Kriminalitätsbekämpfung

Europol-Aktion gegen Kinderhandel

In einer europaweiten Aktion gegen Kinderhandel konnte eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden. 388 Personen wurden festgenommen und 249 potenzielle Opfer identifiziert.

Menschenhändlerinnen und -händler konzentrieren sich auf besonders schutzbedürftige Gruppen, darunter auch Kinder und Jugendliche. Kinderhandel umfasst nicht nur die Arbeitsausbeutung, den Zwang zur Bettelei oder zum Schmuggel, sondern auch die sexuelle Ausbeutung. Zudem werden sie oftmals zur Begehung von Straftaten gezwungen.

Joint Action Days
Um Täter aufzuspüren und Opfer zu identifizieren, fanden vom 5. bis 11. Oktober 2020 die Joint Action Days (JAD) Kinderhandel in zwölf europäischen Ländern, darunter Österreich, statt. Innerhalb der EU geschieht der Kinderhandel meist mit Hilfe von Verwandten. Die Menschenhändlerinnen und -händler agieren in großen Netzwerken, das sich länderübergreifend erstreckt. Dadurch sind sie in der Lage die Kinder und Jugendlichen wie nach einem Rotationssystem zwischen den Ländern zu verschieben. Minderjährige Flüchtlinge aus Nicht-EU-Ländern zählen auch oftmals zu den Opfern von Kinderhandel. Während des Aktionszeitraumes kontrollierten 5.380 eingesetzte Beamtinnen und Beamte in ganz Europa insgesamt 59.071 Personen, 1.529 Örtlichkeiten, 15.923 Fahrzeuge und 39.860 Dokumente. 388 tatverdächtige Personen wurden festgenommen und weitere 19 Verdächtige ausgeforscht. 249 potenzielle Opfer konnten identifiziert werden, von denen 61 bestätigte Minderjährige sind, bei 107 konnte das Alter noch nicht festgestellt werden.

Bilanz für Österreich
Im Laufe der Schwerpunkttage wurden in Österreich 1.257 Personen kontrolliert, fünf Tatverdächtige verhaftet und zwei weibliche Opfer identifiziert. Es wurden 618 Fahrzeuge, 95 Örtlichkeiten und 1.143 Dokumente überprüft.

Artikel Nr: 18218 vom Mittwoch, 4. November 2020, 15:27 Uhr
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