheit und Vertrauen stärken
Das Bundeskriminalamt verfolgt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Inneres, der Kriminalprävention und dem Handelsverband das Ziel, Kriminalitätsrisiken im Umfeld des Handels frühzeitig zu erkennen und wirksame Präventionsmaßnahmen zu setzen. Durch den intensiven Austausch zwischen Sicherheitsbehörden und Handelsunternehmen soll das Sicherheitsgefühl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von Kundinnen und Kunden nachhaltig gestärkt werden.

Der Direktor des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer, betonte: "Sicherheit ist längst keine rein staatliche Aufgabe mehr. Der Handel ist ein zentraler Partner, weil seine Strukturen frühzeitig Hinweise auf neue Kriminalitätsformen liefern können. Was früher punktuelle Angriffe waren, ist heute vielfach organisierte Kriminalität mit arbeitsteiliger Vorgehensweise. Eine enge Zusammenarbeit ermöglicht es uns, präventiv tätig zu werden und gemeinsam wirksam gegenzusteuern."

Auch seitens des Handels wird die vertiefte Kooperation ausdrücklich begrüßt. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will unterstrich die gemeinsame Verantwortung: "Der Handel ist einer der größten Arbeitgeber Österreichs und trägt eine hohe Verantwortung gegenüber seinen Beschäftigten sowie Millionen Kundinnen und Kunden. Sicherheit ist dafür eine zentrale Voraussetzung. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt stärkt Prävention, Schutz und Vertrauen im gesamten Handelssektor und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Wirtschaftsstandorts Österreich."

Kriminalitätsformen im Wandel: Cybercrime gewinnt an Bedeutung
Neben klassischen Deliktsformen wie Ladendiebstahl, der im österreichischen Handel jährlich Schäden in erheblicher Höhe verursacht, gewinnen neue Kriminalitätsphänomene zunehmend an Bedeutung. Insbesondere Cybercrime, Bestellbetrug und der missbräuchliche Einsatz von Deep-Fake-Technologien stellen den Onlinehandel vor wachsende Herausforderungen.

Darauf verwies auch Robert Spevak, Leiter des Ressorts "Sicherheit im Handel" im Handelsverband sowie der Abteilung Revision und Sicherheit bei METRO Österreich:
"Cyberkriminalität, Bestellbetrug und Deep Fakes verzeichnen seit Jahren deutliche Zuwachsraten. Die Angriffsformen werden vielfältiger und professioneller, was sowohl große als auch kleinere Handelsunternehmen betrifft. Umso wichtiger ist der laufende Austausch mit den Sicherheitsbehörden, damit Präventionsmaßnahmen gezielt weiterentwickelt und neue Bedrohungen frühzeitig erkannt werden können."

Das Bundeskriminalamt sieht in der verstärkten Kooperation mit dem Handel einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im digitalen Raum. Gemeinsame Präventionsmaßnahmen, Schulungen und ein strukturierter Informationsaustausch tragen dazu bei, Risiken frühzeitig zu identifizieren und wirksame Gegenmaßnahmen zu setzen.

Fachlicher Austausch zu Gewaltprävention und Cybercrime
Der Sicherheitsgipfel bot darüber hinaus zahlreiche inhaltliche Programmpunkte. In zwei Podiumsdiskussionen wurden aktuelle sicherheitsrelevante Herausforderungen für den Handel vertieft behandelt.
Ein Diskussionsblock widmete sich der zunehmenden Gewalt gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Handel und beleuchtete Präventionsansätze durch Schulungen, organisatorische Maßnahmen und technische Unterstützung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Cybercrime, Deep Fakes, Phishing und Betrug im E-Commerce. Neben Fachvorträgen und der Präsentation aktueller Studienergebnisse standen insbesondere Präventionsmöglichkeiten gegen digitale Angriffe im Fokus. An der Podiumsdiskussion zum Thema Cybercrime nahm unter anderem Marlies Menhart aus dem Cybercrime Competence Center des Bundeskriminalamtes teil und brachte dabei die kriminalpolizeiliche Perspektive in den interdisziplinären Austausch ein.

Erfolgsprojekte werden konsequent weitergeführt
Ein zentraler Bestandteil der Kooperation ist die Fortführung und Weiterentwicklung der erfolgreichen Formate Sicherheitsgipfel und Sicherheitsstudie. Der jährlich stattfindende Sicherheitsgipfel dient als etablierte Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Sicherheitsbehörden und Wirtschaft, während die alle zwei Jahre veröffentlichte Sicherheitsstudie eine fundierte Analyse aktueller Bedrohungslagen im Handel liefert.

Ergänzend dazu umfasst die Zusammenarbeit gemeinsame Schulungsmaßnahmen, die Nutzung bestehender Ressourcen und Kommunikationskanäle sowie Initiativen zur Stärkung der Krisen- und Widerstandsfähigkeit des Handels. Dies ist insbesondere für den Lebensmittelhandel als Teil der kritischen Infrastruktur von besonderer Bedeutung.

Mit der erneuerten Kooperation bekräftigt das Bundeskriminalamt seinen Anspruch, gemeinsam mit starken Partnern aus der Wirtschaft einen nachhaltigen Beitrag zur Sicherheit in Österreich zu leisten.

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Artikel Nr: 29921 vom Freitag, 23. Jänner 2026, 09:53 Uhr
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