Kriminalitätsbekämpfung

Sexuelle Ausbeutung an Kindern: "Nicht wegsehen"

Zu Beginn der Hauptreisezeit in ferne Länder sensibilisiert der neue Informationsfilm "Nicht wegsehen" über Kinderschutz im Tourismus. Das Video gibt konkrete Hinweise für Reisende, was sie bei Auffälligkeiten tun und wie sie Verdachtsfälle melden können.

Zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung hat die Arbeitsgemeinschaft ECPAT in Kooperation mit dem Bundeskriminalamt (BK) und der Unterstützung von zahlreichen Unternehmen und Institutionen eine Informationskampagne gestartet. Der neue Informationsfilm soll das Bewusstsein für das Problem bei Reisenden begründen und nützliche Informationen zur Erkennung und Meldung von sexueller Ausbeutung von Kindern geben. Zu sehen ist der Informationsfilm am Flughafen sowie in Zügen der ÖBB.

Tatbestand international strafbar
Die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein Verbrechen und kann nicht nur im Ausland, sondern auch im Heimatland des Täters strafrechtlich verfolgt werden. Hier ein erfolgreiches Beispiel aus der Vergangenheit:

Im Dezember 2007 ist ein 39-jähriger Österreicher am Wiener Landesgericht wegen sexuellen Missbrauchs an einem elf Jahre alten Buben in Indien zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Zwei Zeugen hatten den Mann mehrere Tage beobachtet, da er ihnen verdächtig vorkam. Schließlich konnten sie den Missbrauch an dem Buben im Hotelzimmer des Täters durch ein Lüftungsgitter beobachten. Dies war das erste Verfahren zu dem Zeugen aus dem Ausland zur Verhandlung nach Wien eingeladen wurden, um ihre Aussage zu machen. Diese führte schließlich auch zur Verurteilung des Täters, der selbst jede Schuld von sich wies. Das Strafausmaß wurde 2008 im Berufungsverfahren auf drei Jahre erhöht.

Allgemeines
Für den Kindersextourismus gibt es zwei verschiedene Arten von Straftätern. Während die einen gezielt in ein Land fliegen und die touristische Infrastruktur ausnutzen um Kinder sexuell auszubeuten, nutzen Gelegenheitstäter am Zielort der Urlaubs- oder der Geschäftsreise die Möglichkeit Kinder sexuell auszubeuten. Dies passiert hauptsächlich in Asien und Afrika, kommt aber auch häufig in Europa vor. Die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen ist weltweit strafbar.

Durch sexuelle Gewalt erleidet ein Kind schwerste Verletzungen an Körper und Seele. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF spricht von weltweit etwa zwei Millionen Mädchen und Buben, die schon in frühester Kindheit sexuell ausgebeutet werden. Eine der Ursachen von Kinderprostitution liegt in den wirtschaftlichen und sozialen Problemen vieler Länder. Armut sowie fehlende Schul- und Berufsausbildung zwingen viele Kinder ihren Körper zu verkaufen, auch an zahlungskräftige Reisende.

Im BK ist eine Meldestelle für Kinderpornografie und Kindersextourismus eingerichtet. Da sich Kinder nur sehr selten jemandem anvertrauen, ist es sehr wichtig, dass Sie jeden Hinweis an die Meldestelle im BK oder an die nächste Polizeidienststelle weitergeben. Zögern Sie nicht Auffälligkeiten unter meldestelle@interpol.at zu melden.

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Artikel Nr: 16503 vom Mittwoch, 5. Dezember 2018, 09:24 Uhr
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