Kriminalitätsbekämpfung

Eine Software für mehr Kinderschutz

Ermittlungen im Bereich der Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen bzw. der Verbreitung von kinderpornografischen Darstellungen erfordern von den dazu eingesetzten Kriminalisten nicht nur Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, sondern auch überdurchschnittliche psychische Belastbarkeit und Ausdauer. Eine neue Software unterstützt die Ermittler für ein noch schnelleres Eingreifen.

Die Zahl der, online gehandelten, sichergestellten kinderpornografischen Bild- und Videodateien steigt laufend. Aufgrund des vermehrten Rückzuges der Straftäter in diverse Darknet-Foren sind auch die Strafverfolgungsbehörden gefordert, technisch aufzurüsten.

Das Ausforschen der Verantwortlichen erstreckt sich mittlerweile weit über die Landesgrenzen hinaus. Aufgrund dessen ist umfangreiches Spezialwissen der Ermittler gefordert. Die Täter müssen nicht nur weltweit gefunden, sondern die Tat auch nachgewiesen werden.

Die im jeweiligen Fachbereich des Bundeskriminalamtes und in den Landeskriminalämtern eingesetzten Ermittler sind nicht nur mit enormer Recherche- bzw. internationaler Ermittlungsarbeit befasst, sondern sehen sich auch mit der Tatsache konfrontiert, Unmengen an sichergestellten Daten zu sichten und entsprechend kriminalpolizeilich zu bewerten. Aufgrund steigender Speicherkapazitäten kommt es folglich auch zu einer ständig wachsenden Zahl der Datenmengen. In diesem Zusammenhang stellt gewiss auch der Faktor Zeit die Ermittler vor eine nicht unwesentliche Herausforderung.

Nun soll auch technische Aufrüstung die Arbeit der Ermittler unterstützen und auf diese Weise ein schnelleres Eingreifen gewährleisten, um die Verantwortlichen zu lokalisieren bzw. Missbrauchsopfer zu identifizieren und somit vor weiterem Schaden zu bewahren.

Ab Mai 2018 werden die Ermittler der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes mit neuer, einheitlicher Technik ausgestattet. Dadurch kommt es zu einer bundesweiten Harmonisierung der eingesetzten Hard- bzw. Software, somit ist eine effizientere Sichtung und raschere Auswertung der vorliegenden Daten möglich.

Die neue Technik wurde bis dato im BK getestet. "Unsere Ermittler sehen eine deutliche Effizienz und raschere Ergebnisse, seitdem wir die neue Technik im Einsatz haben", so BK-Direktor General Franz Lang. "Wir beobachten täglich, wie die Täter ihr abscheuliches Material übers Internet verbreiten. Dagegen schneller etwas tun zu können, hilft der Polizei enorm."

Die Kosten der neuen Software werden von den europäischen "Fonds für die Innere Sicherheit – ISF" getragen.

Links:

Vertreter des BK und der Landeskriminalämter
Foto: ©  BK/Halm

Artikel Nr: 15844 vom Montag, 7. Mai 2018, 09:03 Uhr
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