Prävention

Präventionstipps gegen Cybergrooming

Kinder und Jugendliche fühlen sich im Internet oft anonym und sicher. Doch immer wieder werden sie Opfer von Cybergrooming, der gezielten Anmache im Netz. Die Täter sind meist ältere Männer, die sich in der virtuellen Welt das Vertrauen ihrer Opfer erschleichen - nicht selten mit dem Ziel, das Opfer zu treffen und zu missbrauchen. Die Polizei informiert.

Der intensive Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen bedeutet für Erziehungsverantwortliche eine ebenso intensive Auseinandersetzung mit den vielen Möglichkeiten und Gefahren des Internets. Bei Cybergrooming handelt es sich um das gezielte Ansprechen von Kindern, um sexuellen Kontakt anzubahnen. Es ist eine besondere Form der sexuellen Belästigung, die bis zum sexuellen Missbrauch führen kann.

Die Anbahnung findet hauptsächlich in Chaträumen und sozialen Netzwerken statt. Die Täter suchen meist gezielt Kontakt zu Kindern über beliebte Dienste wie Messenger, soziale Netzwerke, Videoportale oder Online-Spiele. Mitunter nutzen sie hierzu ein Fake-Profil und geben sich dabei als etwa gleichaltrigen Nutzer aus.

Seit Jänner 2012 ist das sogenannte Grooming, die Anbahnung sexueller Kontakte zu Unmündigen über das Internet, und die Betrachtung pornografischer Darbietungen Minderjähriger live mittels Web-Cam gerichtlich strafbar.

Die Empfehlungen der Kriminalprävention:

• Kinder und Jugendliche sollten darauf vorbereitet werden, dass der Gesprächspartner im Internet oft nicht der ist, für den er sich ausgibt. Erklären Sie ihnen, dass sie diesen Umstand in Chaträumen und in sozialen Netzwerken stets bedenken sollten. Niemand weiß, wer sich hinter den Benutzernamen versteckt.
• Interessieren Sie sich für die neuen Medien und erläutern Sie Ihrem Kind, wie soziale Netzwerke Chaträume und dergleichen funktionieren. Besprechen Sie mit Ihrem Kind das Verhalten im Internet. Wo liegen mögliche Gefahren?
• Informieren Sie sich über die Technik und Umgangsweise in Chaträumen, damit Sie mitreden und Fragen stellen können. Auf diese Weise gelten Sie für ihre Kinder viel eher als Ansprechperson, um über belastende Erfahrungen im Internet zu reden.
• Diskutieren Sie darüber welche Bilder ins Netz gestellt werden. Erotische Fotos können Auslöser für Grooming, Cybermobbing oder Erpressung sein!
• Üben Sie mit Ihrem Kind konkrete Möglichkeiten, wie es sich vor sexueller Belästigung über das Internet schützen kann. Verbale sexuelle Belästigung sollen Kinder und Jugendliche mit einem klaren Nein beenden.
• Mädchen und Burschen sollten wissen, welches Verhalten das Risiko einer sexuellen Ausbeutung erhöht und was sie auf jeden Fall unterlassen sollten - wie etwa Informationen über die eigene Identität zu geben, erotische Fotos zu veröffentlichen und sich mit nicht persönlich bekannten Chatfreunden ohne Begleitung von Erwachsenen zu treffen.
• Das Kind sollte Erwachsene um Hilfe bitten, wenn es ein Gefühl von Angst verspürt.
• Das Kind sollte keine Auskünfte an Fremde geben. Weder persönlich noch am Telefon oder Internet.
• Ihr Kind sollte fremden Personen nicht die Wohnungstür öffnen, nicht mit ihnen mitgehen und sich nichts von ihnen versprechen lassen.

Weitere Information erhalten Sie in der nächsten Polizeiinspektion und auch per BMI-Sicherheitsapp.

Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen Ihnen kostenlos und österreichweit unter der Telefonnummer 059133 zur Verfügung.

Symbolbild
Foto: ©  olly-fotolia.com

Artikel Nr: 15876 vom Mittwoch, 16. Mai 2018, 10:00 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Zurück