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Operation Decoy II: 66 Millionen Euro an Falschgeld bei internationaler Razzia sichergestellt
Die von Europol koordinierte zweite operative Phase der Operation Decoy wurde im März 2025 abgeschlossen. Im Zuge dessen wurden mehrere hundert Brief- und Paketsendungen sichergestellt, die gefälschte Euros, US-Dollar und britische Pfund mit einem Nominalwert von über 66 Millionen Euro und Rohmaterialien zur Herstellung von Falschgeld beinhaltet haben.
Operation Decoy II führte insgesamt zu 102 neuen Ermittlungsfällen gegen Falschgeldkäuferinnen und Käufer sowie Falschgeldverbreiterinnen und Verbreiter im Euro-Raum in der EU Geldfälschungs-Netzwerke. Operation Decoy II brachte aber auch neue Erkenntnisse über die Versandwege des Falschgeldes dieser Netzwerke, die außerhalb der EU, hauptsächlich in Asien, aber auch in Amerika und dem Nahen Osten operieren.
Hintergründe der Operation Decoy
Die Operation wurde zur Sicherstellung von Falschgeld erschaffen, das über diverse Internetplattformen - insbesondere aus China und der Türkei - über den Postweg versendet wurde. An der Operation waren Behörden aus insgesamt 18 Ländern beteiligt, wobei Österreich, Portugal und Spanien die drei verschiedenen operativen Phasen geleitet haben. Im Zuge der Operation Decoy wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Zoll und der Polizei in den teilnehmenden Staaten verstärkt. Da die Herstellerinnen und Hersteller der gefälschten Banknoten in den betreffenden Ländern nicht strafrechtlich verfolgt werden können, ist das gemeinsame Ziel, die Banknoten beim Eintritt in den Euro-Raum sicherzustellen.
Verlauf der dreiteiligen Operation Decoy in Österreich
• Die erste operative Phase fand von 15. Juni 2023 bis 31. Jänner 2024 statt. In Österreich wurden 31 Sicherstellungen erzielt, sowie rund 6.100 Stück gefälschte Banknoten entdeckt, die einen Nominalwert von etwa 380.000 Euro aufwiesen.
Die überwiegende Mehrheit der beschlagnahmten Gegenstände bestand aus veränderten Banknoten, die auch als "Movie Money" bezeichnet werden. Diese Nachbildungen haben eine ähnliche Form und Farbe wie echte Banknoten, enthalten jedoch kleine Hinweise auf Falschgeld. Diese Hinweise werden jedoch oft übersehen, weshalb Kriminelle diese als echtes Geld ausgeben können.
• Die zweite operative Phase fand von 01. Oktober 2024 bis 31. März 2025 statt. In diesem Zeitraum wurden in Österreich sieben Sicherstellungen erzielt, sowie 4.700 Stück gefälschte Banknoten mit einem Nominalwert von 330.000 Euro aus dem Verkehr gezogen.
• Nachdem Spanien und Portugal die ersten beiden Phasen geleitet haben, hat das Büro 7.2-Betrugsermittlungen des Bundeskriminalamtes Österreich den Lead der dritten operativen Phase. Die Ermittlungen begannen am 01. Juni 2025 und werden am 30. November 2025 beendet. Ziel ist auch hier die Sicherstellung von Falschgeld und Rohmaterialien.
Ergebnisse der Operation Decoy II:
• 297 Pakete mit gefälschtem Geld beschlagnahmt
• Mehr als 990.000 gefälschte Banknoten und Münzen abgefangen, darunter rund 280.000 gefälschte Euro Banknoten, 679.000 gefälschte US-Dollar Banknoten und 12.000 gefälschte Banknoten des britischen Pfunds.
Die Rolle von Europol bei Operation Decoy II
Als führende EU-Behörde im Kampf gegen Geldfälschung stellte Europol sein Fachwissen zur Verfügung, koordinierte den Informationsaustausch und unterstützte nationale Behörden bei der Aufdeckung verdächtiger Pakete. Darüber hinaus half Europol bei der Verfeinerung von Risikoindikatoren, um die Verbreitung von Falschgeld in Zukunft effektiver identifizieren zu können. Zudem stellte das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) während der zweiten operativen Phase von Operation Decoy technische Infrastruktur bereit.
Teilnehmende Länder:
Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, Spanien, Türkei, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten von Amerika.