Infografiken

Auf diesen Seiten veröffentlicht das BK regelmäßig aktuelle Infografiken zu den vielfältigen Themenbereichen der Kriminalpolizei. Ziel ist es den Leserinnen und Lesern mit diesen Grafiken einen schnellen Überblick über teils komplexe Inhalte und Entwicklungen zu geben. Die Basis für die dargestellten Zahlen stellt zum großen Teil die Polizeiliche Kriminalstatistik Österreich (PKS), aber auch andere Datenbanken, wie z.B. Fahndungs- oder DNA-Datenbanken, dar. Darüber hinaus werden Phänomene und Modi Operandi aber auch Präventionstipps einfach erklärt und verschiedene Organisationseinheiten der Kriminalpolizei und deren Abläufe bildlich dargestellt.


Daten und Fakten aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS)

Die PKS ist eine Anzeigenstatistik. In dieser Statistik werden also jene Fälle erfasst, die der Polizei gemeldet werden. Der Zeitraum für die Betrachtung der Kriminalitätsentwicklung ist auf zehn Jahre festgelegt und auch grafisch so dargestellt, um Entwicklungen und Tendenzen ablesen zu können. Neben der Zahl der Anzeigen werden auch die geklärten Fälle und die Aufklärungsquote festgehalten. Letztere ist in Prozent angeführt und zeigt das Verhältnis der aufgeklärten Fälle zu den Anzeigen. Die PKS wird einmal jährlich veröffentlicht.

Entwicklung der Aufklärungsquote in Österreich 2007 bis 2016
Im Jahr 2016 konnte mit 45,9 Prozent die höchste Aufklärungsquote der letzten zehn Jahre erzielt werden. Seit dem Jahr 2010 liegt sie konstant über 40 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2015 konnte sie um 1,9 Prozentpunkte und im Vergleich zum Jahr 2007 um 6,5 Prozentpunkte gesteigert werden.

Entwicklung der Aufklärungsquote in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Gesamtkriminalität in Österreich 2007 bis 2016
2016 wurden in Österreich 537.792 Anzeigen erstattet. Das bedeutet einen Anstieg der Zahl der Anzeigen um 19.923 oder um 3,8 Prozent. Im langfristigen Zahlenvergleich sind die Zahlen der Anzeigen seit 2010 konstant, in den Jahren davor lagen sie immer deutlich über 570.000. Im Vergleich zu 2007 ist die Zahl der Anzeigen um 54.844 zurückgegangen.

Entwicklung der Gesamtkriminalität in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Anzeigen wegen Wohnraumeinbruchs in Österreich 2007 bis 2016
Der Einbruchsdiebstahl in Wohnungen und Wohnhäuser ist gegenüber dem Jahr 2015 um 16,4 Prozent gesunken und weist somit den niedrigsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich auf.
Bei 40 Prozent aller Wohnraumeinbrüche in Österreich 2016, das sind 5.194 angezeigte Fälle, blieb es beim Versuch und dem Täter gelang es nicht, die Tat zu vollenden und Diebesgut zu entwenden. In Oberösterreich und Wien liegt dieser Prozentsatz sogar über 42 Prozent. Diese Tatsache geht meist mit dem guten Eigenschutz und den richtig gesetzten Präventionsmaßnahmen der Bevölkerung einher.

Entwicklung der Anzeigen wegen Wohnraumeinbruchs in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Anzeigen wegen Diebstahls von Kraftfahrzeugen in Österreich 2007 bis 2016
Die Zahl der Anzeigen wegen des Diebstahls von Kraftfahrzeugen (Krafträder, Personen- und Lastkraftwägen) ist im Jahr 2016 um zehn Prozent gegenüber dem Jahr 2015 gesunken. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist das der niedrigste Wert. Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2009 mit 8.945 Delikten hat sich die Zahl der Kfz-Delikte im Jahr 2016 mit 2.994 fast um zwei Drittel reduziert. Die Aufklärungsquote mit 18,1 Prozent ist der höchste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich.

Entwicklung der Anzeigen wegen Diebstahls von Kraftfahrzeugen in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Gewaltkriminalität in Österreich 2007 bis 2016
2016 gab es um 6,9 Prozent mehr Anzeigen im Bereich der Gewaltkriminalität in Österreich als 2015. Sie ist im Vergleich zum Vorjahr um 2.765 Anzeigen auf 43.098 gestiegen. Die Aufklärungsquote betrug 83,9 Prozent, was den höchsten Wert der letzten zehn Jahre entspricht (Plus von 0,4 Prozentpunkten). 2016 konnte die Polizei zusätzlich 2.516 Delikte klären, sodass insgesamt 36.177 Anzeigen positiv abgearbeitet wurden. Zwei von drei Gewalttaten sind Beziehungstaten: Bei 63,3 Prozent der begangenen Taten gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer (entspricht 21.167 Fällen). In 34,4 Prozent gab es keine Beziehung (entspricht 11.493 Fällen). In 769 Anzeigen blieb der Polizei der Beziehungsstatus zwischen Täter und Opfer unbekannt. 

Entwicklung der Gewaltkriminalität in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Anzeigen wegen Cybercrime in Österreich 2007 bis 2016
Die Zahl der Anzeigen wegen Cybercrime ist innerhalb eines Jahres um 30,9 Prozent gestiegen. 2016 wurden 13.103 Fälle der Polizei gemeldet, was dem höchsten Wert der letzten zehn Jahre entspricht.

Entwicklung der Anzeigen wegen Cybercrime in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Wirtschaftskriminalität in Österreich 2007 bis 2016
Die Zahl der Anzeigen im Bereich der Wirtschaftskriminalität, bestehend aus den Betrugs-, Fälschungs- und Wirtschaftsdelikten inklusive der Sonderdelikte in Nebengesetzen wie Kapitalmarktgesetz, ist erstmals seit 2012 wieder gestiegen. Der Anstieg beträgt in absoluten Werten 5.304 Delikte oder 10,9 Prozent (von 48.601 im Jahr 2015 auf 53.905 im Jahr 2016). Die Aufklärungsquote ist von 60,2 auf 59 Prozent, also um 1,2 Prozentpunkte, gesunken.

Entwicklung der Wirtschaftskriminalität in Österreich 2007 bis 2016
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Entwicklung der Personenaufgriffe in den Jahren 2008 bis 2016
Bei den aufgegriffenen Personen handelt es sich um Schlepper, um geschleppte Personen und um rechtswidrig eingereiste bzw. aufhältigen Personen, die sich zu dieser Gesamtzahl subsummieren. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 50.848 Personen aufgegriffen, was einem Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zu 2015 (94.262 Personen) entspricht. Die Zahl der Schlepper sank von 1.108 (2015) auf 249 (2016). Die Zahl der geschleppten Personen sank von 72.179 (2015) auf 27.850 im Jahr 2016. Bei der Zahl der rechtswidrig Eingereisten bzw. Aufhältigen gab es eine Steigerung von 20.975 (2015) auf 22.749 (2016).

Entwicklung der Personenaufgriffe in den Jahren 2008 bis 2016
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Entwicklung der aufgegriffenen Schlepper in den Jahren 2008 bis 2016
Die Anzahl der aufgegriffenen Schlepper ist 2016 stark zurückgegangen und lag bei 249 Personen. Gereiht nach Nationalität handelt es sich bei den meisten Schleppern um rumänische Staatsangehörige (30) gefolgt von Staatsangehörigen aus Ungarn (29), Pakistan (17), Österreich, Syrien und Serbien (jeweils 14). 93 Prozent der Schlepper waren männlich. 

Entwicklung der aufgegriffenen Schlepper in den Jahren 2008 bis 2016
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Übersicht über die Schlepperrouten
Aufgrund der Entwicklungen 2015 und dem damit verbundenen hohen unkontrollierten Migrationsstrom nach Europa wurde auf Initiative Österreichs die Balkanroute geschlossen. Dies hatte zur Folge, dass Schlepperorganisationen ihren Modus Operandi änderten. 2016 wurden vermehrt Schleppungen in Güterzügen, Behältnissen und Lastkraftwägen festgestellt. Für Österreich waren daher folgende zwei Schleppungsrouten relevant: die östliche bzw. westliche Mittelmeerroute und die zentrale Mittelmeerroute. Auf erst genannter wurden vorwiegend syrische, afghanische und pakistanische Migrantinnen und Migranten geschleppt. Sie führt von Pakistan und Afghanistan durch den Iran in die Türkei, weiter über Bulgarien auf der Balkanroute Richtung Nordeuropa. Ausgangspunkte für die zentrale Mittelmeerroute sind die Staaten Nordafrikas, insbesondere Libyen. Überwiegend handelt es sich um Migrantinnen und Migranten aus Nigeria, Marokko, Gambia, Algerien und Somalia, die versuchen auf dem Seeweg über Italien nach Westeuropa zu gelangen.

Übersicht über die Schlepperrouten
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Sichergestellte Suchtmittel 2016
Österreich ist Konsum-, Transit- und Umschlagplatz für illegale Suchtmittel und Sitz verschiedenster Tätergruppierungen und Verteilernetzwerke. Im Wesentlichen werden die kriminellen Aktivitäten durch fünf Faktoren beeinflusst: Durch die Balkanroute, an der Österreich liegt und über die Heroin- und Opiatprodukte aus Afghanistan Richtung Europa geschmuggelt werden. Durch den internationalen Flughafen Wien-Schwechat, der zum Einfuhrschmuggel von Kokain aus den südamerikanischen Ländern fungiert. Durch die Methamphetamin produzierenden, angrenzenden europäischen Länder,  durch die Eigenproduktion sowie den Schmuggel von Cannabisprodukten und durch die vermehrt via Internet und Darknet angebotenen illegalen Suchtmittel und neuen psychoaktiven Substanzen. Die Anzahl der Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz ist im Jahr 2016 um 10,1 Prozent von 32.907 auf 36.235 gestiegen. Dies bedeutet den höchsten Wert der letzten zehn Jahre.  2016 wurden rund 1.083 kg Cannabisprodukte, 68,9 kg Heroin, 86,5 kg Kokain, 29.485 Stück Ecstasy, 87,7 kg Amphetamin und 4,8 kg Methamphetamin sichergestellt.

Sichergestellte Suchtmittel 2016
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Fahndungseinheiten und -systeme

Kriminelle agieren häufig international. Dies führt dazu, dass verschiedene Polizeibehörden zuständig sind. Umso wichtiger ist es, dass Informationen zu Straftaten und Straftätern ausgetauscht und die Daten zentral ausgewertet werden. Daher gibt es verschiedene Dateien und Systeme, die den Informationsaustausch innerhalb der Polizei sicherstellen.

Auf nationaler Ebene gibt das das Elektronische Kriminalpolizeiliche Informationssystem kurz EKIS, auf internationaler Ebene kommt unter anderem das Schengener Informationssystem SIS II zum Einsatz. Fahndungen via Interpol betreffen alle Fahndungsmaßnahmen, die über den Bereich von Schengen hinausgehen und somit weltweit abrufbar sind. Neben den Systemen gibt es auch spezielle Fahndungseinheiten wie die der Zielfahndung, die flüchtige Täter auf der ganzen Welt suchen. Im Kompetenzzentrum für vermisste Personen, kurz KAP, sind Kriminalbeamte sensibel und akribisch auf der Suche nach Abgängige. 

Entwicklung der SIS II-Treffer in Österreich und in den Schengenstaaten 2007 bis 2016
SIS II ist das gemeinsame elektronische Fahndungssystem der Schengen-Staaten, an dem sich derzeit 30 Staaten beteiligen. 2016 wurden von diesen Staaten 70,8 Millionen Fahndungsdatensätze gespeichert, davon 440.975 aus Österreich. Von diesen entfielen 19.552 Datensätze auf Personenfahndungen (SIS II gesamt 830.002) und 421.423 Datensätze auf Sachenfahndungen (SIS II gesamt 69.997.957). Seit 2007 kam es zu einer enormen Steigerung der Trefferdaten sowohl in Österreich als auch in den Schengenstaaten.

Entwicklung der SIS II-Treffer in Österreich und in den Schengenstaaten 2007 bis 2016
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Festnahmen der Zielfahnder des Bundeskriminalamts 2002 bis 2016
Die Zielfahndung ist die modernste Form der internationalen Personenfahndung. Die Kriminalbeamten dieser Einheit suchen konkret nach geflüchteten Tätern. Zur Erschwernis der Ausforschung verwenden die Flüchtigen im Ausland meist Aliasnamen oder falsche bzw. gefälschte Ausweise, um sich so der österreichischen Strafverfolgung zu entziehen. Das Einsatzgebiet der Zielfahnder erstreckt sich über die gesamte Welt, wobei die Schwerpunkte ihrer Arbeit in Europa, Nord und Südamerika sowie Asien liegen.

Festnahmen der Zielfahnder des Bundeskriminalamts 2002 bis 2016
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Fälle von Abgängigkeit in Österreich
Wird eine Person bei der Polizei als vermisst gemeldet, werden ihre Daten im Elektronischen Informationssystem (EKIS) eingespeichert und die Suche nach der vermissten Person beginnt. Seit Jänner 2015 ist die Zahl der Abgängigen in Österreich von rund 800 Personen auf etwa 1.300 Personen angestiegen. Dieser hohe Anstieg von 58 Prozent ist auf die Auswirkungen der anhaltenden Flüchtlingsbewegungen innerhalb Europas zurückzuführen.

EKIS-Speicherungen
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Während sich die Anzahl von abgängigen Bürgerinnen und Bürgern aus der Europäischen Union in Österreich im Wesentlichen kaum vergrößert hat, stiegen die EKIS-Speicherungen von abgängigen Bürgerinnen und Bürgern aus Nicht-EU-Staaten um rund 111 Prozent.

Klärungsrate bei Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürgern
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Die Klärungsrate ist in Österreich sehr hoch und liegt bei abgängigen EU-Bürgerinnen und Bürgern bei 99,3 Prozent. Bei abgängigen Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürgern liegt sie bei 89,7 Prozent.

 

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Kriminaltechnik und Forensik

Die Expertinnen und Experten der Spurensicherung sind für die Sicherstellung und Auswertung von Beweismaterialien und Spuren von Verbrechen oder Unfällen zuständig. Sie untersuchen und sichern sie Spuren, wie z. B. Fuß- und Fingerabdrücke, DNA und andere Beweismittel, rekonstruieren den Tathergang und erstellen Analysen und Berichte. Die Ergebnisse der forensischen Arbeit spielen bei der Überführung von Täter und in der Beweisaufnahme in Strafprozessen eine entscheidende Rolle.

Kommissar „DNA“
Die DNA-Analyse ist eines der wichtigsten Werkzeuge der Kriminalisten. Österreich hat beim Auf- und Ausbau der DNA-Datenbank eine zwanzigjährige Erfahrung und daher auch eine internationale Vorreiterrolle übernommen. Wöchentlich werden durch DNA-Abgleiche alleine in Österreich hunderte Fälle gelöst.

Der Beginn der österreichischen DNA-Datenbank liegt im Jahr 1997. Rasch führten die ersten großen Erfolge bei der Verbrechensaufklärung zu einem Ausbau sowohl in rechtlicher als auch organisatorischer Hinsicht. Heute werden jährlich rund 60.000 neue Einzelspuren an den Tatorten gesichert. Etwa 22.000 von diesen Spuren sind aufgrund ihrer Qualität und Spurenlage auch für  eine DNA-Analyse geeignet. Heute umfasst die nationale DNA-Datenbank insgesamt rund 216.000 Personen-Datensätze, davon rund 25.000 weibliche Personen. Zudem sind circa 211.000 Datensätze von biologischen Tatortspuren gespeichert. Derzeit werden über 36.000 Tatortspuren von offenen Straftaten, die die für internationale Abgleiche geeignete Datenqualität aufweisen, laufend und lückenlos sowohl im EU-Datenverbundsystem als auch in der Interpol DNA-Datenbank gegen die dortigen Datenbestände abgeglichen.

Dank dieser ständigen Abgleiche ist es der österreichischen Polizei möglich monatlich mindestens 200 offene Straftaten durch Treffer in der nationalen DNA-Datenbank zu klären. Über internationale Abgleiche im bestehenden internationalen EU DNA-Datenverbundsystemen „Prüm“ werden pro Monat noch zusätzlich rund 100 Straftaten geklärt. Tendenz steigend. Zudem lassen sich durch sogenannte Spur-Spurtreffer Seriendelikte und die Arbeitsweise und Zusammensetzung ganzer krimineller Organisationen erkennen.

20 Jahre DNA-Datenbank: Durch DNA geklärte Fälle 1997 bis 2017
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20 Jahre DNA-Datenbank: Durch DNA ausgeforschte Tatverdächtige  1997 bis 2017
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20 Jahre DNA-Datenbank: Leistungsübersicht 1997 bis 2017
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20 Jahre DNA-Datenbank: Die Zeitleiste 1993 bis 2017
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Kriminaltechnische Untersuchungen im Bundeskriminalamt 2016
Im Mittelpunkt jeder kriminaltechnischen Arbeit steht der Beweis. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kriminaltechnik entschlüsseln mit vielfältigen Untersuchungen die sichergestellten Spuren. Auf diese Weise unterstützen sie die polizeiliche Ermittlung und Fahndung. Noch vor Jahren waren viele der heute eingesetzten Verfahren weitgehend unbekannt, heute sind sie selbstverständlich. Diese laufende Weiterentwicklung eröffnet der kriminaltechnischen Untersuchung und damit auch der Strafverfolgung immer neue Möglichkeiten der Kriminalitätsbekämpfung. Mit den Möglichkeiten steigen aber auch die Anforderungen.

Das Büro für Kriminaltechnik mit seinen rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt sich diesen Aufgaben zur Stärkung der inneren Sicherheit und stetigen Verbesserung des Sachbeweises. Das Büro untergliedert sich in die vier Referate Chemie, Physik, Urkunden und Handschriften sowie Biologie, die aufwändigere Untersuchungen zentral für ganz Österreich jährlich tausende Untersuchungen durchführen.

Kriminaltechnische Untersuchungen im Bundeskriminalamt 2016
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Organisationseinheiten und -abläufe in der Kriminalpolizei

Um einen Einblick in die Arbeitsabläufe der Kriminalpolizei zu bekommen, werden hier Strukturen und Arbeitsprozesse grafisch dargestellt.

Die Cybercrime-Einheiten der Polizei
Die österreichische Polizei will mehr Sicherheit im virtuellen Raum gewährleisten und verfolgt daher eine bundesweite Strategie zur Bekämpfung von Cybercrime. Dazu ist notwendig, nicht nur auf zentraler Ebene, sondern auch auf Länder-, Bezirks- und Gemeindeebene, ausreichend Know-how zu transportieren. Die Bekämpfung der Internetkriminalität nimmt bei der Polizei einen Schwerpunkt ein: Einerseits österreichweit auf lokaler Ebene in den rund 900 Polizeiinspektionen und in über 100 Bezirks- und Stadtpolizeikommanden. Auf Länderebene sind technisch ausgebildete Expertinnen und Experten zur Durchführung beziehungsweise Unterstützung bei technischen Ermittlungs- und Beweissicherungsmaßnahmen tätig. Auf Bundesebene wird das Cybercrime-Competence-Center, kurz „C4“, als zentrale Koordinierungs- und Meldestelle aufgebaut. Es setzt sich aus technisch und fachlich hochspezialisierten Expertinnen und Experten zusammen.
Wird eine Straftat mit IT-Bezug bei der Sicherheitsbehörde – in der Regel durch die Mitteilung eines Geschädigten bei einer Polizeiinspektion – bekannt, kann auf das Fachwissen der Bezirks-IT-Ermittler zurückgegriffen werden. Auf Ebene der Landeskriminalämter sind Fachbereiche zur Klärung solcher Straftaten eingerichtet. Diese fungieren als Bindeglied zum C4 im Bundeskriminalamt. International werden die Kontakte zu Europol und Interpol gepflegt und der Austausch verstärkt.

Die Cybercrime-Einheiten der Polizei
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Das Analyseverfahren der Geldwäschemeldestelle
Wenn eine Verdachtsmeldung in der Geldwäschemeldestelle des Bundeskriminalamtes eingeht, dann wir das Analyseverfahren gestartet. Im Rahmen dieses Verfahrens wird die erhaltene Information durch Ermittlung weiterer Daten mit kriminalpolizeilichen Erkenntnissen angereichert, die Angaben des Kunden werden überprüft und der gesamte Sachverhalt wird einer wirtschaftlichen Plausibilitätsprüfung unterzogen. Kann der Tatverdacht im Zuge der Analyse konkretisiert werden, beginnt ein Ermittlungsverfahren nach der Strafprozessordnung (StPO). Erfolgt keine direkte Erledigung durch die österreichische Geldwäschemeldestelle, wird die Verdachtsmeldung an die fachlich oder örtlich zuständige Organisationseinheit zur weiteren Erledigung übermittelt. Eine Abtretung erfolgt fachlich etwa bei Verdacht der Terrorismusfinanzierung an das BVT, bei der Nichtoffenlegung von Treuhandbeziehungen an die Finanzmarktaufsicht (FMA und bei Verdacht einer Vortat im Bereich des Finanzstrafgesetzes (FinStrG) an das Bundesministerium für Finanzen (BMF). Örtlich erfolgt die Abtretung in jenen Fällen, in denen Ermittlungen in den Bundesländern durchgeführt werden müssen und daher die Erledigung durch das jeweilige Landeskriminalamt (LKA) zielführend ist.

Das Analyseverfahren der Geldwäschemeldestelle
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Prävention und Opferhilfe

Präventionsarbeit bedeutet, aktives Zugehen auf die einzelnen Menschen und Zielgruppen, den Aufbau einer Vertrauensbasis und die Vermittlung von Informationen und Tipps. Ziel der Kriminalprävention ist es, bestehende Arbeits- und Schulungsunterlagen und Präventionsprogramme laufend zu aktualisieren, um den ständig wachsenden Aufgaben, den täglichen Herausforderungen und der Erwartungshaltung der Bevölkerung an die Kriminalprävention gerecht zu werden. Ist ein Mensch Opfer einer Straftat geworden, dann gebührt ihm Schutz und Unterstützung. Auch hier setzt sich die österreichische Polizei ein.

Fakten über die Arbeit der Kriminalprävention in Österreich 2016
In der österreichischen Polizei gibt es 1.200 ausgebildete Präventionsbediensteten, die laufend in Form von persönlichen Beratungen, Vorträgen, Besuchen, aber auch über E-Mail oder Telefon die Menschen mit Präventionstipps versorgen. 2016 wurden bei insgesamt 38.264 verschiedenen kriminalpräventiven Maßnahmen insgesamt 365.789 Menschen aller Altersgruppen erreicht. Dabei werden die Inhalte auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt. Mit diesem kompetenten und kostenfreien Service konnte ein wichtiger Beitrag zum subjektiven Sicherheitsgefühl geleistet werden. Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen Ihnen kostenlos und österreichweit unter der Telefonnummer 059133 zur Verfügung.

Fakten über die Arbeit der Kriminalprävention in Österreich 2016
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Der Wohnraumeinbruch in der Dämmerung
In den Monaten von November bis Jänner nutzen Einbrecher vermehrt die frühe Dämmerung, um in Wohnungen und Wohnhäuser Diebesgut zu entnehmen.  Die Täter sind besonders zwischen 17 und 21 Uhr unterwegs. Zu den Tatorten zählen meist Wohnungen und Wohnhäuser, die gut an Hauptverkehrsverbindungen angebunden sind und eine rasche Flucht ermöglichen. Siedlungsgebiete mit schwer einsehbaren Grundstücken und ebenerdig gelegene Wohnungen stehen besonders im Fokus. Die Täter versuchen meist durch das Aufzwängen von Terrassentüren und gartenseitig gelegenen Fenstern, Türen oder Kellerzugängen in das Wohnobjekt einzudringen. Dabei nutzen sie meist einfache Hilfsmittel und brechen mit Schraubenzieher oder einer Zange schlecht gesicherte Türen oder Fenster auf. Ein guter Eigenschutz und richtiges Verhalten können helfen und Einbrecher abschrecken, was auch die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik belegen: Bei 40 Prozent aller Wohnraumeinbrüche in Österreich bleibt es beim Versuch.

Der Wohnraumeinbruch in der Dämmerung
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Achtung vor mobiler Ransomware
Ransomware ist ein Sammelbegriff für Schadsoftware, die speziell dafür entwickelt wird, elektronische Daten und Systeme zu verschlüsseln, sodass diese nicht mehr verwendet werden können. Für die Entschlüsselung wird dann Lösegeld (engl.: ransom) erpresst, meistens in Form des virtuellen Zahlungsmittels Bitcoin oder durch Prepaid-Karten. Beide Zahlungsformen sind anonym und erschweren dadurch die Strafverfolgung. Die Verbreitung der Verschlüsselungssoftware erfolgt insbesondere über präparierte E-Mails, durch Sicherheitslücken in Webbrowsern oder durch unbewusstes Herunterladen aus dem Internet (drive-dy-download). Betroffen sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Behörden und sonstige Organisationen.

 Achtung vor mobiler Ransomware ( 158 KB) 

 Mobile Ransomware – Tipps für Unternehmen Teil 1 ( 86 KB) 

 Mobile Ransomware – Tipps für Unternehmen Teil 2 ( 100 KB) 

 Mobile Ransomware – Tipps zum Schutz Ihrer Geräte Teil 1 ( 106 KB) 

 Mobile Ransomware – Tipps zum Schutz Ihrer Geräte Teil 2 ( 118 KB) 

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