Prävention

Stalking: Wenn der Urlaubsflirt zur Bedrohung wird

Dass aus einem Urlaubsflirt die große Liebe wird, ist eher selten. Meistens verblasst die große Sehnsucht schon nach einiger Zeit und weicht einer Erinnerung. Doch manche Urlaubsflirts sind schwerer loszuwerden als ein Sonnenbrand und plötzlich steht Ihr Verehrer oder Ihre Verehrerin, mit dem Sie nicht im Traum an eine Beziehung denken, zu Hause vor Ihrer Tür.

Seit 1. Juli.2006 ist Stalking - die beharrliche Verfolgung - ein gerichtlicher Straftatbestand nach § 107a Strafgesetzbuch und mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr strafbar. Als "Stalker" macht sich strafbar, wer eine Person beharrlich in ihrer Lebensführung beeinträchtigt, eine längere Zeit hindurch fortgesetzt verfolgt indem sie ihre räumliche Nähe aufsucht, Kontakt zu ihr herstellt (dies kann zum Beispiel per WhatsApp-Nachricht, SMS, E-Mail oder über Dritte geschehen). Ebenso unter Verwendung ihrer personenbezogenen Daten, Waren oder Dienstleistungen für sie bestellt, zum Beispiel bei einem Online-Händler.

Tipps der Kriminalprävention

• Machen Sie dem Täter nur einmal und unmissverständlich klar, dass Sie keinen weiteren Kontakt zu ihm haben wollen. Ab dann ignorieren Sie ihn ausnahmslos.

• Dokumentieren Sie jede einzelne Aktivität (Anrufe, Whats App-Nachricht, SMS, Brief, versuchte Kontaktaufnahme) des Stalkers und führen Sie Zeugen an. Erstellen Sie von allen Handlungen ein Gedächtnisprotokoll, denn Monate nach den Vorfällen sind diese einem nicht mehr erinnerlich. Diese Aufzeichnungen können ein wichtiges Beweismittel bei der Polizei und vor Gericht darstellen.

• Lassen Sie sich so früh wie möglich beraten! Eine spezielle Beratungsmöglichkeit bietet die Interventionsstelle des Gewaltschutzzentrums oder erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

• Nehmen Sie, wenn möglich, keine Päckchen oder Pakete an, die Sie nicht erwarten. Diese sollten ungeöffnet zurück an den Absender geschickt werden. Dokumentieren Sie jede Paket- oder Briefzustellung.

• Erzählen Sie Ihrer Familie, Freunden, Nachbarn von der Verfolgung. Das stärkt Sie und schwächt den Stalker.

• Bei telefonischer Kontaktaufnahme besteht die Möglichkeit eines Wechsels der Telefonnummer. Notieren Sie sich, wer die Nummer erhalten hat und schränken Sie die Weitergabe Ihrer Telefonnummer ein.

• Bei namentlich bekannten Täter erkundigen Sie sich im zuständigen Bezirksgericht für Zivilrechtssachen über etwaige Möglichkeiten einer einstweiligen Verfügung.

• Werden Sie mit dem Auto verfolgt, fahren Sie direkt zur nächsten Polizeidienststelle.

• Bei konkreten Bedrohungssituationen verständigen Sie sofort die Polizei!

Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen Ihnen gerne mit unabhängiger und kompetenter Beratung zur Verfügung. Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an ihr Landeskriminalamt/Assistenzbereich Kriminalprävention; Tel. 059 133.

Artikel Nr: 16182 vom Mittwoch, 5. September 2018, 09:00 Uhr
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