Gewaltschutz

Bundeskriminalamt unterstützt "die möwe"

Kinder und Jugendliche vor Gewalt und ihren Folgen zu schützen ist ein wichtiger kriminalpräventiver Eckpfeiler der Polizei. "die möwe" leistet hier einen entscheidenden Beitrag, weshalb das Bundeskriminalamt die Beratungsstelle gerne finanziell unterstützt.

Gewalt bestimmt den Alltag von vielen Kindern und Jugendlichen. Oft sind es nur Videospiele, doch einige müssen mit physischer oder psychischer Gewalt auch im echten Leben umgehen. In fünf Kinderschutzzentren in Wien und Niederösterreich bietet "die möwe" Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen Unterstützung und professionelle Hilfe bei körperlichen, seelischen und sexuellen Gewalterfahrungen. Jährlich betreuen sie mehr als 4.000 Personen kostenlos und wenn gewünscht auch anonym. "die möwe" ist ein wertvoller Partner für die Polizei und wird daher vom Bundeskriminalamt seit 2011 finanziell unterstützt. 2021 betrug die Fördersumme 39.600 Euro. Fest steht, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit auch 2022 fortgeführt wird. "Kinderschutz geht uns alle an. Es ist daher selbstverständlich, dass wir diese wertvolle Beratungsstelle unterstützen", so Innenminister Mag. Gerhard Karner. "Für gelingenden Kinderschutz ist die gute Kooperation mit der Polizei unabdingbar", so Magª Hedwig Wölfl. "Diese Projektförderung muss als erste Basis für den dringend notwendigen Ausbau des Gewaltschutzes für Kinder und Jugendliche im Sinne von Prävention und Beratung bei Verdacht auf Gewalt verstanden werden."

Über "die möwe"
1989 als gemeinnütziger Verein gegründet, eröffnete "die möwe" in Wien als Familienberatungsstelle. Ihr Angebot reicht von der allgemeinen Beratung über Krisenintervention nach Gewalterfahrungen, Prozessbegleitung bis hin zur Aufarbeitung der Erlebnisse in einer Psychotherapie. In rund zwei Drittel der Fälle bezieht sich die Hilfe auf sexuelle, psychische oder physische Gewalt und zu einem Fünftel auf den Bereich Trennung und Scheidung. Da Gewalt bereits im Vorfeld verhindert werden kann, halten die Expertinnen und Experten seit 2005 Präventionsworkshops an Schulen ab und leisten seither wichtige und umfangreiche Präventionsarbeit. Die Digitalisierung hat auch die Form der Beratung verändert, denn seit 2011 bietet "die möwe" Online- und auch Chatberatungen an, was vor allem in Zeiten der Covid-19-Beschränkungen für viele eine Erleichterung war. Da Familien mit Kindern zwischen null und drei Jahren manchmal in belastenden Situationen besondere Unterstützung brauchen, wurde in Zusammenarbeit mit der Wiener Gebietskrankenkassa das Programm "gutbegleitet – Frühe Hilfen in Wien" initiiert. "die möwe" arbeitet mit allen relevanten Institutionen, wie Jugendamt, Gericht oder Krankenhaus zusammen, um schnell und unbürokratische Hilfe anbieten zu können.

Vor Gewalt schützen
Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und Kinder sollen mit den umfassenden Präventionsangeboten unterstützt werden, Gewalt und Missbrauch zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Die Anzeigenberatung ist ein wesentlicher Teil der Kinderschutzarbeit, um das angemessene Vorgehen bei Verdacht auf Gewalt oder Missbrauch abzuklären und kann dank der fortbestehenden Förderung weiter realisiert werden. Zusätzlich soll die Weiterentwicklung von Kinderschutzrichtlinien und die Etablierung umfassender Kinderschutzstrategien unterstützt werden. Zusätzlich erfüllt "die möwe" auch die von dem 3. Gewaltschutzgesetz vorgegebenen praktischen Maßnahmen, wie etwa einen erleichterten Zugang für Opfer zu Betreuungseinrichtungen und ihnen Schutz, Hilfe und Begleitung bei erforderlichen Behördenwegen zu bieten, aber auch bei der Umsetzung vom ab 2021 gültigen Opferschutzstatus von Kindern als Zeugen häuslicher Gewalt.

Artikel Nr: 19265 vom Dienstag, 28. Dezember 2021, 10:33 Uhr
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