Kriminalitätsbekämpfung
Internationaler Fachaustausch im Bundeskriminalamt über die Zukunft der Kriminalitätsbekämpfung
Am 30. Januar 2025 fand im Bundeskriminalamt ein hochrangiger internationaler Fachaustausch mit führenden Expertinnen und Experten der Sicherheitsbehörden statt.
Unter den rund 20 Teilnehmenden waren Vertreter der "Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" (ZITiS), darunter auch der Präsident der Organisation, Expertinnen und Experten der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) und der Direktion für Digitale Sicherheit (DDS) sowie Beamtinnen und Beamte des Bundeskriminalamtes (BK). Besonders hervorzuheben war die Teilnahme des stellvertretenden Direktors des Bundeskriminalamtes, Mag. Paul Marouschek sowie des leitenden Oberstaatsanwalts der Oberstaatsanwaltschaft Wien, Mag. Johann Fuchs LL.M. (WU).
Themenschwerpunkte der Diskussion
Nach einem bilateralen Meet & Greet zwischen den Direktoren des Bundeskriminalamtes und dem Präsidenten der ZITiS startete eine intensive Diskussion über zentrale Zukunftsthemen der Kriminalitätsbekämpfung. Im Fokus standen insbesondere:
• Die zukünftige Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) und ihre potenzielle Anwendung im kriminalpolizeilichen Umfeld
• Muster- und Deepfake-Erkennung
• Big Data-Analysen zur Bearbeitung komplexer Ermittlungen mit umfangreichem Datenmaterial
• Synergieeffekte durch interdisziplinäre Kooperationen
Zukunftsperspektiven und strategische Kooperationen
Ein zentrales Thema der Tagung war die Rolle von KI in der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Die Expertinnen und Experten diskutierten den Einsatz von KI-gestützter Mustererkennung und Analyse großer Datenmengen (Big Data) zur Optimierung polizeilicher Prozesse. Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Deepfakes wurden zudem innovative Lösungen zur Identifikation und Bekämpfung solcher Täuschungstechnologien erörtert.
Neben technischen Aspekten stand auch die Vertiefung eines effizienten Wissensmanagements sowie zukunftsorientierter Informations- und Kommunikationstechnologien innerhalb der Sicherheitsbehörden im Fokus. Der Austausch auf Expertenebene verdeutlichte die Notwendigkeit der kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen Justiz- und Sicherheitsbehörden sowie mit externen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Durch eine noch engere Kooperation sollen Synergieeffekte geschaffen und technologische Innovationen gezielt genutzt werden. Um den Herausforderungen der digitalen Kriminalität effektiv zu begegnen, setzt das BK auf innovative Lösungen und den strategischen Einsatz neuer Technologien zur Stärkung der inneren Sicherheit.
Hintergrund zur ZITiS
Die "Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" (ZITiS) wurde 2018 als technischer Dienstleister für deutsche Sicherheitsbehörden gegründet. Sie unterstützt bei der Bekämpfung von Terrorismus, Cybercrime und Cyberspionage und arbeitet unter anderem an den Themen digitale Forensik, Telekommunikationsüberwachung, Kryptoanalyse und Big Data. ZITiS ist Teil der "Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland" und kooperiert sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene mit Strafverfolgungsbehörden und Nachrichtendiensten. Aktuell arbeitet ZITiS an der Entwicklung eines Quantencomputers, der zukünftig Sicherheitsbehörden zur Verfügung stehen soll.
Fazit
Mit dem Fachaustausch im Bundeskriminalamt wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und technologischen Weiterentwicklung gesetzt. Die Ergebnisse der Gespräche bilden eine wesentliche Grundlage für zukünftige gemeinsame Projekte im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung.