Kriminalitätsbekämpfung

20 Jahre Europäische Fahrzeug-Identifizierungs-Datei

Unter dem Vorsitz des österreichischen Bundeskriminalamts (BK) fand vom 12. bis 14. September 2022 in Salzburg die Jubiläumstagung der Arbeitsgemeinschaft Europäische Fahrzeug-Identifizierungs-Datei (EuFID) statt.

Kriminelle passen sich neuen Gegebenheiten rasch an. So hat sich das Verhalten von Autodieben besonders nach der Einführung der elektronischen Wegfahrsperre und weiterer präventiver Maßnahmen der Fahrzeughersteller und der Ermittlungsbehörden stark verändert. Wurden Fahrzeuge früher in der Regel für den eigenen Gebrauch gestohlen, haben sich heute Tätergruppen etabliert, die international agieren und auf Fahrzeugverschiebung spezialisiert sind. Mit viel technischem "Know-how" werden die vorhandenen mechanischen und elektronischen Sicherungsvorrichtungen überwunden und gezielt individuelle Merkmale der Fahrzeuge verändert damit eine Identifizierung nicht mehr möglich ist.

Europäische Fahrzeug-Identifizierungs-Datei (EuFID)

Um die Kontrolle und Identifizierung von Kraftfahrzeugen zu erleichtern, wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bayerischen Landeskriminalamtes, des Bundeskriminalamtes Wiesbaden sowie des österreichischen Bundeskriminalamtes und der Landeskriminalämter Niederösterreich und Burgenland der Grundstein für eine internationale Europäischen Fahrzeug-Identifizierungs-Datei gelegt. Diese Datei ist eine spezielle Zusammenstellung von Identifizierungshinweisen. Sie steht den Kontrollbeamtinnen und -beamten in der gesamten EU und darüber hinaus für Modelle von 49 Pkw-, 17 Motorrad- und elf Lkw-Herstellern sowie sieben Bus-Herstellern und zehn Baumaschinen-Herstellern für die Identifizierung von Fahrzeugen und Fahrzeugbestandteilen zur Verfügung. Die EUFID ist damit auch noch nach 20 Jahren ein ganz wesentlicher Bestandteil zur Bekämpfung der internationalen Kraftfahrzeug-Kriminalität.

"Es ist der engen Kooperation der EUFID-Arbeitsgruppe mit den Fahrzeughersteller und der laufenden Weiterentwicklung der Europäischen Fahrzeug-Identifizierungs-Datei zu verdanken, dass dieses Fahndungshilfsmittel auch nach 20 Jahren nichts an Aktualität und Bedeutung bei der Bekämpfung der internationalen Kfz-Kriminalität verloren hat", sagte Mag. Petra Huber-Lintner, Leiterin des BK-Büros Allgemeine Kriminalität, in dessen Zuständigkeit die Bekämpfung der Kfz-Kriminalität fällt.

Die diesjährige Tagung der von EUROPOL eingerichteten Arbeitsgemeinschaft "Europäische Fahrzeug-Identifizierungs-Datei" (EuFID) wurde vom stellvertretenden Landespolizeidirektor Salzburgs, Mag. Burghard Vouk, eröffnet und stand ganz im Zeichen des 20 Jahre Jubiläums. Insgesamt 43 operativ tätige Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweden und Slowenien nahmen an dieser Arbeitstagung in Salzburg teil. Neben der Erörterung spezieller Fachthemen und dem persönlichen Austausch der Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern stand ein Besuch der "KTM Motorhall" in Mattinghofen auf dem Programm.

Dokumente:

Artikel Nr: 19971 vom Donnerstag, 15. September 2022, 14:22 Uhr
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